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Investmentfonds : Mischfonds sind vor allem Basis-Investments

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Bild: FAZ.NET

Mit aktuellen Börsentrends läßt sich am schnellsten Geld verdienen. Doch als Fonds kommen sie meist zu spät und bleiben oft hinter den Erwartungen zurück. Als langfristige Basis-Investments sind Mischfonds daher geeigneter.

          Die Grundidee eines Fonds ist die Risikostreuung. Durch die Aufteilung des Vermögens auf eine Vielzahl von Werten sinkt das Verlustrisiko, da der Ausfall eines Einzelinvestments durch die Wertentwicklung der anderen zumindest abgemildert wird. Der Preis dafür ist, daß man auch auf Rendite verzichtet, da eine außerordentlich gute Kursentwicklung eines Wertes durch die schwächere Entwicklung anderer Werte zumindest verwässert wird.

          Das Geheimnis der erfolgreichen Diversifikation liegt in der Korrelation. Wer etwa auf mehrere Fonds mit deutschen Aktien setzt, muß sich nicht wundern, daß wenn die Indizes schlecht laufen, plötzlich alle Fonds gleichzeitig im Minus liegen.

          Zu enge Konzepte mit dramatischen Folgen

          Insofern kann am Ende kaum überraschen, daß die Risiken eines langfristigen Fonds-Investments mit abnehmender Breite des Fonds steigen. Das Paradebeispiel dafür sind Branchenfonds, die in Werte einer einzigen Branche investieren, oder aber Themenfonds, die auf spezielle Einzelthemen setzen.

          Der Ende 1999 neu aufgelegte Aktienfonds Nordasia.com von Nordinvest ist eines der drastischsten Beispiele für die Folgen eines engen Konzepts. Das Anlagevehikel wurde zu einem der kostspieligsten Flops der deutschen Investmentgeschichte. Mehr als 2,6 Milliarden Euro waren Anfang 2000 in den vorwiegend in asiatische Internet-Werte investierenden Fonds angelegt worden.

          Das ging sechs Wochen lang gut. Der Anteilspreis kletterte um 32,55 Prozent auf 132,55 Euro, bevor der Internet-Hype platzte und der Preis bis zum Jahresende auf 29 Euro fiel. Anfang 2003 betrug der Preis noch 10,83 Euro, derzeit kostet ein Anteil 34,78 Euro. Dabei traf Fondsmanager Volker Kuhnwaldt nicht unbedingt die Schuld. Das viel zu enge Konzept, ließ kein Ausweichen in andere Branchen oder Regionen zu.

          Mischfonds langfristig sehr attraktiv

          Das älteste Musterbeispiel an Diversifikation ist vom Grundsatz her der Mischfonds. Über zehn Jahre haben sie nach der Statistik des Bundesverbands der Investmentgesellschaften (BVI) mit einer jährlichen Rendite von knapp sechs Prozent im Schnitt zwar deutlich weniger eingebracht als Aktienfonds mit etwas über sieben Prozent, doch lag die Volatilität der Erträge weniger als halb so hoch.

          Die geringere Rendite muß zwangsläufig entstehen, wenn die Aktienrendite mit der niedrigeren der Renten gestreckt wird. Denn wie sich immer wieder zeigt, bestätigt sich auch bei Fondsmanagern das Gesetz der großen Zahl: je häufiger ein Experiment (hier: die Geldanlage) durchgeführt wird, desto stärker tendiert das tatsächliche Ergebnis dazu, dem theoretisch vorhergesagten zu gleichen.

          Über 20 Jahre scheinen Mischfonds ihre Überlegenheit zu beweisen. Sie kommen durchschnittlich auf 6,1 Prozent Wertzuwachs, Aktienfonds nur auf 5,9. Allerdings ist die Grundgesamtheit mit nur acht Mischfonds hier bereits recht dünn.

          Trend-Fonds kommen meist zu spät

          Dennoch zählten Mischfonds in der Vergangenheit nicht unbedingt zu den Absatzrennern. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Wegen ihrer eher vorsichtigen Anlagepolitik und der breiten Streuung rangieren sie in kurz- und mittelfristigen Performance-Vergleichen nur selten im oberen Viertel.

          Vor allem die Anbieter, aber auch viele Anleger konzentrieren sich bei Vermarktung bzw. Kauf lieber auf aktuelle Spitzenreiter, die dann aber oft genug erst den Weg ins Depot finden, wenn Anleger und Vertrieb auf Themen aufmerksam geworden sind, die dann häufig an den Märkten bereits durchgespielt wurden und ihren Zenit überschritten haben. So sind von 30 BRIC-Fonds (Brasilien, Rußland, Indien, China) nur elf älter als ein Jahr und nur ein einziger älter als zwei Jahre.

          Fonds, die aber zu spät kommen, entwickeln sich anschließend meist nur noch unterdurchschnittlich oder erfüllen die Erwartungen nicht. Der Nordasia.com ist auch hier wieder ein deutliches Beispiel.

          2006 - ein Mischfondsjahr

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