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Prozess um Millionenbetrug : Bewährung und Freispruch für Angeklagte

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Das Landgericht Düsseldorf hat heute sein Urteil in der Causa DM Beteiligungen AG gesprochen. Bild: dpa

Mit Hilfe eines Schneeballsystems hatte die DM Beteiligungen AG 9000 Anleger hinters Licht geführt, danach waren sie um 90 Millionen Euro ärmer. Nun wurde der ehemalige Vorstand zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

          Das Düsseldorfer Landgericht hat in einem langen Verfahren wegen mutmaßlichen schweren Anlagebetrugs bei der DM Beteiligungen AG einen ehemaligen Vorstand zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Ihm sei nachgewiesen worden, dass er ab 2003 bis zur Insolvenz 2006 das Schneeballsystem bei dem Unternehmen durchschaut habe, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Zu seinen Gunsten spreche, dass er die Ermittlungen gefördert habe. Dem Urteil ging eine Verständigung voraus. Der zweite Angeklagte, ein Steuerberater, wurde freigesprochen.

          Nach der Pleite des Unternehmens waren laut Anklage 9000 Geschädigte um 90 Millionen Euro ärmer. In dem Düsseldorfer Verfahren ging es nun um einen Schaden von 7,3 Millionen Euro. Den Anlegern waren Zinsen von 5,5 bis 7 Prozent plus Gewinnbeteiligungen beim Kauf von Inhaberschuldverschreibungen versprochen worden.

          Die Kammer kritisierte, es sei nicht nachvollziehbar, dass nicht zu einem früheren Zeitpunkt weitere Personen zur Verantwortung gezogen worden seien. Der Hauptverdächtige - ein Nürnberger Kaufmann - fehlte von Anfang an auf der Anklagebank in Düsseldorf.

          Das Verfahren gegen ihn war vorläufig eingestellt worden - mit Hinweis auf ein Verfahren zu einem noch größeren mutmaßlichen Kapitalanlagebetrug in Leipzig. Dort war er als verhandlungsunfähig eingestuft worden.

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