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Rohstoffe : Goldpreis knackt den mittelfristigen Abwärtstrend

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Heimlich, still und leise pirscht sich der Goldpreis nach oben. Nach einem überraschenden Preissprung am Mittwoch, der auch von Operationen an den Terminmärkten begünstigt wurde, behauptet sich die Feinunze auch am Donnerstag über der Marke von 370 Dollar.

          Dies ist insofern bedeutsam, als damit charttechnisch gesehen der seit Februar gültige mittelfristige Abwärtstrend als überwunden angesehen werden kann. Dessen Begrenzung verläuft bei rund 364 Dollar und wenn sich das Ausbruchssignal bestätigt, kommt als nächster Anlaufpunkt das Hoch vom Februar bei 389 Dollar ins Spiel.

          Goldpreis steigt trotz Dollar in robuster Verfassung

          Die im ersten Quartal 2001 eingeleitete Aufwärtsbewegung verläuft so überzeugend, daß mittelfristig vielleicht sogar 420 Dollar anvisiert werden können. Kommt es so, dürfte bei dem Hebel, der dann auf die Gewinne entsteht, die Aktien der Goldminen eine Bank sein. Schon zuletzt sind deren Notierungen stark gestiegen (der Amex Gold Bugs Index hat seit Mitte Juli um rund 37 Prozent zugelegt) und die Chartbilder gestalten sich hier nun in vielen Fällen äußerst vorteilhaft.

          Die jüngste Aufwärtsbewgeung beim Goldpreis komt von daher etwas überraschend, weil er trotz eines tendenziell festeren Dollar und steigender Aktienkurse zustande kam. Zuvor wurden Phasen steigender Goldpreise nämlich immer mit fallenden Aktienkursen und einem fallenden Dollar, der den Kauf von Gold für alle Anleger außerjhalb des Dollarraums günbstiger macht, als Begründung angeführt.

          Gewinne laufen lassen

          Doch immer mehr kristallisiert sich jetzt heraus, daß offenbar ein neuer langfristiger Trend entstanden ist. So kommen Rohstoffe ganz allgemein als alternative Anlageklasse wieder in Mode und beim Gold war zuletzt speziell zu beobachten, daß Hedge Fonds das Edelmetall als Tummelplatz für sich entdeckt haben. Geweckt worden sein dürfte deren Interesse wegen der vielen strukturellen Probleme in der Weltwirtschaft und den anhaltenden geopolitischen Spannungen und Terrorgefahren.

          Die zuletzt vom Goldpreis demonstrierte Stärke spricht natürlich für einen auch weiterhin anhaltenden Aufschwung. Allerdings ist zu bedenken, daß der Goldsektor für Laien nur sehr schwer zu durchschauen ist und selbst Experten sehr unterschiedlich argumentieren.

          Anleger sollten sich davon aber nicht schrecken lassen und physisches Gold und Goldminenaktien solange im Depot belassen, wie die Chartbilder grünes Licht geben. Dabei ist beim Goldpreis solange alles im Lot, wie die Notiz nicht unter den bei 340 Dollar verlaufenden Aufwärtstrend fällt. Daß der nicht so bald verletzt wird, dafür spricht die kontinuierlich nach oben strebende 200-Tage-Linie, die dem Goldpreis bei ihrem aktuellen Verlaufsniveau von rund 348 Dollar Halt gibt.

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