https://www.faz.net/-gv6-7prrh

Kundenmanagement : Berenberg will nur noch Kunden ab 1 Million Euro

Nicht für Kleingeld Bild: dpa/picture-aliance

Die Hamburger Berenberg Bank will keine armen Schlucker mehr. Wer weniger als 1 Million hat, ist nicht länger willkommen. Auch wenn er sie hatte, bevor er zur Bank kam.

          1 Min.

          Die Hamburger Berenberg Bank stellt hohe Ansprüche an ihre Kunden: Wer sein Vermögen von Deutschlands ältester Privatbank - sie wurde im Jahr 1590 gegründet - individuell verwalten lassen will, muss mindestens 1 Million Euro mitbringen. Nun kann es aber sein, dass ein Vermögen über die Zeit schrumpft, zum Beispiel durch die zwischenzeitliche Entnahme von größeren Geldsummen. Wem das passiert, der hat als Berenberg-Kunde womöglich ausgedient.

          Johannes Ritter
          (rit.), Wirtschaft

          Wie ein Sprecher der Bank am Montag bestätigte, haben die hauseigenen Vermögensverwalter seit Beginn dieses Jahres eine Reihe von Kunden, die unter die Schwelle von 1 Million Euro gefallen sind, aufgefordert, die Kontoverbindung zu beenden. Dem Vernehmen nach ist eine hohe zweistellige Zahl von Kunden davon betroffen.

          Insgesamt hat die Bank rund 6000 vermögende Privatkunden. Der Sprecher wollte diese Informationen nicht kommentieren, betonte aber, dass es sich um eine überschaubare Zahl von Fällen handele. Im Übrigen sei das auch kein neuer oder ungewöhnlicher Vorgang. Die Bank prüfe ihre Kundenverbindungen regelmäßig, ob diese für Berenberg und die Kunden noch Sinn ergäben. Man betreibe in der Vermögensverwaltung einen sehr hohen Aufwand. Dieser rechne sich nur, wenn ein gewisses Anlagevolumen erreicht sei und die Gelder im Dienste der Risikostreuung auf verschiedenen Anlageklassen verteilt werden könnten.

          Manche tun's schon für ein Viertel

          Die Schwelle von 1 Million Euro sei nur ein grober Richtwert. Berenberg habe auch Kunden, die weniger Geld anzulegen hätten und trotzdem weiter betreut würden. Berenberg verlangt für seine Dienste eine feste Provision, die sich auf rund 1 Prozent des betreuten Vermögens beläuft. Branchenüblich sinkt der prozentuale Anteil, je höher das Kundenvermögen ist. Auch andere Banken haben im sogenannten „Private Banking“ Mindestgrenzen für die individuelle Geldanlage. Beim Bankhaus Metzler und bei Sal. Oppenheim liegt die Schwelle sogar bei 3 Millionen Euro. Wer sein Geld beim Bankhaus Lampe oder der Fürst Fugger Privatbank anlegen will, muss 500.000 beziehungsweise 250.000 Euro mitbringen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Liz Cheney vor der ersten Rede von US-Präsident Joe Biden vor beiden Kammern des Kongresses im Kapitol am 28. April

          Republikanische Kritikerin : Liz Cheney soll dem Trump-Kult weichen

          Eine der wenigen republikanischen Trump-Kritikerinnen soll ihren Posten an der Fraktionsspitze räumen. Der Fall Liz Cheney zeigt, wie fest der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten die Partei weiter im Griff hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.