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Lehman-Opfer : Citibank will Anleger entschädigen

  • Aktualisiert am

Anleger-Demo vor Citibank (in Hamburg) Bild: dpa

Es geht um 27 Millionen Euro für die Anleger: Die Citibank Deutschland ist bereit, Käufer von Zertifikaten der Pleite gegangenen amerikanischen Bank Lehman Brothers zu entschädigen. Die Bank und die Verbraucherzentrale einigten sich auf eine Kulanzlösung.

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          Die Citibank Deutschland ist bereit, Käufer von Zertifikaten der Pleite gegangenen amerikanischen Bank Lehman Brothers zu entschädigen. Das Geldhaus und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) einigten sich auf eine Kulanzlösung.

          Insgesamt werde die Citibank Deutschland, die Ende 2008 in den Besitz der französischen Credit Mutuel gewechselt war, rund 27 Millionen Euro bereitstellen, sagte der Vorstandsvorsitzende Franz Josef Nick am Donnerstag in Düsseldorf. Die Höhe der Zahlung im Einzelfall ergebe sich anhand eines Kriterienkataloges. Etwa ein Viertel aller betroffenen Anleger könne mit Geld rechnen. „Wir haben eine transparente Kulanzlösung gesucht. Sie sollten vor allen jenen Kunden zu Gute kommen, die von der Lehman-Insolvenz besonders hart getroffen wurden“, sagte Nick.

          Lediglich ein Viertel der Anleger kann hoffen

          Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW seien Kriterien ausgearbeitet worden, nach denen die jeweilige Höhe der Rückzahlung bemessen werden solle, hieß es. Die Quoten liegen einem Zeitungsbericht zufolge zwischen 30 und 70 Prozent der Verluste. Allerdings könnten lediglich ein Viertel der Lehman-Geschädigten darauf hoffen, durch die Kulanz-Regelung begünstigt zu werden.

          Zuvor hatten bereits einige VR-Banken und Sparkassen Käufer von durch die Lehman-Pleite wertlos gewordenen Zertifikaten entschädigt. Die Hamburger Sparkasse hatte etwa geschädigte Kunden mit Zahlungen bedacht, die sich in „kritischen Lebenssituationen“ befänden oder bei denen es Beratungsfehler gegeben hatte. Insgesamt hatte die Haspa Lehman-Zertifikate im Volumen von 54 Millionen Euro an 3700 Sparer verkauft.

          Kritik der Anlegerschützer

          Auch die Frankfurter Sparkasse, die Citibank und die Dresdner Bank hatten solche Produkte in größerem Stil vertrieben. Verbraucherschützer hatten immer wieder kritisiert, dass Banken vorwiegend älteren Anlegern die Papiere als sicheres Sparprodukt angepriesen hätten. Zertifikate haben aber ein Emittentenrisiko, das heißt bei einer Insolvenz der herausgebenden Bank droht Anlegern ein Totalverlust ihres Kapitals. Lehman war wegen der Finanzkrise ins Straucheln geraten und hatte im September 2008 Gläubigerschutz angemeldet.

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