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Investmentfonds : Rekord bei Index-Fonds - Vorteile offensichtlich

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Der Handel mit börsengehandelten Index-Fonds hat einen neuen Rekordwert erreicht. Die auch Exchange Traded Funds genannten Produkte werden vor allem von instutitionellen Anlegern gekauft. Ihre Vorteile liegen auf der Hand.

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          Die Deutsche Börse hat im Februar einen neuen Höchststand im Handel mit Index-Fonds verzeichnet. Wie die Börse am Freitag mitteilte, wurden bei diesen börsengehandelten Fonds (Exchange Traded Funds), die jeweils einen bestimmten Index abbilden, 4,89 Milliarden Euro umgesetzt. Damit wurde der bisherige Rekord vom März 2002, der bei 4,7 Milliarden Euro lag, um vier Prozent übertroffen, wie AP anmerkt.

          Der am meisten gehandelte Index-Fonds war nach Angaben des Börsenbetreibers der zu Jahresbeginn neu aufgelegte Deutsche Bank Dax DVG; bisher hatte der Anbieter Indexchange mit seinem Produkt Dax ex ein Monopol auf die Abbildung des deutschen Aktienleitindex.

          Nach Schätzungen von Marktteilnehmern werden Index-Fonds ganz überwiegend von institutionellen Anlegern wie Banken und Versicherungen genutzt; Privatanleger machen demnach nur ein Zehntel der Käufer aus und setzen lieber auf aktiv gemanagte Aktien- oder Rentenfonds. Oder versuchen ihr Glück als Stockpicker und halten Ausschau nach vielversprechenden Einzelaktien. Dies kann in manchen Fällen ein teurer Nachteil sein, der mit vergleichsweise höheren Kosten und einer schlechteren Wertentwicklung einhergeht. Deshalb sollten sich gerade Privatanleger, die dies bisher versäumt haben, näher mit ETFs beschäftigen.

          Mehr als eine Handvoll Vorteile gegenüber üblichen Fonds

          Index-Fonds bieten eine Reihe von Vorteilen. Zum einen entfällt bei ihnen der Ausgabeaufschlag, der bei Aktienfonds in der Regel vier bis fünf Prozent und bei Rentenfonds rund zwei bis drei Prozent des Anteilspreises beträgt. Zum zweiten ist die Verwaltungsgebühr mit 0,5 Prozent oder weniger klar niedriger als bei gemanagten Produkten. Anders als übliche Investmentfonds können ETFs nicht nur einmal am Tag ge- oder verkauft werden, sondern in jeder Sekunde zu Börsenhandelszeiten. Das bedeutet viertens: Der Preis wird fortlaufend festgestellt, nicht nur einmal am Tag. Und letztlich können Anleger sicher sein, daß hinter den Fondsanteilen auch eine entsprechende Menge Aktien (oder Anleihen) steht - was bei Index-Zertifikaten nicht unbedingt der Fall sein muß.

          Außerdem bieten gewisse ETFs im Vergleich zu üblichen Investmentfonds eine überdurchschnittliche Wertentwicklung - obwohl sie nur den jeweiligen Markt abbilden. Beispiel eins: Der Dax ex nimmt auf Sicht von drei Jahren den 54. Platz unter 96 Fonds ein, die in deutsche Standardwerte investieren. Auf Jahressicht steht er sogar auf Platz 20. Das heißt: 76 Fonds haben schlechter abgeschnitten als der Dax. Beispiel zwei: Drei auf den EuroStoxx 50 gemünzte Index-Fonds belegen sowohl auf Sicht von zwölf Monate als auch in der Dreijahresbilanz mindestens den 37. Platz unter 89 Fonds, die in Euroland-Standardwerte investieren.

          Deutsche Börse führender ETF-Marktplatz in Europa

          Besonders beeindruckend ist das dritte Beispiel: Der MDax ex von Indexchange nimmt in den genannten Zeiträumen jeweils Rang drei unter 15 deutschen Nebenwertefonds ein. Andererseits gibt es auch Index-Fonds, die schlechter abschneiden als gemanagte Produkte. Dies etwa für den DJ Stoxx 600 Oil & Gas ex, der unter vier Energie-Fonds den vierten Platz einnimmt (aber dennoch auf ein Jahresplus von 20 Prozent zu bieten hat).

          Übrigens: Die Deutsche Börse baute nach eigenen Angaben im Februar außerdem ihre Position als führender ETF-Marktplatz in Europa deutlich aus. Mit einem Anteil von über 63 Prozent habe das Segment für börsengehandelte Index-Fonds den höchsten europäischen Marktanteil seit 15 Monaten erzielt.

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