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Performance-Analyse : China und seine Vorhöfe

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Korea - einer der Hoffnungsträger im südostasiatischen Raum Bild: dpa

Gut 16 Prozent plus seit Jahresbeginn kann der Fonds „UniEM Fernost“ vorweisen. In nächster Zeit setzt das Management auf die Profiteure des Booms in China.

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          Profianleger wie Fondsmanager schwärmen zunehmend von den wirtschaftlichen Perspektiven Chinas. „Als bevölkerungsreichster Staat dieser Welt hat das Land ein enormes Wachstumspotenzial. Der Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO - voraussichtlich bis Jahresende - wird sich positiv auf die Wirtschaft auswirken“, glaubt Fondsmanagerin Monika Friedl.

          Für ihren Arbeitgeber, die genossenschaftliche Union Investment, verwaltet sie den „UniEM Fernost“ und erreichte seit Jahresbeginn trotz der weltweiten Börsen-Baisse einen Wertzuwachs von mehr als 16 Prozent.

          China „konjunktureller Anker“ der Region

          Auch für sie ist China der konjunkturelle und Börsen-Anker der südost-asiatischen Länder außerhalb Japans. Den größten Teil, nämlich mehr als 60 Prozent des 183 Millionen Euro mittelgroßen Aktienfonds, hat Friedl in China und der Nachbarschaft Hong Kong, Südkorea sowie Taiwan investiert. Für Hong Kong-Titel spreche die unmittelbare Nähe zur Volksrepublik, betont die Union-Expertin. Zahlreiche Unternehmen aus der ehemaligen Kronkolonie hätten es einfacher als andere, in China zu investieren.

          Profitieren werde wohl auch Südkorea. Die Börse in Seoul sei aber ein vergleichsweise schwankungsintensiver Markt. Alles in allem scheint Friedl ausgesprochen positiv gestimmt für südkoreanische Risikopapiere: „Dort sind sehr viele Unternehmen niedrig bewertet. Wir sehen daher erhebliches Potenzial und glauben, dass der bekannte Börsen-Index Kospi bis Jahresende deutlich anziehen wird.“ Als größtes Risiko müsse man die Entflechtung der koreanischen Konglomerate sehen. Dieser mache zwar Fortschritte, werde aber nicht so schnell wie gewünscht vorangetrieben.

          Zurückhaltend gegenüber Taiwan

          Momentan zurückhaltend, trotz der Nähe zur Volksrepublik China, zeigt sich Friedl gegenüber Taiwan-Aktien. Wegen der High-Tech-Dominanz sei man dort sehr stark abhängig von der US-Konjunktur. Deshalb habe sich das Fondsmanagement frühzeitig von einigen Werten getrennt und wartet darauf, das sich die amerikanische Wirtschaft wieder erholt. „Erhebliches Potenzial sehen wir nach wie vor in den wegen der vergangenen Asien-Krisen zurückgebliebenen Volkswirtschaften Thailands und Indonesiens“, wertet die Fondsmanagerin die weiteren Perspektiven von zwei Rand-Staaten. In Thailand sieht sie deutliche Fortschritte bei der Lösung des Bankenproblems. Für Indonesien spreche der Rückhalt, den die neue Präsidentin Megawati in der Bevölkerung genieße.

          In den vergangenen Wochen hat Monika Friedl den Anteil von Börsen mit High-Tech-Dominanz deutlich verringert. So wurde das Engagement beim südkoreanischen Chip-Produzenten Samsung Electronics wegen der schwachen Nachfrage nach und dem Preisverfall bei DRAM Speicherchips abgebaut.

          China Petroleum, China Mobile und Shinsegae favorisiert

          Zu Friedls Favoriten zählen momentan China Petroleum & Chemical, die von einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in China profitieren sollen. Vergleichbares gelte für die in Hong Kong ansässigen China Mobile. „Eine stetige Einkommensverbesserung in der Bevölkerung dürfte dem Telekom-Sektor in China weiteren Auftrieb verleihen“, glaubt Friedl. Angetan hat es ihr auch die koreanische Einzelhandelskette Shinsegae Department Stores, die vom starken Konsumverhalten im Heimatland profitieren dürfte. Zwar habe sich der Wert in den vergangenen Monaten bereits gut entwickelt, stellt Friedl fest. „Aber er hat nach unserer Einschätzung noch Potenzial nach oben, weil wir derzeit keine Anzeichen für ein Nachlassen des privaten Konsums sehen“, begründet die Fondsmanagerin ihre Treue zu dem Unternehmen.

          Die wichtigsten Daten: Anleger kaufen den im Oktober 1994 aufgelegten Fonds unter der Wertpapier-Kennnummer 973 820 zum Ausgabeaufschlag von fünf Prozent. Die jährliche Verwaltungsvergütung beträgt 1,5 Prozent. Die Fondsgesellschaft akzeptiert Minibeiträge von 100 Mark oder 50 Euro bei der Einmalanlage sowie Sparpläne.

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