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Investmentfonds : Schwellenländer-Boom soll 2007 weitergehen

  • Aktualisiert am

Chinas Binnenkonsum soll 2007 für Wachstum sorgen Bild: AP

Auch das Jahr 2006 gehörte bei den Aktienfonds den Schwellenländern. Die Fondsmanager sind optimistisch. 2007 soll es weiter nach oben gehen - wenn auch mit gebremster Dynamik.

          Auch das Jahr 2006 gehörte bei den Aktienfonds denjenigen Investmentvehikeln, die in Schwellenländern investieren. Zumindest verzeichneten sie nach Daten von Emerging Portfolio Fund Research im vergangenen Jahr Rekordzuflüsse von 16,9 Milliarden Euro.

          Die Hälfte der neuen Gelder floss dabei in chinesische Aktienfonds, die im vergangenen Jahr netto 11,2 Milliarden Dollar anzogen. Damit stellten die Schwellenländerfonds noch das Rekordvolumen aus dem Vorjahr noch in den Schatten, als Investoren per Saldo 20,3 Milliarden Dollar in Aktienfonds der Schwellenländer steckten.

          Zwölf Chinafonds 2006 an der Spitze

          China-Fonds waren im vergangenen Jahr mit einem durchschnittlichen Plus von 50,41 Prozent nach Daten von Standard & Poor's auch die Hauptgewinner unter den Fonds. Selbst der auf Jahressicht schwächste Fonds, der Aquila Cap Fund-China Quant (Isin LU0176967429) verzeichnete noch einen Wertzuwachs von 36,37 Prozent.

          Unter diesen Umständen überrascht es kaum, dass immerhin die zwölf erfolgreichsten Fonds des Jahres in China investieren. Platz Zwei geht dabei sogar an einen in Euro denominierten Fonds, den Baring Hongkong China Fund (Isin IE0004866889) mit einem Plus von 74,8 Prozent.

          Gut liefen auch die beiden indonesischen Fonds von Fidelity (Isin LU0055114457) und dem Dit (Isin IE0002817421) mit einem durchschnittlichen Plus von 42,2 Prozent - wohingegen türkische Fonds nach dem großen Einbruch zur Jahresmitte nach japanischen Nebenwerten mit einem Minus von durchschnittlich 10,2 Prozent die Verlierer des Jahres sind. Keinem der Anlageexperten gelang es die massiven Verluste bis zum Jahresende wieder aufzuholen. Schwach schnitten auch Thailandfonds, denen die Turbulenzen zum Jahresende noch einmal kräftig die Bilanz verhagelten, mit einem Plus von 0,47 Prozent ab.

          2007 mit gebremster Dynamik weiter vorwärts

          Länderübergreifend anlegende Fonds scheinen mit einem Plus von 16,94 Prozent die positiven Aspekte mit den negativen gemischt zu haben. Indes verloren Anleger mit keinem der Fonds Geld. Dass die negativen Aspekte der Jahresbilanz sich vor allem auf den außereuropäischen Raum beziehen zeigt dagegen ein gutes Abschnitt der europäischen Schwellenländerfonds, die auf ein durchschnittliches Plus von 25 Prozent kamen.

          Geht es nach Expertenansicht, so könnte 2007 wieder ein gutes Jahr für Schwellenländerfonds werden. Strategen von UBS AG, JPMorgan Chase und der Credit Suisse gehen davon aus, dass der Emerging Markets Index von Morgan Stanley Capital International in diesem Jahr bis zu 15 Prozent zulegen wird. Im Vergleich zu 2006, als es noch um 29 Prozent nach oben ging, ist das fast eine Halbierung des Zuwachses, was nach Ansicht von UBS auf die steigenden Bewertungen der Aktien zurückzuführen ist.

          Die Staaten selbst dürften ebenfalls nicht ganz an die Dynamik der vergangenen Jahre anknüpfen können, meint Oliver Stönner-Venkatarama von der Kapitalanlagegesellschaft Cominvest, aber ein Wachstum der Weltwirtschaft bei etwas über vier Prozent bewege sich immer noch auf einem gutem Niveau.

          Optimismus bezüglich Amerikas Konjunktur

          Dabei sehen Fondsmanager auch Tendenzen zur Emanzipation. DWS-Chef Klaus Kaldemorgen sieht die Schwellenländer nicht nur politisch selbstbewusster auftreten. Sie gestalteten mittlerweile die weltwirtschaftliche Dynamik mit, bildeten Allianzen untereinander, und drängten mit Übernahmen in die Industrieländer. Für die Deka-Bank haben sich die Länder zu wandeln begonnen - von Schwellenländern ohne Wachstumsdynamik zu Konvergenzländern im Aufholprozess.

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