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Neuemissionen : Börsengänge: Glücksbringer für die Finanzmärkte 2007

  • -Aktualisiert am

Spielt Toys 'R' Us 2007 wieder an der Börse mit? Bild: AP

Bei den Neuemissionen neigt sich ein heißes Jahr dem Ende entgegen, doch glaubt man den Analysten, gewinnt der Markt in den kommenden zwölf Monaten vielleicht noch mehr an Dynamik.

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          Trotz aller Faszination, die sie auf die Anleger ausüben, sind Börsengänge nach wie vor eine der riskantesten Angelegenheiten. Auch wenn Geschäftsmodell und Management eines Unternehmens solide erscheinen, so läßt sich nicht mit Sicherheit prognostizieren, wie es einem Neuling auf dem Aktienmarkt ergehen wird.

          Nach einer regelrechten Flut von Börsengängen im Dezember scheinen Anleger, die auf Börsengänger gesetzt haben, das große Los gezogen zu haben, und nach Ansicht der Analysten könnten Neuemissionen auch im kommenden Jahr für Wirbel sorgen.

          Deutlich höheres Emissionsvolumen 2006

          Da sich der Dow Jones Industrial Average Index in der Woche vom 11. Dezember in der Nähe eines Allzeithochs bewegte, waren Neuemissionen weiterhin heiß begehrt. Nach Aussage des amerikanischen Informationsdienstleisters Dealogic wurden in jener Woche achtzehn Börsengänge im Gesamtwert von 2,9 Milliarden Dollar notiert. Nach einem zu erwartenden Rückgang über die Feiertage, so die Analysten, könnten die guten Zeiten weit bis ins Jahr 2007 hineinreichen, da eine ganze Reihe an Unternehmen Kurs auf die Börse nimmt und ein hohes Maß an Liquidität wohl auch künftig für gute Stimmung sorgen wird.

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          Bis zum 15. Dezember registrierte die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (SEC) für das Jahr 2006 insgesamt 202 Börsengänge, was in etwa dem Wert des Vorjahres entspricht. Diese brachten 2006 jedoch im Durchschnitt 220,8 Millionen Dollar aufs Parkett, im Vergleich zu 183 Millionen im Jahr 2005.

          „Erwartungsgemäß wird es wohl im ersten Quartal so weitergehen“, meint Jody Drulard, Geschäftsführer von Dealogic. Die derzeitigen Neuemissionen bewegen sich preislich „in einem äußerst wünschenswerten Bereich“, fügt er hinzu. Am ersten Tag des Börsengangs kommt es zu einem Kursanstieg von neun bis zehn Prozent. Diese Steigerungen dauern während der Bindungsfrist an, bevor die Unternehmensinsider ihre Aktien verkaufen können. Die genannten Zahlen beinhalten keine „Blind Pools“, bei denen sich die Gründer Geld an der Börse holen und erst danach entscheiden, wie der Geschäftszweck des Unternehmens sein wird.

          Technologie im Blickpunkt

          „Verglichen mit den vergangenen Jahren ist der Rückstand noch immer ziemlich groß“, fährt Drulard fort. Seiner Ansicht nach werden aus fremdfinanzierten Übernahmen (LBOs) resultierende Börsengänge den Markt auch künftig antreiben. Dennoch mahnt er zur Vorsicht, da die Prognose stark von stabilen Zinssätzen und anderen gesamtwirtschaftlichen Faktoren abhänge. „Wenn noch weitere mit hohem Fremdkapitalanteil finanzierte Übernahmen den Neuemissionen vorangehen, sagt er, „kann man davon ausgehen, daß sich der LBO-Markt allmählich ganz nach oben bewegt.“

          Nach Ansicht von Paul Bard, Vizepräsident des Analysedienstes Renaissance Capital, könnten einige der vielversprechendsten Deals weiterhin aus dem Technologiesektor hereinströmen, wie beispielsweise bei den jüngsten erfolgreichen Börsengängen von Riverbed Technology und Acme Packet. Unter diesem Gesichtspunkt sollten Anleger seiner Meinung nach die bevorstehenden Börsengänge von Veraz Networks und Mellanox Technologies verfolgen, aber auch solche Unternehmen im Auge behalten, die noch keinen Börsengang angemeldet haben, dies aber möglicherweise tun könnten, etwa Force10 Networks und NetSuite.

          Im Frühstadium

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