https://www.faz.net/-gv6-7pmdv

Nach dem Fall Prokon : Mehr Schutz auf dem „Grauen Kapitalmarkt“

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Bundesjustiz- und Verbraucherminister Maas und Bundesfinanzminister Schäuble wollen den „Grauen Kapitalmarkt“ stärker kontrolieren.

          1 Min.

          Der „Graue Kapitalmarkt“ wird künftig strenger kontrolliert. Darauf haben sich Bundesjustiz- und Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) sowie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geeinigt. Die beiden Ressortchefs stellten am Donnerstag Morgen in Berlin gemeinsam ihre Pläne vor. Sie sind nicht zuletzt eine Reaktion auf die Pleite des Windkraftbetreibers Prokon: Rund 75.000 Anleger hatten dort sogenannte Genussscheine gekauft und haben damit Schiffbruch erlitten. Zum „Grauen Kapitalmarkt“ zählen außerdem vor allem Beteiligungen an geschlossenen Fonds, mit denen etwa Immobilien, Frachtschiffe oder Kinofilme finanziert werden: Kapitalgeber werden mit überdurchschnittlichen Zinssätzen angelockt, gelten aber als Mitunternehmer und müssen bei Verlusten im Extremfall sogar noch Geld nachschießen.

          Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) erhält zusätzlich die Aufgabe, den „kollektiven Anlegerschutz“ durchzusetzen. Verbraucherorganisationen werden zu offiziellen „Marktwächtern“ ernannt. Künftig kann sie Vertriebsverbote und Vertriebsbeschränkungen verhängen sowie irreführende Werbung verbieten. Verkaufsprospekte müssen künftig mehr Angaben enthalten, und ihre Gültigkeit wird auf zwölf Monate beschränkt.

          Darüber hinaus wird das Recht auf ein „Girokonto für jedermann“ gesetzlich verankert. Die Honorarberatung von Anlegern wird durch Ausweitung auf Versicherungen und Kredite gestärkt. Verbraucher bekommen außerdem leichter Zugang zur „außergerichtlichen Streitbeilegung“.

          Weitere Themen

          Die Eltern machen es vor

          Junge Sparer : Die Eltern machen es vor

          Viele junge Erwachsene in Deutschland wollen sparen. Doch nicht nur die Mängel im eigenen Finanzwissen bremsen sie dabei.

          Das war es für Maestro

          Kartenzahlung : Das war es für Maestro

          Auf Millionen Karten prangt das rot-blaue Logo von Maestro. Mastercard stellt den Service nun ein. Was das für die Banken bedeutet – und die Kunden.

          Topmeldungen

          NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel

          Verteidigungsplanung der NATO : Die Kunst flexibler Abschreckung

          Die NATO richtet ihre Verteidigung auf hybride Kriegsführung aus. Nun wird ermittelt, was die Mitglieder dafür können müssen. Das ist auch für die nächste Bundesregierung von Bedeutung.
          IWF-Chefökonomin Gita Gopinath

          Führungswechsel : Chefvolkswirtin verlässt den IWF

          Gita Gopinath geht zurück an die Harvard-Universität. Ihr Rücktritt erfolgt in einer Zeit, in der die Chefin des Währungsfonds in der Kritik steht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.