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Investmentfonds : Mischfonds in schwierigem Fahrwasser

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Bild: FAZ.NET

Die Unsicherheit der vergangenen Monate an den Aktienmärkten hat auch bei den meisten Mischfonds ihre Spuren hinterlassen. Die meisten Fonds haben im vergangenen halben Jahr Verluste gemacht.

          Die Unsicherheit der vergangenen Monate an den Aktienmärkten hat auch bei den meisten Mischfonds ihre Spuren hinterlassen. 24 der 30 Fonds unserer Tabelle „Mischfonds mit der besten Wertentwicklung“ weisen in den vergangenen 6 Monaten Verluste von bis zu 10 Prozent auf. Vor zwei Monaten waren es gerade einmal 2 der 30 Produkte.

          Dabei ist die jüngste Schwäche eine herbe Enttäuschung für die Anleger, denen Mischfonds als deutlich weniger riskant als Aktienfonds verkauft werden. Dass die Wertentwicklung dennoch ähnlich schlecht ist wie jene an den Aktienmärkten, liegt an der Ausrichtung der Fonds, die in der Tabelle die Spitzenpositionen erklommen haben.

          Kurzfristig Rückschläge für hohe Aktienanteile

          Offenkundig wird dies beim Blick auf das Anlagesegment: Die aggressiven und flexiblen Mischfonds dominieren die Tabelle, und diese Fonds haben meist Aktienanteile von mehr als drei Viertel des Fondsvolumens. Per Definition liegt der Aktienanteil bei den als aggressiv betitelten Fonds bei mehr als 65 Prozent. Den Fonds unter dem Stichwort „flexibel“ ist es freigestellt, mit welchen Gewichtungen sie Aktien, Renten und andere Wertpapiere in ihren Fonds mischen.

          Mit Sicht auf drei Jahre - nach der unsere Tabelle sortiert ist - hat sich die riskante Mischung mit einem hohen Aktienanteil gelohnt. Seit Beginn der Kreditkrise im Sommer 2007 haben die Aktienmärkte jedoch ihre Rolle als größter Renditebringer im Depot abgegeben und liegen mit Sicht auf sechs Monate mit 3 Prozent (Dax), 6 Prozent (Euro Stoxx 50) und 8 Prozent (Dow Jones) im Minus.

          ZZ3-Rendite geschrumpft

          Besonders getroffen hat diese Trendwende den Spitzenreiter der Tabelle, den ZZ3 der österreichischen ZZ Vermögensverwaltung. Mit einem Minus von 10 Prozent im vergangenen halben Jahr ist er der schlechteste der 30 aufgeführten Fonds gewesen. Auch die Jahresrendite ist von noch 46 Prozent Anfang November auf nun nur noch 17 Prozent arg zusammengeschrumpft.

          Ein Blick in das Portefeuille des Fonds zeigt ein gewagtes Vorgehen: Fondsmanager Peter Pühringer hatte zur Jahresmitte mit der Deutschen Telekom, der Deutschen Bank und SAP zwar drei Schwergewichte aus dem Deutschen Aktienindex Dax im Fonds, deren Anteil von 4 Prozent war aber vergleichsweise gering. Die übrigen Aktien lassen ein Faible für China und Südostasien erkennen, aber auch zahlreiche Aktien aus anderen Schwellenländern hält Pühringer im Portefeuille. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von spekulativen Hebelpapieren auf Aktien und Indizes.

          Die Gesellschaft selbst legt den ZZ3 daher auch nur sehr risikofreudigen und erfahrenen Anlegern mit einer langfristigen Anlageperspektive ans Herz. Die gewagte Strategie ist auch nicht immer so gut aufgegangen wie in der jüngsten Hausse an den Aktienmärkten. Als es an den Börsen in den Jahren 2000 bis 2003 kräftig bergab ging, hat auch der ZZ3 mehr als die Hälfte seines Werts verloren.

          Defensive Strategie bringt Früchte

          Als Aufsteiger in der unsicheren Zeit präsentiert sich hingegen der DWS Zürich Invest Global. Mit einem Plus von knapp 8 Prozent in den vergangenen sechs Monaten ist der der Beste unter den 30 Produkten der Tabelle, und mit einer Jahresrendite von 15 Prozent liegt er auf Platz 3. Fondsmanager Marc-Alexander Kniess setzt neben Staatsanleihen und Wandelanleihen auf vergleichsweise konjunkturunabhängige Aktien. Seine favorisierten Branchen sind Pharma, Telekommunikation und Versorger.

          Den Finanzsektor und andere unmittelbar von der amerikanischen Kreditkrise betroffene Bereiche hat das Fondsmanagement deutlich untergewichtet, zuletzt jedoch wieder mit dem Aufbau von Positionen begonnen. Die Aktienquote lag zum Jahresende bei gut 50 Prozent. Generell liegt sie bei dem Fonds der Kategorie „ausgewogen“ zwischen 35 und 65 Prozent.

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