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Investmentfonds : DWS Zukunftsressourcen steht vor einer großen Aufgabe

  • Aktualisiert am

Investitionsbedarf: Wasserreinigung in Thailand Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die DWS präsentiert einen neuen Sustainability-Fonds, der vor allem auf Wasser setzt. Die bisherigen Erfahrungen mit einem Sustainability-Fonds der Gesellschaft sind indes nicht sehr vielversprechend.

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          Wie klingt das Wort „Ökofonds“? Ehrlich gesagt, klingt es nach gut gemeint, viel Idealismus und wenig Rendite. Wie gut, daß es englische Begriffe gibt. Die klingen einfach so, als ob sie so richtig ertragreich wären, auch wenn kein Mensch versteht, was sie eigentlich bedeuten.

          Das Zauberwort, daß aus einem alternativen Ökofonds eine attraktive, zukunftsweisende Anlageidee mach, heißt Sustainability, was nichts weiter als Nachhaltigkeit bedeutet und längst nicht mehr nur eine Sache für kleine Gesellschaften auf der Suche nach einem unverwechselbaren Profil ist.

          In den vergangenen Monaten aufgeholt

          Nicht weniger als 65 in Euro denominierte Fonds kennt die Anlageklasse „Aktien Ökologie, Umwelt, Sustainability“ bei Fondsweb. Nach Daten von Standard & Poor's sind in den 47 Fonds der Aktien-Anlageklassen Ökologie Global, Ethikwerte Global und Ethikwerte Europa insgesamt immerhin 1,94 Milliarden Euro angelegt - deutlich mehr als in auf China spezialisierte Aktienfonds, mehr als doppelt soviel wie in deutschen Nebenwerten und immer noch rund halb soviel wie in Deutschland-Fonds.

          Die Anlageklassen waren in der Vergangenheit nicht immer sonderlich erfolgreich. Besonders Langfristanleger mußten hart im Nehmen sein. Von den 17 Fonds der Klasse „Aktien Ökologie, Umwelt, Sustainability“, die bereits fünf Jahre am Markt sind, gelang es lediglich dreien, eine positive Wertentwicklung zu verbuchen - und auch das nur mit durchschnittlichen Renditen von unter drei Prozent pro Jahr. Selbst bei Small-Cap-Fonds lag die Erfolgsquote mit 34 Prozent doppelt so hoch. Indes liegen die Sustainability-Fonds damit noch besser als viele Branchenfonds.

          Besser sieht es über drei Jahre aus. Hier hat kein einziger der 28 Fonds ein Minus zu verzeichnen. In der ersten Hälfte der vergangenen zwölf Monate gab es dann wieder mehr Mißerfolge. Doch mit den Börsen ziehen auch die Nachhaltigkeitsfonds wieder an. Die Anlageklasse „Ökologie Global“ brachte es auf Sicht eines Monats immerhin auf Platz 19 der Rangliste und ließ damit Goldfonds, Deutsche Aktien und Osteuropafonds hinter sich.

          Wasser als Rohstoff der Zukunft

          Diese Erholung mag eine Rolle spielen, daß die Klasse jetzt wieder Zuwachs erhält, diesmal aus dem Hause DWS. „Zukunftsressourcen“ nennt sich das Produkt, das am kommenden Montag an den Start geht und vor allem auf Wasserwerte setzen soll, für die eine Investitionsquote von 40 Prozent geplant ist.

          Das rasante Wachstum der Weltbevölkerung und die fortschreitende Industrialisierung, so die DWS, führe zu einer immensen Erhöhung des Wasserverbrauchs. Und nicht nur das - auch Faktoren wie Klimaveränderung und Flächenversiegelung lassen die Prognose zu, daß der Quelle allen Lebens knapper wird.

          Hinzu kommt ein hoher Investitionsbedarf in der Wasserinfrastruktur. So gehen in den Vereinigten Staaten und China bis zu 20 Prozent des Trinkwassers in maroden Leitungen verloren. In New York besteht das Leitungssystem teilweise noch aus Holz.

          Der DWS Zukunftsressourcen setzt auf Aktien von Unternehmen, die in der Wasserinfrastruktur, das heißt in der Produktion, Aufbereitung und Verteilung von Wasser tätig sind.

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