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Prognosen : Ein Blick zurück auf das Jahr 2007

  • Aktualisiert am

Jim O'Neill von Goldman Sachs Bild: Jim O'Neill

In den vergangenen Tagen zeichnete sich die Medienlandschaft durch Ausblicke aller Art auf das gerade begonnene Jahr 2007 aus. Jim O'Neill, Chefvolkswirt von Goldman Sachs, steuerte einen Rückblick mit ironischem Unterton bei.

          In den vergangenen Tage zeichnete sich die Medienlandschaft durch Ausblicke auf das gerade begonnene Jahr 2007 aller Art aus. Jim O'Neill, Chefvolkswirt von Goldman Sachs, steuerte in weiser Voraussicht einen Rückblick bei. Der ironische Unterton ist kaum zu überlesen:

          Januar

          Am 2. Januar gibt ein Konsortium aus Private-Equity-Gesellschaften ein Übernahmeangebot für den Internationalen Währungsfonds (IWF) ab. Der Konsortialführer GURUINK teilte mit, daß er den IWF für sehr günstig bewertet halte. Er hoffe, daß es bei einer erfolgreichen Übernahme gelänge, den schlafenden Riesen zu wecken, so daß er wieder aktiver in die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte eingreifen könne. "Mit etwas Glück könnten großzügigere IWF-Kredite und andere IWF-typische Entscheidungen zu der einen oder anderen Marktturbulenz führen. Unsere Freunde aus der Hedge-Fonds-Branche würden dies begrüßen." Außerdem gab eine Gruppe internationaler Banken bekannt, daß sie eine neue Währung namens YOUROYON entwickelt habe, die auf die Bedürfnisse von Makro-HedgeFonds zugeschnitten sei. Ihre Einzigartigkeit bestünde darin, mit einer Abwertungsgarantie versehen zu sein - gegen eine kleine Gebühr, versteht sich. Mit der Einführung der neuen Währung stieg der Euro-Yen-Wechselkurs auf ein neues Rekordhoch von 161 Yen. Aus Frankreich hieß es, daß man die Währungsentwicklung auf dem G-7-Gipfel im Frühjahr erörtern wolle und - falls das Ergebnis nicht zufriedenstellend sei - einen Austritt aus der Europäischen Währungsunion und die Einführung des YOUROYON als neue französische Währung in Betracht ziehe. In der englischen Premier League beginnt Manchester United das neue Jahr mit einem Vorsprung von drei Punkten gegenüber Chelsea. Chelseas Trainer José Mourinho erklärte, daß zusätzliche Spieler gekauft werden müßten, um wettbewerbsfähig zu sein.

          Februar

          Finanziell gestärkt durch die hohen Erträge aus ihren YOUROYON-Short-Positionen im Januar, macht ein Konsortium aus Hedge-Fonds ein Gegenangebot für den IWF. Man habe die Absicht, den Internationalen Währungsfonds zu transparenteren Aussagen über den Zustand vieler Volkswirtschaften und Märkte anzuhalten. Außerdem forderte das Konsortium den IWF auf, einen Bericht darüber zu verfassen, ob der YOUROYON als weltweite Gemeinschaftswährung eingeführt werden könne. In Frankfurt wurde ein neuer Emerging-Market-Aktienfonds mit dem Namen BRAG (Brasilien, Rußland, Afrika und Germany) aufgelegt. Der Fondsprospekt bezeichnet Deutschland als das neue China und weist darauf hin, daß eine Kombination aus Investitionen in Deutschland, Afrika und zwei BRIC-Ländern besonders attraktiv für Privatanleger sei. Der deutsche Einzelhandelsverband gab bekannt, daß deutsche Einzelhandelsgeschäfte jetzt gesetzlich verpflichtet seien, nicht nur sonntags, sondern rund um die Uhr zu öffnen. Im englischen Fußball liegt Manchester United nun mit fünf Punkten Vorsprung an der Spitze der Premier League. Chelsea denkt darüber nach, Arsenal eine Fusion vorzuschlagen.

          März

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