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Rohstoffe : Gold ist bester Indikator für Inflation

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Bild: Wainwright

Gold ist ein besserer Indikator für die zukünftige Inflation als Rohöl und der Verbraucherpreis-Index, so das Analyseunternehmen H. C. Wainwright & Co. Economics. Gold reagiert sensibel und frühzeitig auf entsprechende Impulse.

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          Inflation wird von der Wall Street ziemlich lange ignoriert, so eine Studie des Analyseunternehmen H. C. Wainwright & Co. Economics aus Boston. Denn die Marktteilnehmer orientieren sich am Konsumentenpreisindex - und das sei ein Fehler.

          Ihr Indikator der Wahl für die Preisentwicklung sind die Edelmetalle, insbesondere das Gold. Das gelbe Metall sei ein besserer Indikator für die zukünftige Inflation als Rohöl und der Verbraucherpreis-Index, so die Quintessenz. Steigende Goldpreise deuteten schon seit einiger Zeit auf steigende Preise hin, seien bisher aber weitgehend ignoriert worden.

          Wie kann man ein Portfolio gegen steigende Preise absichern?

          Sollten die Preise weiter steigen, wovon nicht nur David Ranson als Präsident von Wainwright, sondern auch die Notenbanken auszugehen scheinen, so dürften sich Anleger immer mehr fragen, wie sie ihre Portfolios von den negativen Effekten dieser Entwicklung schützen können. Ranson sieht zwei ernsthafte Alternativen: Inflationsgeschützte Anleihen und Rohstoffe, insbesondere Edelmetalle.

          Bild: FAZ.NET

          Eine nähere Analyse mache allerdings klar, daß sich Anleger mit dem Kauf von inflationsgeschützten Anleihen zwar bis zu einem gewissen Grad gegen Fluktuationen in der offiziellen Preisentwicklung schützen können. Nicht jedoch gegen eine Inflation, wie sie von steigenden Rohstoffpreisen angezeigt werden. Aus diesem Grund gebe es nur schwache Argumente dafür, inflationsgeschützten Anleihen in ein Portfolio aufzunehmen. Interessanter und sinnvoller sei es dagegen, auf Gold in irgendeiner Form zu setzen, um sich gegen die Inflationsentwicklung abzusichern.

          „Der Goldpreis steigt, wenn die Leute besorgt sind, daß Papiergeld ihren Wohlstand nicht sichern kann“, erläuterte David Ranson als Präsident von Wainwright seine Analyse in einem Bloomberg-Interview. „Gold bewegt sich in dieser Kette als eines der ersten Glieder, sogar noch vor den Anleihen,“ so erläutert er weiter. In diesem Sinne könnten wohl auch die jüngsten kritischen Äußerungen von den verschiedenen Zentralbanken eingeordnet werden.

          Gold reagiert sensibel und frühzeitig die Inflationsentwicklung

          Gold reagiert nach Ransons Analyse nicht nur sensibler, sondern auch früher auf Preisänderungen als der offizielle Konsumentenpreisindex und damit die Rentenmärkte. Statistische Analysen deuteten auf eine Vorlaufzeit des Goldes gegenüber dem Rentenmarkt von etwa einem Jahr hin. Damit entsteht das Problem für Anleger, sich aufgrund des „Leverage“ - der Goldpreis reagiert empfindlicher als Anleihen auf Inflationsänderungen - frühzeitig engagieren und sich ebenso frühzeitig wieder verabschieden zu müssen.

          Wer das Gold im Depot hat, kann auf diese Weise Kursverluste bei Anleihen aufgrund einer anziehenden Inflationsrate durch Kursgewinne bei Gold ausgleichen. Allerdings dreht sich das Verhältnis um, wenn die Preisentwicklung wieder an Dynamik verliert. In diesem Moment werden dann die Anleihen wieder zulegen, während das Gold schon wieder auf der „Verliererstraße“ sein wird.

          Aber diese Risiko können man eingehen. Denn die Beimischung von Gold zum Portfolio führe aufgrund des Diversifikationseffektes zu einer besseren Risikostreuung. Gleichzeitig stelle Gold an sich an absoluter Wert dar, den das Metall im Unterschied zu anderen Finanzwerten auch halte. In absoluten Krisenzeiten sei Gold sehr wahrscheinlich auch liquider als Wertpapiere der verschiedensten Art. In diesen Sinne kann eine Beimischung von Gold zu einem Portfolio gewisse Reize haben, auch wenn Analysen solcher Art auch gerne von „Goldverkäufern“ erstellt und verbreitet werden. Die Studie von Wainwright wurde im Auftrag des Branchenverbands World Gold Council mit Sitz in London erstellt.

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