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Markttechnik : Der „Bulle“ hat breite Schultern

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Welche Signale geben die Charts? Bild:

Die Wall Street tendiert nach oben. S&P wertet die relativ große Anzahl der Sektoren, die den Aktien die besten Kursgewinne seit Jahren bescheren, als positives Zeichen. Es lasse auf einen weiteren Aufwärtstrend des Marktes schließen.

          Der rasante Aufwärtstrend des Aktienmarktes könnte sich demnächst etwas abschwächen, da die Anleger eine Verschnaufpause einlegen. Das in greifbare Nähe rückende Allzeithoch des S&P-500 könnte bei den Anlegern eine kurzfristige Zurückhaltung auslösen, nach unserer Ansicht ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis der S&P-500 das Hoch vom März 2000 in den Schatten stellt.

          Wenn wir uns weniger auf die Allzeithochs konzentrieren und stattdessen ein großes Stück zurück zu den Anfängen des Bullenmarktes gehen, dann stoßen wir sowohl bei der Größe der Vermögenswerte als auch bei den einzelnen Sektoren auf erstaunlich breite Kursgewinne. Seit die Baisse am 9. Oktober 2002 ihre Talsohle erreichte, ist der S&P-500 um etwa 94 Prozent nach oben geklettert. Der NASDAQ-Index, der im Verlauf der Baisse viel stärker nachgab als die Blue-Chip-Indizes, legte um etwa 131 Prozent zu. Die wahren Gewinner seit dem Tief des Jahres 2002 sind jedoch die Nebenwerte mit einem Anstieg des S&P SmallCap 600 um etwa 153 Prozent und des S&P MidCap 400 um 139 Prozent.

          Sieben von zehn Sektoren schlagen im S&P 500 den Markt

          Bei einem Blick auf die einzelnen Sektoren zeigen sich interessante Kursentwicklungen. Sieben von zehn Sektoren des S&P-500 schlagen den S&P-500, und jeder dieser sieben ist seit seinem jeweiligen Bärenmarkttief um mindestens 100 Prozent gestiegen. Einige der Sektoren durchschritten ihre Talsohle im Juli 2002, September 2002, Februar 2003 und März 2003. Die von uns gemessenen Kursgewinne basieren auf dem jeweiligen Bärenmarkttief der einzelnen Sektoren.

          Die beste Kursentwicklung im S&P-500 zeigt der Energiesektor, der seit seinem Tiefstand im Juli 2002 um etwa 204 Prozent in die Höhe geschnellt ist. Im Vergleich zu den maßgeblichen Indizes gelangten die Energieaktien relativ unbeschadet durch die Baisse. Ihre überdurchschnittliche Kursentwicklung ist demnach nicht auf die bei einigen anderen Sektoren (beispielsweise Technologie, Versorgung und Telekommunikation) eingetretene starke Umkehrbewegung zurückzuführen. Nach unserer Ansicht hängt diese Kursentwicklung eher mit der Tatsache zusammen, dass die Energieaktien nahezu während der gesamten Neunzigerjahre dem S&P-500 hinterherhinkten und nach der Baisse eine neue Führungsrolle einnahmen. Von einem Bullenmarkt zum nächsten ändern sich häufig die an der Spitze stehenden Sektoren.

          Die nach den Energieaktien zweitbeste Kursentwicklung zeigten die Versorgungswerte, die seit der Talsohle des Bärenmarktes um 179 Prozent in die Höhe geschossen sind. Im Verlauf der Neunzigerjahre blieben auch sie hinter der Entwicklung des S&P-500 zurück. Während der Baisse wurden sie stark gebeutelt und mussten einen Sturz von über 50 Prozent hinnehmen. Die Grundstoffaktien erzielten in Sachen Bullenmarkt mit einem Zuwachs von 140 Prozent das drittbeste Ergebnis. Von Ende 1994 bis Ende 2000 blieb der Sektor weit hinter dem Index zurück. Der Informationstechnologiesektor rangierte an vierter Stelle. Obwohl er 119 Prozent gutmachte, bleibt er deutlich hinter seinen Höchstständen aus dem Jahr 2000 zurück.

          Der Telekommunikationssektor, der während der Baisse völlig lahm gelegt wurde, konnte um 117 Prozent zulegen, gefolgt von den Industrie- und Finanzwerten, die beide um etwas mehr als 100 Prozent in die Höhe kletterten. Zu den drei Sektoren, die hinter dem S&P-500 zurückblieben, zählen dauerhafte Konsumgüter, das Gesundheitswesen sowie Verbrauchsgüter. Das Gesundheitswesen und die Verbrauchsgüter gehören zu den defensiven Sektoren, die sich in einem schwierigen Gesamtmarktumfeld oftmals besser entwickeln.

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