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Marktkapitalisierung : Petrochina: „Zweitwertvollstes“ Unternehmen der Welt

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Bild: FAZ.NET

Wachstum schafft Werte. Gemessen an der Marktkapitalisierung sind in Amerika noch die meisten der „schwersten“ Unternehmen zu finden. Aufsteiger kommen aus der Rohstoffbranche und immer öfter aus Schwellenländern. Die Gewichte verschieben sich.

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          Die Kursbewegungen an der Börse, maßgebliche Trends und Schwerpunkte lassen sich immer auch an der Veränderung der Rangfolge der „schwersten“ oder „wertvollsten“ Unternehmen ablesen, also denen mit der größten Marktkapitalisierung. Der Marktwert börsennotierter Unternehmen ergibt sich immer aus dem Produkt von Kurs und Anzahl der ausstehenden Aktien. Folglich spielt die Kursentwicklung bei Änderungen in der Rangfolge eine maßgebliche Rolle. Die Performance wiederum ergibt sich aus den vorherrschenden Trends.

          Energie- und Schwellenländer-Aktien gewinnen an Gewicht

          Die Trends der vergangenen Jahre und waren und sind eindeutig. Sie zeigen sich einerseits in der rasant zunehmenden Bedeutung des Rohstoffbereichs, nachdem er jahrzehntelang unbeachtet geblieben war. Heute haben die Rohstoff- und Energieunternehmen an den Börsen wieder eine ganz andere Bedeutung als noch vor wenigen Jahren.

          Das lässt sich aus einem Blick auf die aktuelle Rangfolge der größten Unternehmen ableiten. An erster Stelle steht bisher unangefochten der amerikanische Energieriese Exxon Mobil mit einem Marktwert von knapp 370 Milliarden Euro. An die zweite Stelle hat sich nach den jüngsten Kursgewinnen der chinesische Energiemulti Petrochina mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 305 Milliarden Euro geschoben. Er ist damit zumindest an der Börse „wertvoller“ als das amerikanische Industrie- und Finanzkonglomerat General Electric, das lange Zeit an erster Stelle gestanden hatte.

          Die Aktie des chinesischen, jedoch an der Börse in Hongkong notierten Unternehmens profitiert gleich von drei Effekten: Erstens vom internationalen Energieboom, von der starken Nachfrage nach Schwellenländeraktien und nicht zuletzt auch von der hohen Liquidität in der Region, die sich im spekulativen Wahn der chinesischen Anleger zeigt. Mangels Alternativen haben sie die Anteilsscheine an den Binnenmärkten in Schanghai und Schenzhen auf inzwischen völlig irreale Bewertungsniveaus hoch gekauft. Nun, da sie auch die Möglichkeit zu Wertpapierkäufen in Hongkong erhalten, scheint auch dort dasselbe zu passieren. Waren die Aktien an diesem Markt bisher angesichts der wirtschaftlichen Dynamik noch vergleichsweise vernünftig bewertet, so scheint sich das mit rasant steigenden Kursen rasch zu ändern.

          Satte Kursgewinne für die Aktie von Petrochina

          Das zeigt sich beispielhaft an der Aktie von Petrochina. Das Papier hat in den vergangenen acht Wochen um rund 90 Prozent zugelegt, alleine am Montag gewann der Kurs 13 Prozent hinzu. Dabei dürfte auch der Rekordpreis des Öls eine Rolle gespielt haben. Allerdings zeigt auch das Bewertungsproblem: Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 21,5 und 20,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie für einen Energiewert inzwischen sehr teuer geworden. Die Aktie von Exxon ist rund 40 Prozent günstiger. Nicht umsonst haben einige bekannte Anleger inzwischen Kasse gemacht: So hat amerikanische Milliardär Warren Buffett in diesem Jahr mehr als die Hälfte seiner Beteiligung an Petrochina verkauft.

          Rechtfertigen würde sich der hohe Preis nur, wenn Petrochina neue Öl- und Gasfelder finden könnte. Genau darauf scheint der Markt zumindest ein Stück weit zu spekulieren. Petrochina werde wahrscheinlich weitere Ölfelder in den Gebieten Liaohe und Dagang entdecken, kündigte Chairman Jiang Jiemin am Montag auf dem Kongress der Kommunistischen Partei Chinas in Beijing an. Erst im Mai hatte Petrochina die Entdeckung des größten chinesischen Ölvorkommens seit annähernd 50 Jahren in Jidong Nanpu bekannt gegeben.

          Die gewaltigen Kursgewinne an den chinesischen Börsen haben inzwischen dazu geführt, dass unter den 25 „wertvollsten“ Unternehmen weltweit inzwischen acht chinesische zu finden sind. Weit vorne liegen auch Firmen aus Russland und Brasilien. Mit Eon liegt das „größte“ deutsche Unternehmen im Sinne der Marktkapitalisierung auf Platz 52.

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