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Investmentfonds : Renditen von Immobilienfonds dürften sinken

Am Potsdamer Platz in Berlin sind einige Immobilienfonds ansässig. Bild: dpa

Offene Immobilienfonds dürften angesichts großer Zuflüsse künftig weniger einbringen. Der Abstand zu Bundesanleihen ist dennoch größer denn je.

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          Die Suche nach Rendite bei gleichzeitiger Sicherheit endet für viele Anleger derzeit bei offenen Immobilienfonds. 2,3 Milliarden Euro flossen nach Angaben des Fondsverbandes BVI allein in den ersten drei Monaten in die rund zwei Dutzend Privatanlegerprodukte. Und das, obwohl Marktführer Union Investment, die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, in ihren Fonds weitgehend kein neues Geld mehr annahm. Wie viel Anlagedruck derzeit besteht, erfuhr die Fondsgesellschaft im Mai, als sie den Uni Immo Global für ein paar Tage öffnete und in den Fonds mit einem Volumen von aktuell 2,5 Milliarden Euro rund 600 Millionen Euro flossen.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          „Die hohe Liquiditätsquote belastet die Renditen, da die Fondsmanager mit realen Negativzinsen leben müssen, wenn sie das Geld der Anleger nicht gleich wieder unterbringen können“, sagt Sonja Knorr, Leiterin der Analyse von Immobilienfonds von Scope. Sie findet es daher richtig, dass Gesellschaften wie Union Investment die Mittelaufnahme stoppen oder wie die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka über Kontingente beschränken.

          Größere Vorteile gegenüber Anleihen als früher

          Auch die Deutsche Bank spürt mittlerweile einen größeren Druck bei der Anlage neuer Mittel und spricht von herausfordernden internationalen Immobilienmärkten. Offene Immobilienfonds verfügen oft über Milliarden an Anlagemitteln und bewegen sich deshalb im Bereich von Großimmobilien, der den meisten Investoren verschlossen bleibt.

          Die durchschnittliche Investitionsgröße erhöhte sich im vergangenen Jahr von 90 auf 120 Millionen Euro je Immobilie. Mittlerweile stürzen sich darauf aber auch größere institutionelle Anleger oder Anleger wie der norwegische Staatsfonds, so dass der Kampf um attraktive Objekte an Intensität zunimmt.

          Relativ gewinnen die offenen Immobilienfonds dennoch an Attraktivität. „Früher haben die Renditen offener Immobilienfonds etwa 0,5 bis 1 Prozentpunkt höher gelegen als die Renditen von Bundesanleihen“, sagt Knorr. Mittlerweile ist die durchschnittliche Rendite offener Immobilienfonds auf 2,5 Prozent gefallen, Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentieren aber nur noch mit 0,1 Prozent.

          Scope hält das Rendite-Risiko-Verhältnis der meisten Fonds nach wie vor für gut. Sechs Ratings wurden nun sogar erhöht, nur drei gesenkt. Die Mittelzuflüsse hätten zwar die Liquiditätsquoten in den Fonds auf 22,4 Prozent erhöht, und auch die steigenden Preise auf fast allen relevanten Immobilienmärkten belasteten, doch würden die Fonds mit der Situation gut umgehen.

          So werden Kredite zurückgefahren, in den eigenen Bestand investiert, neben Büros und Einzelhandel verstärkt Hotels gekauft, aber auch Projekte schon während der Bauphase übernommen und auch bei den Standorten leichte Abstriche gemacht. Im Ergebnis erhöhe dies die Risiken aber nur moderat.

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