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Investmentfonds : Fondsmanager bei Euroland-Aktien chancenlos

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Die besten Fonds, die auf Aktien aus dem Euroraum setzen, zeichnen nur mechanisch den Index nach. Die aktiv gemanagten Fonds kommen nicht hinterher - es sei denn, der Manager ist ein Computer.

          Die besten Euroland-Aktienfonds werden nicht gemanagt, sondern bilden nur passiv einen Index ab oder werden vom Computer gesteuert. Das gilt zumindest für die vergangenen zwölf Monate.

          In der FAZ.NET-Rangliste der besten Euroland-Fonds führen auf Jahressicht zwei Indexfonds: der „DJ Euro Stoxx Select Dividend 30 Ex“ (Isin DE0002635281) mit einem Plus von etwa 38 Prozent und der „IShares DJ Euro Stoxx Midcap“ (Isin IE00B02KXL92) mit gut 29 Prozent Wertzuwachs nach S&P-Angaben.

          Ziel der beiden Fonds ist es, den genannten Index möglichst genau abzubilden. Ein aktives Management findet nicht statt. Deshalb halten sich auch die Kosten in Grenzen: Die jährlichen Gebühren für beide Fonds belaufen sich auf nur 0,3 bzw. 0,4 Prozent.

          Ohne Fundamentalanalyse

          Auf Sicht von sechs Monaten führt der „HSBC Trinkhaus Laplace Euroland“ (Isin DE000A0HGMJ6) mit einem Plus von knapp 27 Prozent die Rangliste an (siehe auch: FAZ.NET-Fondsvergleich: Aktien Euroland).

          Dieser Fonds wird zwar aktiv gemanagt, aber nicht von einem Fondsmanager, sondern vom Computer. Für die Aktienauswahl verzichtet die Anlagegesellschaft auf die klassische fundamentale Analyse, auch die täglichen Nachrichten vom Finanzmarkt werden ignoriert. Stattdessen wählt ein mathematischer Algorithmus 25 aus etwa 1800 Aktien aus und gewichtet diese Titel gleich.

          In der S&P-Datenbank sind die Jahresdaten des im Dezember 2005 aufgelegten Fonds noch nicht berücksichtigt, sonst hätte dieses Produkt auch auf Jahressicht die Führungsposition erreicht. Nach Angaben von HSBC hat der Laplace-Fonds seit Auflage 44 Prozent an Wert gewonnen, der Euro Stoxx 50 dagegen nur 17 Prozent.

          Ganz billig ist der Fonds nicht

          „Quantitative Modelle stehen für objektive, disziplinierte Anlageentscheidungen“, sagt André Werner, Geschäftsführer von Laplace und Berater des Fonds. „Die Anfälligkeit für psychologische Einflüsse wird begrenzt, weshalb die Verwendung eines solchen Modells oft erfolgreicher ist als ein rein fundamentaler Ansatz.“

          Eine Rückrechnung für den Zeitraum 1997 bis 2005 habe ergeben, dass der Fonds den Euro Stoxx 50 inklusive Dividenden jährlich im Schnitt um einen prozentual zweistelligen Wert übertroffen hätte.

          Ganz billig ist der Fonds allerdings nicht: Neben dem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent fällt eine Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent im Jahr an, außerdem behält das Fondsmanagement stolze 20 Prozent der Überrendite ein, wenn der Fonds den Euro Stoxx 50 schlägt.

          In der Baisse sind Indexfonds keine Lösung

          Diese Beispiele zeigen einmal mehr, dass sich Fondsmanager sehr schwer dabei tun, ihren Index zu schlagen. Mit Indexfonds gewinnt der Anleger nur so viel wie der Markt - doch das ist oft mehr, als klassisch gemanagte Fonds bringen können.

          Das gilt insbesondere in den großen, sehr liquiden Aktienmärkten, die von unzähligen Analysten beobachtet werden. In kleineren Schwellenländern und bei Nebenwerten fällt es Fondsmanagern meist leichter, den Markt zu schlagen. Auch in der Baisse könnten die Anlageprofis wieder beweisen, dass sie die Gebühren wert sind: Dann nämlich kommt es vor allem darauf an, kein Geld zu vernichten - Indexfonds sind in fallenden Märkten keine Lösung.

          Der Erfolg des Laplace-Fonds wiederum zeigt, dass sich gute quantitative Methoden auszahlen können. Verschiedene andere Fonds, die mit dem Computer gemanagt werden, beweisen das seit Jahren. Beim Laplace-Fonds wäre es für ein abschließendes Urteil wohl noch zu früh. Der Algorithmus muss in den kommenden Jahren noch unter Realbedingungen beweisen, dass er den Markt auf Dauer schlagen kann.

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