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Neue Strategie : Der lange Weg der Deutschen Bank zur Weltspitze

Soll und Haben: Die Türme der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Europäischen Zentralbank EZB Bild: Frank Röth

Die Deutsche Bank ist im internationalen Vergleich weit abgeschlagen. Aber das soll nicht so bleiben, am Freitag entscheidet der Aufsichtsrat über eine neue Strategie.

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          Der Aktienkurs ist für den Ko-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Anshu Jain, das Maß aller Dinge. So dürfte es auch der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner sehen. Beide sind gelernte Investmentbanker, und für sie ist das Markturteil entscheidend. Mit der Kursentwicklung am Mittwoch können sie zufrieden sein. Die Aktie der Deutschen Bank verteuerte sich gegen den Markttrend um 1,5 Prozent auf 31,48 Euro und war damit einer der besten Werte im Dax.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch das ist kein Trostpflaster, wenn man auf die Weltrangliste der im Börsenwert führenden Banken blickt. Hier liegt die Deutsche Bank mit 43 Milliarden Euro auf einem enttäuschenden 46. Platz. Die amerikanische Wells Fargo kommt auf 260 Milliarden Euro und JP Morgan auf 215 Milliarden Euro. Damit können weder Jain noch Achleitner zufrieden sein. Deshalb arbeiten sie seit Monaten an einer neuen Strategie, über die der Aufsichtsrat an diesem Freitag entscheiden soll.

          Seit einigen Tagen zeichnet sich die Lösung der abgespeckten Universalbank ab. Dann bliebe die Abspaltung des gesamten Filialgeschäfts und die Schaffung einer Unternehmerbank mit Investmentbanking, Großkundengeschäft und Vermögensverwaltung aus. Einige Investoren dürfte enttäuscht sein, wenn der Vorstand den weniger radikalen Weg, also nur Verkauf der Postbank und Kürzungen in den restlichen Bereichen, einschlagen will. Nach einer Umfrage des britischen Analysehauses Autonomous unter 49 Investoren ist fast die Hälfte für die Aufspaltung.

          Nur 29 Prozent bevorzugen die Variante mit dem Postbank-Verkauf. Noch enttäuschender: Nur jeder zehnte Investor glaubt, dass die Strategiesuche der beiden Vorstandsvorsitzenden Jain und Jürgen Fitschen zum besten Ergebnis führen wird. Trotzdem liegt die Aktie der Deutschen Bank in diesem Jahr mit 25 Prozent im Plus. Ein wichtiger Grund dafür ist die strategische Neuausrichtung. Die Debatte über einen Verkauf der Postbank begann Mitte Dezember, als die Deutsche-Bank-Aktie weniger als 25 Euro kostete.

          Rechtsstreitigkeiten kosten 1,5 Milliarden Euro

          Dass die Anleger dem deutschen Filialgeschäft wenig zutrauen, zeigen die Analystenkommentare von Morgan Stanley und JP Morgan. Gleichwohl bleiben die Rechtsrisiken eine den Aktienkurs belastende Sorge. An diesem Donnerstag könnte ein wichtiges Kapitel geschlossen werden. Wie in einem Teil der Mittwochausgabe berichtet wurde, wird der Vergleich mit den britischen und amerikanischen Aufsichtsbehörden in der Affäre um manipulierte Referenzzinsen wie etwa dem Libor erwartet. Die Strafe in der Zinsaffäre soll die bislang höchste sein und damit über dem 1,5 Milliarden Dollar teuren Vergleich der Schweizer Großbank UBS liegen.

          Am Mittwochabend gab die Deutsche Bank bekannt, dass sie im ersten Quartal für Rechtsstreitigkeiten 1,5 Milliarden Euro aufwenden musste. Das war doppelt so viel wie Analysten erwartet hatten. Offenbar hatte die Deutsche Bank für die Libor-Strafe noch nicht ausreichend vorgesorgt. Nun hat sie für Rechtsrisiken insgesamt 4,7 Milliarden Euro zurückgestellt. Mit dem Libor-Vergleich wäre das größte Rechtsrisiko für die Bank wohl abgeschlossen. Trotz dieser Kosten wird die Deutsche Bank im ersten Quartal nach eigenen Angaben einen Gewinn ausweisen.

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