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Anlegen im Indexfonds : Komplettdepots für kleines Geld

  • -Aktualisiert am

Deutsche Börse in Frankfurt: ETF ist ein Fond, der sich am Index orientiert. Bild: Reuters

Portfolio-ETF sind für Privatanleger eine preiswerte Alternative zu aktiv verwalteten Fonds. Einfacher geht ein systematischer Aufbau eines professionell gestreuten Vermögens kaum.

          Glaubt man einschlägigen Autoren, gilt für Normalverbraucher bei der Vermögensanlage und beim Golfen ein Grundsatz: Fehler vermeiden! Das ist plausibel. Denn wer als Amateur über ferne Wasser unbedingt aufs Grün will, hat schnell den Ball und sein Ergebnis versenkt. Genau wie der Anleger, der unbedingt mit einer einzigen Aktie schnell ein Vermögen machen möchte. Gebremster Ehrgeiz und Fehlervermeidung sind so etwas wie bewährte Erfolgsregeln. Das Problem für Anleger: Es gibt ziemlich viele Möglichkeiten, Fehler zu machen.

          Man kann zum Beispiel sein Geld auf einem Konto bei Magerzinsen um null Prozent hungern lassen, was jenseits der Rücklagen für die Not oder die nächste Reise wirklich nicht sein muss. Jede Bundesbankstatistik zeigt aber, dass genau dies eine ungemein verbreitete Anlageform ist. Und schon ist der Fehler gemacht.

          Der Anleger kann sich auch einem freundlichen Helfer der ortsüblichen Bank oder Sparkasse anvertrauen. Dieser Mensch wird sicher eine Anlagemöglichkeit finden. Das sind dann aber oft so teure Dinge wie aktiv verwaltete Fonds, Lebensversicherungen oder Bausparverträge. Und in all diesen Fällen gehen vom Ersparten viele Prozent für den Rat verloren. Nicht nur als Provision beim Verkauf, sondern auch regelmäßig in den Jahren danach, wenn das Geld für den Anleger arbeiten soll. Auch diese Vermögensanlage ist oft mehr als ein bisschen falsch.

          Selbstmanagement des Vermögens

          Und dann gibt es die Möglichkeit, sein Vermögen selbst zu managen. Das geht zeitgemäß zum Beispiel mit Hilfe der diversen Rechner im Internet. Die wollen zuerst wissen, wie viel Geld man anlegen möchte, fragen nach der Einstellung zum Risiko, fordern ein paar Häkchen ein - und präsentieren im Handumdrehen ein komplettes Depot. Manchmal mit geeigneter Barreserve, meist mit einem schlichten Zuschnitt, gelegentlich mit ein paar pfiffigen Zutaten, häufig als Mischung einiger ETF. Das sind die Exchange Traded Funds, spezielle Investmentfonds, die nicht von Fondsmanagern geführt werden, sondern ziemlich stur einen von Tausenden Indizes der Finanzwelt abbilden. Mit diesen ETF lässt sich zu Kostensätzen um 0,3 Prozent in alles und jedes investieren. Günstiger geht es nicht, deshalb sind auch die institutionellen Anleger große Freunde der ETF. Für sich, wohlgemerkt. Im Verkaufsgespräch finden sie aktiv verwaltete Fonds viel, viel besser.

          Und verkauft wird immer. Auch bei den freundlichen Beratungsmaschinen im Internet, die ihren Rat meist mit der Einladung beenden, nun das ganze Paket zu bestellen. Das muss natürlich nicht sein. Man kann das vorgeschlagene Depot auch als Anregung nehmen und sich selbst organisieren. Das kann bei richtigem Einsatz der ETF unschlagbar kostengünstig werden, macht aber auch Arbeit - bei der Anlage und in der Zeit danach. Der große Kostenfehler ist aber vermieden.

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