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Reich für die Insel : Das sind die Inseln der Superreichen

Auf welchen Inseln die Reichen dieser Welt am liebsten leben Bild: Picture-Alliance

Immer mehr Multimillionäre leisten sich den Luxus einer eigenen Insel oder kaufen dort Immobilien. Die Preise für diese Traumorte steigen.

          Wer träumt nicht von der eigenen kleinen Insel, auf der man ungestört und unbeobachtet die Stille, die Natur und einfach das Leben genießen kann? Johnny Depp hat seinen Inseltraum vor zehn Jahren mit dem Kauf von „Little Hall’s Pond Cay“ auf den Bahamas wahr werden lassen. Er soll 3,6 Millionen Dollar (2,85 Millionen Euro) für die „so reine und wunderschöne“ Insel mit den sechs Stränden bezahlt haben, die Depp später nach seiner Tocher in „Lilly Rose Beach“ umbenannt hat.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der 51 Jahre alte amerikanische Schauspieler liegt damit voll im Trend. Die Bahamas in der Karibik gehören zu den 20 beliebtesten Inseln der Superreichen und rangieren hinter den Bermudas im Nordatlantik auf Platz zwei. Das ergibt eine Studie von Candy & Candy, Savills World Research und der zur Deutschen Bank gehörenden Deutsche Asset & Wealth Management. Als hochvermögend gelten Investoren - sie werden als „Ultra High Net Worth Individuals“ bezeichnet - üblicherweise, wenn sie über mehr als 30 Millionen Dollar verfügen können. Besonders beliebt unter diesen Superreichen sind auch die europäischen Kanalinseln (Rang drei) sowie die britischen Jungferninseln und Antigua in der Karibik auf Platz vier und fünf.

          „Eine private Insel ist das wohl größte Prestigeobjekt“, sagt Nicholas Candy, Vorstandsvorsitzender des Projektentwicklers Candy & Candy. „Dabei ist die finanzielle Rendite nicht die wichtigste Motivation. Diese Käufer suchen den ultimativen Rückzugsort und eine Möglichkeit, ihr Lebensumfeld selbst zu gestalten. Für sie sind Abgeschiedenheit und Privatsphäre unschätzbare Werte.“ Johnny Depp zählt offenbar zu diesen Glücklichen. Denn seine Insel gehört sogar zu denjenigen, die ihre Besitzer „unentwickelt“ lassen, wie es die Autoren der Studie nennen, die diese mit der Yacht aufsuchten und auch auf dieser wohnten. Den zweiten Ansatz, eine Privatinsel zu nutzen, verfolgt der britische Medienmogul Richard Branson mit Necker Island auf den Jungferninseln. Dabei werden zum Beispiel Luxus-Resorts errichtet, um mit der Insel Geld zu verdienen.

          Auf den Bermudas, den Inseln mit der höchsten Konzentration von Immobilien im Besitz der Superreichen, kostet eine typische Immobilie mit vier Schlafzimmern inzwischen mehr als 4 Millionen Dollar. Auf den Bahamas sind es 1,7 Millionen Dollar. Am teuersten unter den 20 beliebtesten Inseln der Reichen ist dieses Domizil übrigens mit 7 Millionen Dollar auf Saint Barthélemy (Platz 16) in der Karibik und mit 980.000 Dollar am günstigsten auf den vor der afrikanischen Ostküste liegenden Seychellen (Rang 18).

          „Freizeitinseln“ für den Viertwohnsitz

          „Die vergangenen zehn Jahre waren das Jahrzehnt der Investitionen in erstklassige städtische Immobilien, in den kommenden zehn Jahren werden wir ein zunehmendes Interesse an Inselimmobilien und dem Insel-Lifestyle sehen“, sagt Yolande Barnes vom Immobilienberater Savills World Research. Für die Reichen der Welt seien die exklusivsten und seltensten Besitztümer das Maß aller Dinge: „Die Inselimmobilie als perfekte Ergänzung zum Luxusapartment in der gefragten Metropole.“ Die Zahl der Superreichen dürfte bis 2018 um 22 Prozent zunehmen, was die Nachfrage nach alternativen Immobilien treiben werde. Wachstumsimpulse erwartet Barnes vor allem aus Asien, wo die Vermögen am schnellsten stiegen. Zunehmend sollte auch „junges Geld“ in exklusive Immobilen fließen und das untere Ende des Luxusmarktes stark wachsen lassen. Auf der Suche nach dem ultimativen Abenteuer suchten die Superreichen nach den großen Raritäten und zahlten für den Seltenheitswert bereitwillig hohe Aufschläge.

          In der Studie werden vier Kategorien von Insel-Immobilienmärkten unterschieden. Neben den exklusiven privaten Inseln gibt es die „Freizeitinseln“ für Zweit-, Dritt- oder Viertwohnsitze. „Relocation Islands“ stehen für die Verlagerung des Lebensmittelpunkts oder einen geschäftlichen Umzug. Und es gibt Inseln in der Nähe von Städten für das Inselleben mit urbanem Komfort.

          In wirtschaftlich turbulenten Zeiten könnten Inseln einen sicheren Hafen bieten, sagt Barnes. Spitzenimmobilien auf stadtnahen Inseln könnten bis zu viermal so viel kosten wie vergleichbare Immobilen auf dem Festland. Und Privatinseln gelten der Studie zufolge als das ultimative Prestigeobjekt und sind daher eher mit den Märkten für Kunst oder teure Juwelen zu vergleichen und relativ unabhängig von den übrigen Immobilienmärkten.

          Jüngstes Beispiel für die Insellust der Superreichen ist übrigens Mark Zuckerberg. Der Facebook-Gründer hat im Norden der hawaiianischen Insel Kauai zwei Grundstücke für rund 100 Millionen Dollar erworben. Auch er liegt im Trend. Hawaii liegt unter den beliebtesten Inseln auf Rang acht.

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