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Marktstimmung : Makromanager etwas weniger „bearish“

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Bild: FAZ.NET

Hedge-Fondsmanager sind nach einer Umfrage von Van Hedge Fund Advisors nach wie vor vergleichsweise optimistisch für amerikanische Aktien und den Dollar. Sogar den Anleihen können sie wieder mehr abgewinnen.

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          Viele hatten angesichts des anhaltend hohen Ölpreises und der steigenden Zinsen in Amerika wohl nicht so richtig damit gerechnet, aber die Börsen zeigten in den vergangenen Wochen eine nette Dynamik nach oben. Gleichzeitig der Dollar, nachdem er sich deutlich von seinen Tiefs vom Ende des vergangenen Jahres erholt hatte, etwas konsolidiert und gleichzeitig sind die Rentenmärkte zumindest in den Vereinigten Staaten in eine volatile Seitwärtsbewegung übergegangen.

          Rückblickend damit die von Van Hedge Fund Advisors monatlich befragten Makro-Hedge-Fonds-Manager nicht schlecht. Das heißt, es könnte sich durchaus lohnen, ihre Meinung zu beachten, auch wenn sie sich selbst sehr wahrscheinlich längst positioniert haben.

          Anzahl der Pessimisten leicht abgenommen

          Blickt man auf die aktuellste Ausgabe der Umfrage, so sind sie nach wie vor recht optimistisch für amerikanische Aktien. Der noch im Juli leicht aufgekommene Pessimismus ist wieder leicht zurückgegangen. Allerdings sind die „Meinungswandler“ nicht unmittelbar bullish geworden, sondern haben ins „neutrale Lager“ gewechselt. Möglicherweise haben sie also nur ihre Positionen glattgestellt oder abgesichert und sind in Urlaub gefahren.

          Auf der Devisenseite hat der „Dollaroptimismus“ nach einem deutlichen Dämpfer im vergangenen Monat wieder deutlich zugenommen. Und das, obwohl die chinesische Zentralbank in der Zwischenzeit ihre Währung leicht aufgewertet und an einen nicht näher spezifizierten Währungskorb gebunden hat. Diese Entwicklung spricht angesichts der makroökonomischen Ungleichgewichte weltweit und der damit verbundenen Risiken eher gegen den Dollar. Aber möglicherweise gehören die „Dollarbullen“ zu jener Gattung von Anlegern, die sich in Europa refinanzieren und die Mittel dann kurzfristig in Amerika parken, um die Zinsdifferenz einzustreichen. Solche „Spielchen“ mögen beliebt sein, allerdings sind die Risiken hoch. Denn der Wechselkurs braucht sich nur wenig in die falsche Richtung zu bewegen und schon ist der nominelle Zinsvorteil dahin.

          Zunehmende Meinungsdivergenz am Rentenmarkt

          Mit Blick auf den Rentenmarkt laufen die Meinungen zunehmen auseinander. Während die hälfte der Befragten mit steigenden Kursen rechnet, hat gleichzeitig auch der Anteil jener zugenommen, die trort relativ hoher Renditen mit weiter fallenden Kursen rechnen. Damit hat das positive und das neutrale Lager zwar noch eine deutliche Mehrheit. Es dürfte jedoch ratsam sein, die weitere Entwicklung angesichts der steigenden Leitzinsen und der anhaltend positiv interpretierten Konjunkturdaten genau zu verfolgen.

          Denn wenn das „Goldilock-Szenario“ der Konjunkturoptimisten stimmt, dann muß es früher oder später einfach zu einer deutlicheren Korrektur kommen. Allerdings dürfte es sich angesichts der in den vergangenen Monaten immer wieder enttäuschten „Wendeprognosen“ nicht einfach sein, sich rechzeitig entsprechend zu positionieren. Denn es ist riskant, sich gegen den Markt zu stellen.

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