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Investmentfonds : Exchange Traded Funds wachsen in Europa weiter

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Exchange Traded Funds, die auf Aktiendizes laufen, haben auch im Januar einen Zuwachs beim Volumen der verwalteten Gelder erzielt. Bei deutschen Privatanlegern hat das Interesse an diesen Fonds aber zuletzt stagniert.

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          In Zeiten grundsätzlich steigender Aktienkurse bleiben sie eine Erfolgsgeschichte: die Exchange Traded Funds, das sind Fonds, die auf Aktienindizes laufen und auch unter dem Begriff „börsengehandelte Fonds“ bekannt sind. Im Januar haben sowohl der Dax und der Dow Jones Euro Stoxx als auch der MDax und der TecDax besser abgeschnitten als zum Ende vergangenen Jahres, folglich erhöhte sich mit ihnen auch das Volumen von Exchange Traded Funds (ETF). Und zwar in Dollar gerechnet um 9,2 Prozent in Europa - eine Zahl, die den Durchschnitt aller 105 gelisteter Index-Fonds widerspiegelt. Dies weist eine neue Erhebung der Investmentbank Morgan Stanley aus.

          Nach dieser Studie erhöhte sich die Summe der verwalteten Mittel in Europa auf 22,34 Milliarden Dollar nach 20,44 Milliarden Dollar im Vormonat; zum Vergleich: In Japan stecken 28,02 Milliarden Dollar in 17 verfügbaren ETFs. Die Zahl der in Europa gehandelten Index-Produkte stieg um einen Fonds auf 105. Weltweit bestehen 296 Exchange Traded Funds, die zuletzt auf ein Volumen von 219,951 Milliarden Dollar nach 211,98 Milliarden Dollar im Dezember kamen.

          Aus 100 Euro wurden binnen Jahresfrist 176,50 Euro

          Wer in solche Fondsprodukte investiert ist, hat binnen Jahresfrist schöne Gewinne einfahren können: In dieser Zeit stieg der Dow Jones Euro Stoxx um 30,1 Prozent, der Dax legte um 52,7 Prozent zu, der MDax kletterte um 60,4 Prozent, und den Vogel schoß der TecDax ab: plus 76,5 Prozent laut die Bilanz bisher. Entsprechend fielen die Gewinne bei ETFs aus, die auf diese Indizes laufen. Dabei sind eine Reihe von aktiv gemanagten Aktienfonds diesen vergleichsweise einfach strukturierten und transparenten Produkten zurückgeblieben.

          Index-Fonds haben aber weitere Vorteile: Anders als bei üblichen Aktienfonds muß der Anleger keinerlei Ausgabeaufschlag bezahlen, wenn er ETFs über die Börse kauft. Zweitens ist die Verwaltungsgebühr mit rund 0,5 Prozent im Vergleich deutlich niedriger. Drittens werden die Kurse laufend fortgeschrieben und nicht nur einmal am Tag festgestellt, wie es bei aktiv gemanagten Investmentfonds der Fall ist. Nicht zuletzt muß sich ein Investor nicht ständig um die Entwicklung einzelner Unternehmen und Aktien kümmern - es genügt, wenn er den jeweiligen Markt, den ein Indexfonds abbildet, im Blick hat.

          Von deutschen Privatanlegern noch nicht richtig entdeckt

          Doch deutsche Privatanleger lassen Exchange Traded Funds, anders als Investmentbanken etwa, eher links liegen: „Das Volumenaufkommen bleibt weit hinter den großen institutionellen Anlegern zurück. Nur rund zehn Prozent des in börsengehandelten Indexfonds verwalteten Vermögens soll von Privatanlegern kommen“, stellte die F.A.Z. unter Berufung auf die Deutsche Börse soeben fest. Gemessen an der Wertentwicklung, der günstigen Gebühren und angesichts der Verfassung der Aktienmärkte lohnt es sich aber, dem Beispiel institutioneller Anleger zu folgen.

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