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Neue Gesetze : Vor den Festtagen an die Versicherung denken

Für Anleger gilt es zum Jahreswechsel einiges zu beachten Bild: Marcus Kaufhold

Zum Jahresende ballen sich die Termine und viele Fristen laufen aus. Wer Geld sparen will, muss womöglich noch handeln. Zum Jahr 2011 ändern sich einige Gesetze. Ein Überblick.

          3 Min.

          Am Jahresende ballen sich die Termine und Pflichten: Weihnachtsgeschenke müssen besorgt, Adventsfeiern absolviert und die Festtagsmahlzeiten vorbereitet werden. Zudem laufen Ende des Jahres aber auch viele Fristen aus, die Versicherungskunden einhalten müssen, um bestimmte Ansprüche einzufordern. Und am Jahresanfang treten neue Gesetze in Kraft, die sich auf den Versicherungsschutz auswirken.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Private Krankenversicherung: Die einschneidendste gesetzliche Änderung betrifft Arbeitnehmer, die mehr als 49.500 Euro im Jahr verdienen. Sie können schon nach einem Jahr von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Zuvor hätten sie drei Jahre warten müssen, und die Verdienstgrenze lag um 450 Euro höher. Da ein späterer Wechsel zurück in eine gesetzliche Kasse nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen möglich ist, sollten sich Kunden vorab sehr intensiv beraten lassen.

          Autoversicherung: Zum 1. Januar wird der Großteil der Versicherungsverträge fällig. Wer im vergangenen Jahr Unfälle verursacht hat, wird in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft und verliert den Anspruch auf einen Rabatt. Um das zu verhindern, können sich Kunden von ihrem Versicherer ausrechnen lassen, ob es günstiger für sie ist, kleinere Schäden selbst zu begleichen. Wie der Autofahrer eingestuft wird, hängt nicht von der Höhe des Einzelschadens, sondern von der Zahl der selbstverursachten Unfälle ab.

          Bis zum Jahresende müssten sie diejenigen Schäden melden, für die sie selbst aufkommen möchten, um nicht zurückgestuft zu werden. Verpassen sie diesen Termin, können sie noch ein halbes Jahr, nachdem der Versicherer ihnen die Höhe des Schadens mitgeteilt hat, die Kosten begleichen. Dann müssen die Kunden aber zusätzlich die zu viel gezahlten Beiträge seit Jahresbeginn zurückfordern.

          Ursprünglich schon zum Jahresanfang wollte die Bundesregierung die Möglichkeit schaffen, für mehrere Autos ein Wechselkennzeichen zu nutzen, wenn sie nicht gleichzeitig im Einsatz sind. Nach den letzten Informationen aus dem Bundesverkehrsministerium sollen diese Kennzeichen nun erst zur Jahresmitte kommen. Autofahrer könnten dann bis zu drei Fahrzeuge damit versehen und benötigen dann nur eine Haftpflichtpolice. Kunden mit mehreren Autos könnten dann möglicherweise Prämien sparen.

          Private Rentenversicherung: Rentner, die Leistungen aus einer privaten Rentenversicherung erhalten, haben unter Umständen in der Vergangenheit zu hohe Beiträge an ihre Krankenkasse gezahlt. Das ist dann der Fall, wenn diese Kunden eine betriebliche Altersversorgung hatten, diese dann aber nach einem Arbeitgeberwechsel als private Versicherung weiterlaufen lassen haben. Auf den Anteil ihrer Rente, der privat finanziert war, müssen sie nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom September keinen Beitrag mehr an die Krankenkasse zahlen. Die zu viel gezahlten Beiträge aus dem Jahr 2006 können wegen der Verjährungsfrist von vier Jahren nur noch bis zum 31. Dezember zurückgefordert werden. Dazu müssen die Versicherten bei ihrer Kasse einen Antrag stellen. Gleichzeitig sollten sie sich von dem Versicherer, der ihre private Rente auszahlt, eine Bescheinigung ausstellen lassen, wie hoch der Anteil aus der betrieblichen und wie hoch der aus der privaten Versicherung ist, um sie der Krankenkasse als Beleg vorlegen zu können.

          Riester- und Rürup-Rente: Die inzwischen mehr als 14 Millionen Kunden mit Riester-Verträgen müssen bis Ende des Jahres einen Antrag stellen, um die staatliche Zulage zu erhalten, wenn diese höher ist als die steuerliche Ersparnis. Die Anträge erhält man bei seinem Versicherer, über den man ihn an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen leitet. Ende dieses Jahres entfallen Ansprüche aus dem Jahr 2008. Mit einem Dauerzulagenantrag erspart man sich die jährliche Meldung. Dieser muss nur noch geändert werden, wenn sich die Förderbedingungen ändern, beispielsweise weil ein Kind geboren wurde. Planmäßig wird zum Jahresbeginn der Anteil an den Beiträgen der Rürup-Renten erhöht, der steuerlich absetzbar ist. Statt 70 können künftig 72 Prozent der Prämien angerechnet werden.

          Prämienzahlungen: Wer seine Prämien monatlich oder vierteljährlich einzahlt, muss bei vielen Versicherern einen Ratenzuschlag zahlen – von bis zu 5 Prozent auf die Jahresprämie. Stellt er rechtzeitig vor der Fälligkeit seines Vertrages auf Jahreszahlungen um, kann er damit Prämien einsparen oder bei Sparverträgen seine Ablaufleistung deutlich steigern. Das Vergleichsportal Financescout 24 hat errechnet, dass sie sich für eine Kapitallebensversicherung mit einer Laufzeit von 25 Jahren um gut einen Jahresbeitrag erhöht. Wer jährlich 1200 Euro einzahlt, bekomme durch die Umstellung zwischen 1200 und 1400 Euro mehr ausgezahlt.

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