https://www.faz.net/-gv6-qfoa

Rohstoffe : Kupfer - Knappheit treibt den Preis

  • Aktualisiert am

Bild: BCA

Im Gegensatz zu den Rentenmärkten dürfte die Preisentwicklung bei Kupfer nicht sonderlich rätselhaft sein. Denn es gibt bei anhaltender Nachfrage kaum noch Lagerbestände. Der Trend zeigt nach oben.

          2 Min.

          Die Preisentwicklung bei Rohstoffen sorgte in den vergangenen Monaten für vielfältige Schlagzeilen, manchmal auch für widersprüchliche. Wenn man jedoch einen relativ eindeutigen, obgleich auch volatilen Trend haben möchte, dann lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung des Kupferpreises.

          Er hat ausgehend von einem Zwischentief im November des Jahres 2001 inzwischen 153 Prozent auf zuletzt 3.365 Dollar je Tonne an der London Metal Exchange (LME) zugenommen. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.

          Geringe Lagerbestände bei Kupfer ...

          Das mag angesichts des sich tendenziell eher abschwächenden Weltwirtschaftswachstums zunächst etwas verwunderlich sein. Denn unter normalen Umständen wäre eine nachlassende Nachfrage die Folge. Gleichzeitig hat auch der Dollar an Boden gut gemacht. Beides wären an sich negative Faktoren für die Entwicklung des Kupferpreises.

          Bild: Bloomberg

          Eine Analyse von BCA-Research zeigt jedoch deutlich, daß die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren stark mit den Lagerbeständen korrelierte. Gerade in den vergangenen Monaten ist die Lagerhaltung deutlich zurückgegangen. Die verbliebenen Kupferbestände sind vergleichsweise gering. Gleichzeitig nimmt auch die Produktion in Chile, dem Hauptproduzenten weltweit, ab. Aus diesem Grund, folgert BCA-Research, sei es sehr wahrscheinlich, daß die Kupferbestände vorerst nicht zunehmen werden. Ihr Fazit: Die angespannte Lage bei der Kupferversorgung sei weiterhin vorteilhaft für die Entwicklung des Kupferpreises.

          Diese Aussage dürfte so allerdings nur für Anleger und Spekulanten gelten, die von steigenden Preisen profitieren können. Bei Unternehmen und Verbrauchern dagegen dürfte die Freude weniger groß sein. Denn sie müssen für kupferhaltige Produkte sehr wahrscheinlich mehr bezahlen.

          ... bei langfristig zunehmender Nachfrage

          In den vergangenen dreißig Jahren hat sich die weltweite Nachfrage nach Kupfer mehr als verdoppelt. Waren es 1970 noch sieben Millionen Tonnen, werden heute jährlich rund 15 Millionen Tonnen Kupfer produziert und verarbeitet. Dabei spielt nicht nur das Wachstum in Asien eine zunehmende Rolle, sondern auch die Tatsache, daß Kupfer wegen seiner guten elektrischen Leitfähigkeit prädestiniert ist für den Einsatz in Elektrik, Elektronik, der Telekommunikation, dem Maschinenbau und auch in der Bauindustrie.

          Die zunehmende Vernetzung der Bürowelt, die steigenden Ansprüche an die Telekommunikation zu Hause, aber auch die hohen Sicherheits- und Komfortstandards im Automobilbau sorgen für einen zunehmenden Kupferbedarf. In jedem neu produzierten Automobil finden sich durchschnittlich rund 25 Kilogramm Kupfer. In Modellen der Luxusklasse kann es mehr als das Doppelte sein.

          Auch in Architektur und Bau hat Kupfer seinen festen Platz. In unseren Häusern lassen sich neben elektrischen Leitungen aus Kupfer auch Kupferrohre im Wasser- und Heizungssystem finden. Wegen seiner guten Korrosionsbeständigkeit und nicht zuletzt wegen seiner Ästhetik wird Kupfer vielfach für Bedachungen und Verkleidungen eingesetzt.

          Insgesamt spricht vieles dafür, daß die Lage am Kupfermarkt vorerst angespannt bleibt. Der Trend des Preises zeigt nach wie vor nach oben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wieder unterwegs, aber es gibt zu wenig Impfstoff: im „Impfexpress“ in Frankfurt am Main.

          Impfkampagne : Es ist zum Verzweifeln

          Schlange stehen, Engpässe, Impf-Tohuwabohu und nun doch die Impfpflicht. Man möchte laut rufen: Der Staat ist um des Menschen willen da, nicht der Mensch um des Staates willen.
          
              Will eine Impfpflicht einführen: Olaf Scholz kommt zum Bund-Länder-Treffen im Bundeskanzleramt an

          Corona-Politik : SPD und Union gehen getrennte Wege

          Noch regiert die große Koalition. Bei den Verhandlungen über neue Corona-Maßnahmen zeigen beide Partner den Willen zu einer allgemeinen Impfpflicht. Doch es wird auch klar, dass sie sich in Kürze trennen.
          Besonders schwere Fälle können nicht mehr verlegt werden, weil der Transport aufwändig ist.

          Patienten-Transporte : „Die Leute können nicht mehr“

          Erst half Deutschland seinen Nachbarländern – nun ist das Gegenteil der Fall: Corona-Patienten müssen ins Ausland verlegt werden. Nicht nur Bayern will auf internationale Hilfe setzen.
          Beratungszimmer vor dem Sitzungssaal im Bundesverfassungsgericht

          Urteil zur Bundesnotbremse : Karlsruhes Richtschnur für die Corona-Politik

          Erstmals äußert sich das Bundesverfassungsgericht zu den schwersten Grundrechtseingriffen in der Geschichte der Bundesrepublik – und sagt, dass sie alle zulässig waren. Für die Ampel-Parteien kommt der Richterspruch zur rechten Zeit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.