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Rohstoffe : „Gold bleibt eine attraktive Anlagemöglichkeit“

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Gold bleibt eine lohnende Investition - zumindest, solange der Dollar schwach und der Leitzins in Amerika niedrig bleibt. Diese Meinung vertritt Mark Johnson, Portfolio-Manager des USAA Precious Metals & Minerals Fund, im Interview.

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          Solange der Dollar schwach bleibt und die Federal Reserve die Zinsen niedrig hält, dürfte Gold attraktiv bleiben - das ist die Auffassung von Mark Johnson, Portfolio-Manager des USAA Precious Metals & Minerals Fund. Er prognostiziert, daß der Goldpreis im nächsten Jahr auf 435 Dollar steigen könnte. Selbst nach den jüngsten Preisanstiegen sollten die Anleger nach Johnsons Auffassung in Gold investieren, um ihr Gesamtrisiko zu verringern.

          Mark Johnson vom USAA Precious Metals & Minerals Fund erläutert im Intreview von Karyn McCormack von BusinessWeek Online, warum der schwache Dollar und die niedrigen Zinsen gut für den Goldpreis sind. Der S&P-Goldindex hat in diesem Jahr bis zum 14. November um 52 Prozent zugelegt, wohingegen der breiter angelegte S&P 500 lediglich um 19 Prozent gestiegen ist. Und in den letzten Tagen konnte sich der Goldpreis weiter verbessern - am 18. November handelte Gold bei rund 398 Dollar -, während der Wechselkurs des Dollar aufgrund einer Reihe schlechter Nachrichten - möglicher Handelskonflikt mit China, sinkende ausländische Kapitalzuflüsse sowie die anhaltende Besorgnis aufgrund der Skandale bei Investmentfonds - sank.

          Wie ist nach Ihrer Auffassung der Ausblick für Gold?

          Auf der Grundlage unserer Prognose, daß der amerikanische Dollar aufgrund der Zwillingsdefizite noch längere Zeit schwach bleiben dürfte, relativ günstig. Das Leistungsbilanzdefizit und der hohe Fehlbetrag im Staatshaushalt dürften zusammen knapp zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts entsprechen.

          Welche anderen Faktoren treiben den Goldpreis nach oben? Wie ist die Angebots- und Nachfragesituation?

          Der Hauptgrund ist meines Erachtens der Wechselkurs. Die jüngsten Entwicklungen am Anleihemarkt, insbesondere im Sommer, deuten darauf hin, daß die Inflationserwartungen ansteigen könnten. Und selbstverständlich hat die Federal Reserve erklärt, daß sie die Zinsen auf absehbare Zeit niedrig halten möchte. Dies bedeutet, daß die bereits negativen Realzinsen noch weiter sinken werden. Auch dies ist ein positiver Faktor für die Goldpreise.

          Wie wirken sich die zuletzt günstigen Konjunkturdaten aus, aufgrund derer bereits spekuliert wird, daß die Fed die Zinsen eher früher als später anheben könnte?

          Meines Erachtens haben sich die Goldpreise angesichts der Beschäftigungsdaten überraschend gut entwickelt. Angesichts der Beschäftigungs-, Produktivitäts- und BIP-Daten wäre zu erwarten, daß sich die Konjunktur spürbar erholt. Demnach sollten die Aktienkurse ansteigen, was sich negativ für Gold auswirken könnte. Dies spricht wiederum für einen stärkeren Wechselkurs, was ebenfalls ungünstig für Gold wäre. Die Goldpreise haben sich jedoch trotz der höheren Langfristzinsen im vergangenen Sommer relativ gut entwickelt, was möglicherweise auf höhere Inflationserwartungen am Anleihemarkt zurückzuführen ist.

          Und dies ist auf die Wechselkursentwicklung, das Leistungsbilanzdefizit und das Haushaltsdefizit zurückzuführen?

          Zum augenblicklichen Zeitpunkt achten die Marktteilnehmer am Goldmarkt weniger auf die jüngsten Daten, sondern stellen ganz überrascht und begeistert fest, daß sich die Fed wirklich auf niedrigere Zinsen festgelegt hat. Alan Greenspan hat dies vor kurzem noch einmal bekräftigt. Solange die Zinsen niedrig bleiben, dürfte der Bullenmarkt für Gold anhalten.

          Warum schneidet Ihr Fonds besser als die Konkurrenzprodukte und der Markt insgesamt ab?

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