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Private Equity : Private Equity macht der eigene Erfolg zu schaffen

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Buyoutfonds und Wagniskapitalgesellschaften erfreuen sich immenser Mittelzuflüsse. Doch langsam haben sie ein Problem: Wohin mit dem Geld?

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          Im ersten Quartal 2005 haben Buyoutfonds und Wagniskapitalgesellschaften rund 37 Milliarden Euro an Anlegergeldern eingesammelt. Und die Angebote werden zahlreicher und die Summen immer größer.

          Letzten Monat begann CVC Capital Partners, Gelder für einen fünf Milliarden Euro schweren Buyout-Fonds einzusammeln. Im April legte Goldman Sachs einen Fonds im Volumen von 8,5 Milliarden Dollar auf. Ein noch größeres Volumen plant Tony James, Präsident der Blackstone Group, die einst Celanese gekauft und mit Erfolg wieder verkauft hat.

          Daß die Branche gut bei Kasse ist, zeigt sich auch an ihren Investments. Aich hier werden die Summen immer größer. Im März willigte SunGard Data Systems ein, für 10,4 Milliarden Dollar von einer Investorengruppe übernommen zu werden. Kurzum: Es fließen Unsummen und die Investoren verdienen gut daran. Beispiel Mariner Energy: Der einst zu Enron gehörende Öl- und Gasversorger wurde im April von der Carlyle Group und Partnern an die Börse gebracht - für das Dreifache des Betrags, der 13 Monate zuvor in Mariner Energy investiert worden war.

          Erfolgsstrecke könnte zu Ende gehen

          Bei solchen Summen ist es kein Wunder, daß immer mehr Anleger in diese Fonds investieren wollen. Zumal sich die Gewinne nicht auf einige wenige Transaktionen beschränken, wie eine Untersuchung von McKinsey zeigt. Die Beratungsgesellschaft beziffert die Renditen von 1986 bis 2003 an den europäischen Aktienbörsen auf jährlich 12,3 Prozent und die von Private-Equity-Investments auf 19 Prozent. Das obere Viertel der Buyout-Fonds brachte es sogar auf mindestens 23 Prozent.

          Aber so langsam stellt sich für die Fonds die Frage: Wohin mit dem vielen Geld? „Es ist offensichtlich so: Je flüssiger das System ist, desto härter wird auch der Wettbewerb“, sagt Keith Arundale, Partner bei PricewaterhouseCoopers in London. „Trotzdem scheinen den Transaktionen der Buyout- Fonds keine Grenzen gesetzt.“

          Hinter Rauch und Spiegeln versteckt

          In den letzten fünf Jahren waren die Rahmenbedingungen gut: historisch niedrige Zinsen, eine Weltwirtschaft ohne längere Schwächeperioden. Für Investoren, die mit geliehenem Kapital Unternehmen mit stabiler Ertragslage kaufen, konne es nicht besser laufen. Die Frage ist, ob es dabei bleibt. Höhere Zinsen und schwächeres Wachstum werden es in der zweiten Hälfte des Jahrzehntes erschweren, gleich hohe Renditen zu erzielen. Buyout-Gesellschaften etwa, die in britische Einzelhändler investierten, dürften kalte Füße bekommen, weil die Verbraucher derzeit weniger ausgeben.

          Viele Vermögensverwalter haben sich auch von den hohen Renditen der Buyout-Branche verleiten lassen. Sicher ist derzeit dort mehr zu holen ist als am Aktienmarkt. Aber das kann sich wieder ändern. Und was, wenn es an talentierten Buyout-Managern fehlt? „Durch ihren privaten Charakter hat Private Equity eine schlechte Performance hinter Rauch und Spiegeln versteckt“, sagt Jeremy Coller, Gründer von Coller Capital in London. Daß die Branche heute zu flüssig ist, werden die Investoren doch vielleicht schon bald erkennen müssen, und zwar dann, wenn die Renditen sinken.

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