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Investmentfonds : Europa-Fondsmanager wechseln die Richtung

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Bild: FAZ.NET

Eine Umfrage von Merrill Lynch zeigt zunehmende Skepsis gegenüber Aktienengagements in Europa, während die Rentenmärkte als überbewertet gelten. Eine Steilvorlage für Mischfonds mit konservativer Anlagestrategie.

          Die größere Schwankungsanfälligkeit der Aktien- und Rentenmärkte seit dem Sommer erweist sich als Steilvorlage für Mischfonds mit konservativer Anlagestrategie. Verzeichneten vor zwei Monaten bis auf eine Ausnahme noch alle in unserer Rangliste vertretenen Fonds über den kurzfristigen Zeitraum von sechs Monaten einen Wertzuwachs, so ist die Anzahl inzwischen auf acht geschmolzen.

          Mischfonds haben die Möglichkeit, in Aktien wie auch in Anleihen zu investieren. Besonders gut schlugen sich nun diejenigen Portfoliokonstrukteure, die ihren Investitionsschwerpunkt normalerweise in klassischen Staatsanleihen sehen. Ihnen kam dabei der Effekt entgegen, dass die Anleihen im Zuge der Verunsicherung durch die Liquiditätskrise an den Kreditmärkten als sicherer Hafen gefragt waren. Seit dem Sommer kamen daher aus dieser Richtung höhere Kursgewinne zusammen, als gleichzeitig mit Aktien - gemessen an den großen Indizes wie dem Dax - erwirtschaftet werden konnten.

          Anleihen überbewertet, europäische Aktien skeptisch

          An der grundsätzlichen Einschätzung, dass Aktien ein größeres Potential als Anleihen zugemessen wird, hat das Geschehen der vergangenen sechs Monate allerdings wenig geändert. Das macht die jüngste Fondsmanagerumfrage der Investmentbank Merrill Lynch deutlich. Mit 47 Prozent hält weiterhin fast die Hälfte der befragten Investoren - die zusammen ein Vermögen von knapp 700 Milliarden Dollar verwalten - die Anleihemärkte für überbewertet. Diese Einschätzung hat im Herbst sogar eher noch zu- als abgenommen. Eine Überbewertung von Aktien sehen dagegen nur 16 Prozent.

          Bemerkenswert ist jedoch die daraus abzulesende wachsende Skepsis gegenüber Aktienengagements in Europa. Hier hat die Stimmung über die vergangenen sechs Monate komplett gedreht. Gingen 45 Prozent der befragten Fondsmanager im Sommer noch von einem zunehmenden Wirtschaftswachstum in den nächsten zwölf Monaten aus, so sind es inzwischen nur noch 8 Prozent. Erwarteten damals 30 Prozent eine leichte Abschwächung, so sind es inzwischen 74 Prozent. Parallel trübten sich die Gewinnerwartungen ein. Die Ansicht, dass der Gewinn je Aktie in Europa leicht zulegen sollte, hat sich von 38 auf 16 Prozent glatt halbiert.

          Vorsprung eingebüßt

          Diese zurückhaltenden Prognosen schlagen sich auch in der Portfoliozusammensetzung nieder. War der Abstand von Fondsmanagern, die europäische Aktien übergewichtet halten, gegenüber Fondsmanagern mit einer Untergewichtung europäischer Titel vor einem halben Jahr mit 50 Prozentpunkten noch riesig, so ist er inzwischen auf 19 Prozentpunkte zusammengeschmolzen. Favoriten sind wie schon in den Vormonaten die Aktien aus Schwellenländern. Aber auch amerikanische Aktien, um die Fondsmanager lange Zeit einen großen Bogen machten, haben zuletzt deutlich aufgeholt. Inzwischen hält ein Drittel der Befragten - unberührt von der Krise am Markt für zweitklassige Hypothekenanleihen - übergewichtete Positionen in amerikanischen Titeln.

          Von der wachsenden Skepsis gegenüber europäischen Aktien ist der deutsche Markt nicht ausgenommen. Liegen die Großanleger mit ihrer Einschätzung richtig, dürfte es mit der positiven Ausnahmeerscheinung - der Dax liegt als einer der wenigen Aktienmarktindizes seit Jahresbeginn immer noch mit 19 Prozent im Plus - demnächst vorüber sein. „Mit Deutschlands Status als größte Exportnation der Welt fühlen sich Investoren zunehmend unwohl“, hat die Merrill-Lynch-Analystin Karen Olney beobachtet. „Um nicht in ein Kreuzfeuer aus starkem Euro und schwächerem globalen Wirtschaftswachstum zu geraten, setzen sie stärker auf Werte mit einem starken Standbein auf dem Heimatmarkt.“

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