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Investmentfonds : Die wenigsten Fonds entwickeln sich auf Dauer gut

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Bild: FAZ.NET

Dass die wenigsten Fondsmanager den Markt schlagen ist eine bekannte Tatsache. Aber dass nur neun von mehr als 25.000 Fonds auf Dauer vorne dabei sind, ist doch schon ziemlich ernüchternd. Um so höher ist die Leistung dieser Manager zu schätzen.

          Fonds werden als Geldanlage mit den verschiedensten Argumenten befürwortet. Einmal wird auf die höhere Kompetenz der Manager verweisen, die in der Lage seien, so viel mehr an Rendite zu erwirtschaften, dass dies die bisweilen recht hohen Gebühren der Anlage durchaus rechtfertige. Ein anderes Mal wird darauf verweisen, dass ein Fonds durch seine breitere Streuung eine sehr viel stabilere Wertentwicklung erwirtschaften könne als dies Privatanlegern mit begrenzten Ressourcen möglich sei.

          Angesichts der Ereignisse der vergangen Wochen stellt sich die Frage, ob die Anlageklasse ,solche versprechen auch wirklich einzuhalten in der Lage ist, waren diese doch von hoher Volatilität geprägt. Unter solchen Umständen ist sicherlich ein Anlagevehikel begehrenswert, das sich unabhängig von den Unwägbarkeiten der Börse stabil entwickelt.

          Nur 0,03 Prozent auf Dauer vorne dabei

          Die Analysten des österreichischen Branchendienstes e-fundresearch.com haben untersucht, inwieweit diese erhoffte stabile Entwicklung tatsächlich eingetreten ist und kamen wieder einmal zu dem schon hinlänglich bekannten Ergebnis: Kaum ein Fondsmanager vermag auf Dauer den Markt zu schlagen.

          Von 25.856 untersuchten Fonds gelang es in den vergangen sieben 12-Monats-Perioden (per Ende August) nur neun, stets zu den besten 25 Prozent in ihrer jeweiligen Anlagekategorie zu gehören, wobei solche Kategorien ausgenommen wurden, die weniger als zehn Fonds beinhalten.

          Die Ergebnisse überraschen ein wenig. So befinden sich unter diesen neun mit jeweils vier genauso viele Aktien- und Geldmarktfonds. Dabei sollte man eigentlich annehmen, dass Geldmarktfonds stabiler laufen. Doch fehlt angesichts der geringen Spannweite der Ergebnisse in der Kategorie nicht viel, um von einem 25. auf einen 100. Platz zu fallen. Dazu waren in den vergangen zwölf Monaten beispielsweise weniger als 30 Basispunkte nötig.

          Nicht einmal alle bringen Gewinn

          Erschreckend ist nahezu, dass noch nicht einmal alle dieser Fonds Euro-Anlegern über die Distanz von sieben Jahren Gewinne einbrachten. So hat der Dollar-Cash-Fonds der österreichischen Sparkassen zwar in der Fondswährung Gewinne erzielen können, aber in Euro gerechnet 2,9 Prozent abgegeben. Allerdings geht es hier um die relative, nicht die absolute Wertentwicklung der Fonds über einen längeren Zeitraum.

          Bester der neun Fonds ist indes ein Mischfonds, der „Ziel Netto“ der österreichischen Kapitalanlagegeselllschaft Ziel Invest, der im Besitz einer kunstfördernden Stiftung deren Mittel verwaltet, aber diese Dienste auch anderen Stiftungen anbietet.

          Der Mischfonds investiert überwiegend in Euro-Staatsanleihen, auch wenn seine wichtigste Position aktuell eine Dollar-Anleihe der Republik Österreich darstellt. Zu 20 Prozent mischt er österreichische Aktien bei, Standardwerte wie Voestalpine oder OMV.

          Der Fokus liegt dabei auf eine „kapitalertragsteuerschonende Veranlagung“ und dies verhalf dem Fonds auch in der letzten 12-Monats-Periode wieder zu einem ansehnlichen Ertrag von 8,2 Prozent, so dass Birgit Schörg, die den Fonds seit dem Tod des langjährigen Managers Friedrich Moser im vergangen Jahr verwaltet, an dessen Erfolge hat bislang anschließen können.

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