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Investmentfonds : Responsibiliy Fund: Blue-Chip-Fonds mit kleinen Extras

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Bild: FAZ.NET

Einen Fonds, der nicht nur nach ökonomischen und ökologischen, sondern auch nach sozialen Kriterien anlegt, bietet die Schweizer UBS an. Im Endeffekt ein weiterer europäischer Blue-Chip-Fonds mit kleinen Besonderheiten.

          „Nachhaltiges Investieren“ oder „Sustainable Development“ sind Schlagworte, die in den vergangenen Jahren immer wieder in der Fondsbranche für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Wer davon ausgeht, daß beides nicht zusammenpaßt wurde immer wieder eines besseren belehrt.

          Im laufenden Jahr hat sich die Anlageklasse „Ethikwerte Euroland“ immer hin auf Platz 26 unter 109 Fondskategorien plazieren können.Schlechter liefen globale Ethikwerte, die es nur auf Platz 58 brachten und in den vergangenen sechs Monaten im Durchschnitt Verluste verzeichneten. Besser verliefern da die vergangenen drei Monate, in den es die Euroland-Fonds auf Platz zwölf und die globalen Fonds auf Platz 37 brachten.

          Fonds nach sozialen Kriterien

          Vor allem Schweizer Banken haben sich hier immer wieder positioniert und so kann es nicht überraschen, daß es just die Luxemburger Fondstochter der Schweizer UBS war, die die Idee noch ein wenig weiterdreht.

          Ihr neuestes Produkt aus der Kategorie der Ethikfonds heißt „Responsibility Fund - European Equity“ (Isin: LU0219906632) wurde zwar bereits am 13. Juli 2005 aufgelegt, erhielt aber erst vor kurzem eine Vertriebszulassung für Deutschland.

          Denominiert in Euro hat er seitdem eine Rendite von 19,45 Prozent verbucht, notiert aber 6,5 Prozent unter dem Höchstkurs vom Mai, als ihn die Konsolidierung scharf erwischte und er binnen weniger Tage über elf Prozent an Wert verlor.

          Der Fonds investiert ausschließlich in europäische Unternehmen, die als ökologische oder soziale Vorreiter in einzelnen Branchen gelten und interessantes Wachstumspotential
          aufweisen. Dabei setzt die UBS zum einen auf „Leader“ - mehrheitlich große Unternehmen, die innerhalb ihrer Branche die „beste Umwelt- und/oder Sozialperformance“ aufweisen.

          Benchmark nur knapp übertroffen

          Zum anderen sind Innovatoren gefragt, als die mehrheitlich kleinere und jüngere Unternehmen begriffen werden, deren Produkte und Dienstleistungen einen nachweisbaren Umweltnutzen und eine hohe Ressourceneffizienz bieten. Da diese Firmen vorwiegend aufgrund ihrer Produktpalette ausgewählt werden, sind hier Einbußen bei der Wertentwicklung möglich.

          Die Kombination soll den Anlegern die Möglichkeit bieten, von der rasanten Entwicklung auch kleiner und mittlerer Unternehmen mit innovativen Produkten zu profitieren, aber auch die relativ stabile Wertentwicklung von Großunternehmen zu nutzen.

          Benchmark des Fonds ist der MSCI Europe. Diesen hat er knapp übertreffen können. Im Mai notierte er noch deutlich rund sechs Prozentpunkte über dem Index. Mittlerweile sind es nur noch wenig mehr als zwei Prozent. Unter den europäischen Aktienfonds nimmt er damit ein Stellung mitten im Feld ein und so überrascht auch die relativ niedrige Sharpe Ratio über ein Jahr von eins nicht.

          Blue-Chip-Fonds mit kleinen Extras

          Letztlich kann das bei der Auswahl der Werte auch nicht weiter verwundern, denn die zehn größten Positionen wurden zuletzt durchweg von Branchenriesen eingenommen, von denen die Hälfte zum Eurostoxx 50 gehört. Diese Werte machen immerhin über 20 Prozent des Portfolios aus. Auch andere Aktien wie etwa Glaxo Smithkline oder BP zählen in ihren Heimatländern zu wichtigen Werten des jeweiligen Leitindex. Insgesamt entfällt auf die zehn Riesen 43,4 Prozent des Volumens.

          Alles in allem macht der „Responsibility Fund“ den Eindruck eines europäischen Standardwerte-Fonds mit Beimischung von Nebenwerten und einschränkenden sozialen Kriterien, aber hauptsächlich eines Blue-Chip-Fonds und bietet unter Renditeaspekten Standard. Insofern sollte der Investitionsgrund schon ein soziales Motiv sein. Der reguläre Ausgabeaufschlag liegt bei fünf und die jährliche Verwaltungsvergütung bei 2,04 Prozent.

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