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Luxusgüter : LVMH-Papiere sind luxuriös bewertet

  • Aktualisiert am

Bild: Kevin Lam

Die Aktie des Luxusgüterkonzerns LVMH konnte in den vergangenen Monaten starke Kursgewinne verzeichnen. Das Unternehmen blickt optimistisch nach vorne. Weiteres Gewinnwachstum ist denn auch nötig, um die hohe Bewertung zu rechtfertigen.

          Mit leichten Kursverlusten von bis zu 3,4 Prozent reagieren die Aktien des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH am Freitag auf die für das vergangene Jahr vorgelegten Umsatz- und Ertragszahlen und den Ausblick auf das laufende Jahr. Dabei können sie sich durchaus sehen lassen.

          Denn das Unternehmen konnte seine Gesamterlöse im vergangnen Jahr um 19 Prozent auf 20,32 Milliarden Euro steigern, denn Nettogewinn um 73 Prozent auf 3,03 Milliarden Euro verbessern und dabei einen freien Cashflow von 3,07 Milliarden Euro verzeichnen. Die operative Marge lag bei 21,3 Prozent und damit um 1,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

          Optimistischer Ausblick nach ertragreichem Wachstum

          Damit erfüllte das Unternehmen die hohen Erwartungen des Marktes und blickt zudem überaus optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr. Alle Geschäftsbereiche hätten sich in den wichtigen Absatzmärkten gut entwickelt, teilte es mit. Die Mode- und Ledersparte, zu der auch Louis Vuitton gehört und die 37,3 Prozent zum Gesamtumsatz beitrug, steigerte ihr operatives Ergebnis um 29 Prozent auf 2,56 Milliarden Euro. Das sind 59 Prozent des operativen Gesamtgewinns. Der Geschäftsbereich Weine & Spirituosen konnte seine Erlöse um 19 Prozent auf 3,3 Milliarden und auf 16 Prozent der Gesamtumsätze steigern. Hier stieg vor allem der Absatz der Champagnermarken Dom Perignon und Krug. Der operative Gewinn stieg um 22 Prozent auf 930 Millionen und damit auf 21,5 Prozent der Gesamtheit. Mit teuren Uhren und Schmuck verdiente LVMH operativ mit 128 Millionen Euro doppelt soviel wie im Vorjahresquartal. Der Umsatz legte um 29 Prozent zu auf 985 Millionen Euro. Der Bereich trägt nur wenig zur Entwicklung des Gesamtunternehmens bei.

          Für das Jahr 2011 sieht sich der Konzern gut gerüstet, um weiter zu wachsen und zeigte sich zuversichtlich, seine globale Marktführerschaft weiter auszubauen. Zu dem Pariser Unternehmen gehören unter anderem die Champagnermarken Moët & Chandon sowie Veuve Clicquot, der Cognachersteller Henessy und die Uhrenmarke TAG Heuer. LVMH wächst nicht nur organisch, sondern auch durch Übernahmen. So strebt das Unternehmen unter anderem die Mehrheit am bisherigen Konkurrenten Hermes International an, an dem es bisher schon einen Aktienanteil von 20 Prozent hält.

          Er muss sich materialisieren, um die hohe Bewertung zu rechtfertigen

          LVMH wuchs und wächst besonders stark in Asien und in der restlichen Welt, während die Entwicklung in den Vereinigten Staaten, Europa, Frankreich und Japan in den vergangenen Jahren stagnierte. Die Erlösquellen sind weltweit breit diversifiziert. Das Unternehmen profitiert von der anhaltenden wirtschaftlichen Dynamik in den Schwellenländern und dem kurzfristigen volkswirtschaftlichen Boom in vielen Industriestaaten, der unter anderem von extremen fiskal- und geldpolitischen Strategien ausgelöst wurde.

          Der Boom mag noch eine Weile anhalten. Allerdings wird er früher oder später an Fahrt verlieren, da die Kaufkraft der Konsumenten durch hoch Energie- und Rohstoffpreise und zunehmende Inflationsraten beschnitten werden wird. Aufgrund des allgemeinen Optimismus mag die Aktie von LVMH nach einer Zwischenkonsolidierung den Aufwärtstrend wieder aufnehmen, in dem sie in den vergangenen Monaten um bis zu 230 Prozent zugelegt hat. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 19 und 17 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind sie allerdings etwas ambitioniert bewertet. Absicherungsstrategien drängen sich somit förmlich auf.

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