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Börsenaufsicht ermittelt : Pimco soll Fondspreise manipuliert haben

  • Aktualisiert am

Pimco-Gründer Bill Gross Bild: Reuters

Die Fondsgesellschaft Pimco, eine Tochter der Allianz, hat womöglich die Anteilspreise eines Rentenfonds verfälscht und so höhere Gewinne ausgewiesen.

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          Die Fondsgesellschaft Pimco, die zur deutschen Allianz gehört, hat Ärger mit der Börsenaufsicht SEC. Der Vorwurf: Pimco soll die Rendite eines börsengehandelten Rentenfonds‘verfälscht haben. Das berichtet das “Wall Street Journal”. Der „Total Return ETF“ mit einem Volumen von 3,6 Milliarden Dollar soll Investments zu Rabattpreisen bekommen haben, deren Wert aber höher angesetzt haben. Damit hätte die Gesellschaft schnelle Wertzuwächse ausgewiesen, tatsächlich wären aber nur Abweichungen bei der Bewertung bestimmter Investments am Anleihemarkt ausgenutzt worden. Dies könnte als Irreführung der Anleger gewertet werden.

          Der Fonds war im März 2012 aufgelegt worden und kopiert die Strategie eines aktiv verwalteten Investmentfonds der Gesellschaft. Es handelt sich also nicht um einen passiven Indexfonds. Der ETF zielt auf wenig kapitalmarktaffine Privatanleger. Seitdem ist der Wert laut Ausweis der Gesellschaft um 16 Prozent gestiegen, während der Vergleichsindex nur 5,6 Prozent zugelegt hat. Für das laufende Jahr weist Pimco einen Wertzuwachs von 5 Prozent aus, der Index kommt auf 4,1 Prozent.

          Pimco beteure, in der, der Öffentlichkeit bisher nicht bekannten Angelegenheit mit der SEC zu kooperieren, hieß es. Man sei der Überzeugung, dass die eigene Preisberechnung angemessen sei und den Branchenstandards entspreche. Die SEC prüfe derzeit umfassend, ob Investmentfonds Vermögenswerte akkurat und gerecht bewerten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die Wertpapieraufsicht.

          Für Pimco sind die Vorwürfe schwerwiegend. Die Gesellschaft steht schon an anderen Fronten unter Druck. Nach Fehlern in der Anlagestrategie hatten sich Anleger massenhaft aus dem seinerzeit größten Rentenfonds der Welt des Unternehmens zurück gezogen. Allein in diesem Jahr haben Kunden 25 Milliarden Dollar daraus abgezogen, rund ein Zehntel des angelegten Geldes. Anfang des Jahres trennte man sich vom designierten Nachfolger des Star-Managers Bill Gross, Mohamed El-Erian. Dieser nennt dafür aber nicht ein Zerwürfnis mit Gross als Grund, sondern der Wunsch mehr ein guter Vater zu sein als ein guter Investor.

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