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Anlegen im Indexfonds : Komplettdepots für kleines Geld

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Und dann gibt es auch noch die bequemen Mischfonds. Das sind in der Regel aktiv verwaltete Fonds, in die ihre Manager je nach Ausrichtung Aktien von da und dort, festverzinsliche Wertpapiere aller Schattierungen und manchmal auch ein paar Rohstoffe und anderes packen. Theoretisch passt da schon viel: Das Vermögen wird kunstvoll und breit gestreut, und der Anleger muss sich nicht weiter kümmern. Und das alles mit einem einzigen Wertpapier. Praktisch kann sich aber auch das schnell zum Fehler ausweiten, wenn sich die Manager der Mischfonds ihren Fleiß mit zwei oder noch mehr Prozent des Vermögens pro Jahr vergüten lassen. Die gehen dann von jeder Ernte, die der Fonds einfährt, ab. Das Ergebnis ist meist mies.

Und wenn die Fondsmanager statt Aktien und Schuldverschreibungen kostengünstige ETF zusammenrühren? Dann wird aus dem Mischfonds ein Dachfonds. Die gibt es schon ziemlich lange und sogar bei den Banken und Sparkassen, denen das Wort ETF ansonsten nur schwer über die Lippen kommt. Das Problem fast aller dieser Fonds ist in der Regel das bekannte: Irgendwo verdunsten beim Zusammenrühren die Kostenvorteile der ETF, und heraus kommt der gefürchtete Kostensatz vieler aktiv verwalteter Mischfonds. Zuviel in der gegenwärtigen Zinslandschaft und deshalb wieder nicht richtig.

Fonds mit Indexbestimmung

Aber es gibt noch eine Möglichkeit, mit einem einzigen Wertpapier ein komplettes Portfolio unterschiedlicher Anlagen zu kaufen. Und das auch noch in Form eines ETF zu vergleichsweise niedrigen Kosten. Diese ETF sind noch nicht sehr weit verbreitet und tragen schillernde Namen wie Portfolio Total Return, Multi Asset Portfolio oder Vermögensstrategie. Die Namen sind dabei ein bisschen Programm: Diese ETF bieten eine weltweite Vermögensanlage in unterschiedliche Anlageklassen ganz so wie die aktiv verwalteten Fonds: Aktien, Festverzinsliche, Rohstoffe, Geld und andere Feinheiten. Der Unterschied: Hier bestimmt kein Fondsmanager, was in den Fonds gepackt wird, sondern ein Index. Der wiederum ist ein kunstvoll entwickeltes Konstrukt, das nicht einem, sondern vielen Märkten folgt. Oder einer bestimmten Anlagestrategie auf vielen Märkten. Manchmal sind diese Indizes gar keine echten Finanzindizes im Sinne der Aufsicht, aber das stört nicht weiter. Diese ETF tragen ihre Namen zu Recht, sie folgen stur der Entwicklung ihrer Zielmärkte und Strategien, sie werden an der Börse gehandelt und sie sind relativ kostengünstig.

Die Portfolio-ETF fassen erst langsam am Markt Fuß. Das mag damit zu tun haben, dass sie für institutionelle Anleger kaum geeignet sind. Die Profis gebieten über große Vermögen und bestimmen die Struktur ihrer Vermögen selbst. Portfolio-ETF sind dagegen etwas für Privatanleger, weil es die praktischen Komplettdepots auch für kleinere Beträge gibt. Die meisten Portfolio-ETF sind konsequenterweise auch sparplanfähig. Einfacher geht ein systematischer und recht kostengünstiger Aufbau eines professionell gestreuten Vermögens kaum.

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