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Kurz nach Zahlungsausfall : Hedgefonds wetten schon wieder auf Argentinien

  • Aktualisiert am

Argentiniens Präsidentin, Cristina Fernandez de Kirchner Bild: dpa

Argentinien steht vor einem Zahlungsausfall. Doch noch ist nicht aller Tage Abend. Hedgefonds hoffen auf eine Einigung - und stecken ihr Geld in argentinische Aktien.

          Während die einen noch über die wirtschaftlichen Schäden des argentinischen Zahlungsausfalls und über eine mögliche Pleite des südamerikanischen Landes spekulieren, wittern die anderen schon die große Chance der Krise. Denn einige der weltweit größten Hedgefonds haben kräftig bei argentinischen Aktien zugegriffen. Sie wetten damit auf eine wirtschaftliche Erholung des Landes, obwohl Argentinien erst am Donnerstag seine eigene Zahlungsunfähigkeit eingeräumt hatte. Offenbar bringen die internationalen Investoren damit ihre Zuversicht zum Ausdruck, dass der Konflikt zwischen Argentinien und den Gläubigern doch noch gelöst werden könnte.

          Laut einem Bericht der Financial Times investieren die Hedgefonds besonders in argentinische Energieunternehmen, Banken und Telekommunikationsfirmen. So hätten etwa die Hedgefonds DE Shaw, George Soro's Familyoffice, Third Point und Renaissance Technologies Anteile an in den Vereinigten Staaten gelisteten Unternehmen gekauft, darunter laut Mitteilung der Investoren das Ölunternehmen YPF und Petrogas Agentina, der ehemals staatliche Telefonanbieter Telecom Argentina und Banco Francés.

          Die komplexe Struktur des argentinischen Zahlungsausfalls gibt Analysten zufolge einigen Investoren Grund zur Hoffnung, dass eine Einigung mit den Gläubigern doch noch gefunden werden könne. Davon könnten auch die übrigen Anleihebesitzer profitieren.

          So schlecht, dass es schon wieder gut ist

          Dan Loeb, Manager des 14 Milliarden schweren amerikanischen Hedgefonds Third Point, schrieb in diesem Monat in einem Brief an die Investoren, dass er Anteile an YPF gekauft habe. Die Begründung: „Das Land ist an einem entscheidenden Wendepunkt angekommen.“ Sollte sich Argentinien noch mit den Hedgefonds einigen, so „gewinnt Argentinien den Zugang zum internationalen Kapitalmarkt zurück und kann seine Liquiditätsprobleme lösen“.

          In dieselbe Kerbe haut der Präsident des amerikanischen Hedgefonds Fortress Investments, Michael Novogratz: Argentinien gehöre zu einer Reihe von Ländern, die so schlecht seien, dass sie schon wieder gut sind. Auch ein Zahlungsausfall biete Investitionschancen für Investoren.

          Investoren sagten, die Einigung Argentiniens mit dem spanischen Konzern Repsol, dessen Anteile an dem Ölunternehmen YPF im Zuge der Verstaatlichung 2012 enteignet wurden, habe neues Interesse der Hedgefonds an Argentinien hervorgerufen. Sie gingen davon aus, dass das Verhältnis zwischen dem Land und internationalen Investoren sich bessern werde.

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