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Investmentfonds : Unerfahrene Fondsmanager bringen weniger Rendite

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Wenig Erfahrung bedeutet meist wenig Rendite Bild: FAZ.NET

Zeichnet ein Manager lange Zeit für einen Fonds verantwortlich, hat dies meist ein besseres Anlageergebnis zur Folge. Die Managementdauer darf durchaus als Gütesiegel gelten, zeigt eine neue Untersuchung.

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          Zeichnet ein Manager lange Zeit für einen Fonds verantwortlich, hat dies meist ein besseres Anlageergebnis zur Folge. Doch auch der Umkehrschluß gilt: Fondsmanager, die das Portfolio erst seit kurzem betreuen, erwirtschaften eine unterdurchschnittliche Rendite.

          Zu diesen Ergebnissen kommt das Fondsanalysehaus e-fundresearch.com in einer aktuellen Studie. „Für Anleger spielt die Dauer, die ein Fondsmanager für ein Produkt verantwortlich ist, eine größere Rolle als das auf den ersten Blick scheint“, schreiben die Analysten aus Wien.

          Fonds bleiben hinter der Benchmark zurück

          Im Schnitt ist ein Fondsmanager dreieinhalb Jahre lang für einen Fonds verantwortlich, wie die Untersuchung unter allen in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zugelassenen Investmentfonds ergab. Von den insgesamt 21.648 Fondstranchen machten der Fondsdatenbank Lipper zufolge genau 6.636 Produkte, also 30,6 Prozent, entsprechende Angaben zur Managementdauer ihrer Fonds.

          In den vergangenen fünf Jahren verfehlten die 6.636 untersuchten Fonds ihre jeweilige Benchmark um durchschnittlich 1,1 Prozent im Jahr. „Dabei muß jedoch berücksichtigt werden, daß in der Wertentwicklung der Fonds die laufenden Kosten bereits berücksichtigt sind“, sagt Christian Schreckeis, Fondsanalyst bei e-fundresearch.com, im Gespräch mit FAZ.NET.

          „Gute Fondsmanager werden nicht vor die Tür gesetzt“

          Am schlechtesten schnitten Fonds ab, deren Manager weniger als 36 Monate für das Mandat verantwortlich waren: Die Wertentwicklung dieser Produkte lag jährlich 1,7 Prozent unter der ihrer Benchmark. Fondsmanager mit einer Amtszeit von fünf bis sieben Jahren verfehlten ihren Vergleichsindex nur um 0,7 Prozent im Jahr. Die 793 Fonds, deren Manager schon länger als sieben Jahre für ein und denselben Fonds verantwortlich sind, verfehlten die Benchmark zwar ebenfalls, allerdings nur minimal um 0,1 Prozent. Damit schnitten sie mit Abstand am besten ab.

          „Je länger ein Fondsmanager für einen Fonds verantwortlich zeichnet, desto größer auch seine Anlageerfahrung“, sagt Schreckeis. „Außerdem wird eine Fondsgesellschaft einen Manager, der seit Jahren gute Ergebnisse liefert, nicht einfach vor die Tür setzen.“

          „'Alte' Fonds haben sich bewährt“

          Der Fondsanalyst zieht aus der Untersuchung zwei Schlüsse: Zum einen sollten Privatanleger die Managementdauer bei der Fondsanalyse berücksichtigen. „Ein zu langer Beobachtungszeitraum kann eventuell zu falschen Schlüssen führen“, sagt Schreckeis. „Wenn ein Fondsmanager erst seit vier Jahren für das Produkt verantwortlich ist, ergibt eine Analyse über zehn Jahre nur eingeschränkt Sinn.“ Noch weniger aussagekräftig seien aber auch zu kurze Vergleiche: „Wer einen Fonds anhand seiner Zwölf-Monats-Ergebnisse auswählt, greift ziemlich sicher zu kurz.“

          Außerdem sollten sich Anleger von der Werbung für neue Fonds, auf die sich das Marketing der Fondsgesellschaften konzentriere, nicht irreführen lassen. „Oftmals sind 'alte' Fonds der Beweis dafür, daß ein Investmentansatz auch langfristigen Bestand hat und sich durch Konjunkturzyklen hindurch bewährt hat“, sagt der Analyst. Anleger sollten generell solche Fonds bevorzugen, deren Fondsmanager bereits über genügend Erfahrung in der jeweiligen Anlegeklasse verfügen.

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