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Kaupthing : Bangen um die Einlagen

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Kaupthing und kein Ende: Am Donnerstag demonstrierten deutsche Geschädigte vor der isländischen Botschaft in Berlin Bild: dpa

Tausende deutsche Sparer müssen weiter um ihre Guthaben bei der isländischen Bank bangen. Doch nun stellt die isländische Regierung eine Rückzahlung in Aussicht. Mit Norwegen hat sich Kaupthing schon geeinigt.

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          Für 30.000 deutsche Anleger stand der Donnerstag ganz im Zeichen von Kaupthing. Die isländische Bank informierte ihre Gläubiger in Reykjavik über mögliche Rückzahlungen, zugleich demonstrierten Anleger vor dem Kaupthing-Gebäude in Frankfurt sowie vor der isländischen Botschaft in Berlin.

          Kaupthing wurde ebenso wie die anderen isländischen Großbanken Landsbanki und Glitnir im Herbst vergangenen Jahres verstaatlicht. Die isländische Finanzaufsichtsbehörde und auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin froren Kaupthing-Konten ein. Die Bundesregierung bot Island vergeblich einen Kredit von 308 Millionen Euro an, um eine Rückzahlung zu ermöglichen. Die Offerte war allerdings mit der Bedingung verknüpft, dass das Geld zur Auszahlung deutscher Anleger verwendet wird.

          Frühestens im Juli

          In Unterlagen der Bank, die jetzt im Rahmen der Gläubigerversammlung veröffentlicht wurden, heißt es nun, eine Mehrheit der deutschen Depotinhaber könnten ausgezahlt werden. 55 der insgesamt 330 Millionen Euro seien für die DZ Bank reserviert. Nun würden Gespräche mit der Bafin geführt, um so schnell wie möglich mit der Rückzahlung zu beginnen. Sofern nun wirklich genügend Mittel bereitstünden, „könne man über eine Aufhebung des Moratoriums nachdenken“, sagte ein Sprecher der Bafin.

          Florian Johst von der Kanzlei Dr. Steinhübel & von Buttlar rechnet mit einer Rückzahlung allerdings frühestens im Juli, wenn die neue Regierung zu einer politischen Lösung gelangt. Der Anwalt vermutete, im isländischen Wahlkampf sei nicht zu erwarten, dass Mittel für eine Rückzahlung an ausländische Investoren bereitgestellt würden.

          Einigung mit Norwegen

          Unterdessen haben sich die norwegische Bankenaufsicht und Kaupthing auf eine Lösung geeinigt: Sogenannte prioritierte Ansprüche - es geht nach einer Mitteilung aus dem Finanzministerium um 381 Millionen Kronen des Staates, rund 800 Millionen Kronen des norwegischen Einlagensicherungsfonds und alle weiteren Einlagen im Einzelwert von mehr als 2 Millionen Kronen (umgerechnet 225 000 Euro) - werden den Gläubigern demnach nun erstattet, nachdem Teile der im Oktober eingefrorenen Werte der Bank wieder zugänglich gemacht wurden.

          Für Einlagen bis zur Grenze von 2 Millionen Kronen hatte der Einlagensicherungsfonds schon im vergangenen Jahr eine Garantie ausgestellt. Wie Kaupthing sind auch die beiden anderen isländischen Großbanken Glitnir und Landsbanki nach ihrer Verstaatlichung als ausschließlich auf das Inlandsgeschäft beschränkte Institute neu gegründet worden; staatlich bestallte Kommissionen sind mit der Abwicklung der Altlasten betraut worden.

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