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Investmentfonds : "Banken behindern Fondskauf über die Börse"

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Investmentfonds gibt es nicht nur bei der Hausbank, sondern auch an der Börse. Dochdamit verdienen die Banken weniger und sabotietren diesen Vertriebsweg. Meint zumindest die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und erwägt rechtliche Schritte.

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          Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erwägt rechtliche Schritte gegen Banken, die ihre Kunden unzureichend über die Möglichkeit informieren, Anteile an Publikumsfonds an der Börse zu erwerben. Man habe die Banken schriftlich aufgefordert, zu entsprechenden Vorwürfen von Privatanlegern Stellung zu nehmen, sagte DSW-Geschäftsführer Carsten Heise dieser Zeitung.

          „Wenn die Antworten unbefriedigend ausfallen, denken wir daran, den Rechtsweg zu beschreiten.“ Das könnte bedeuten, für ein Mitglied der Aktionärsvereinigung vor Gericht oder vor einer Schiedsstelle ein Verfahren gegen die betreuende Bank zu führen. Das Ziel der Kläger wäre es, das Geldhaus zur Erstattung des Ausgabeaufschlages zu zwingen, der bei Geschäften an der Börse nicht anfällt.

          Unterstützung vom Parkett

          „Wenn wir recht bekämen, hätte das sicher über den Einzelfall hinaus eine Signalwirkung“, erwartet Heise. Er wies darauf hin, daß ein Teil des Ausgabeaufschlages von üblicherweise drei bis fünf Prozent als Provision an die Banken fließe. Bei Produkten bankeigener Kapitalanlagegesellschaften verbleibe sogar der ganze Betrag im Geldkonzern.

          Auch die Berliner Börse ist der Ansicht, daß die Banken gesetzlich verpflichtet sind, Anleger auf die Möglichkeit des Fondsbezugs außerhalb der Banken hinzuweisen. Das ergebe sich aus dem Wertpapierhandelsgesetz und der Wohlverhaltensrichtlinie des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel (Bafin), sagte der Vorstand der Berliner Börse AG, Jörg Walter, der FAZ. Trotz gegenteiliger Verpflichtung wiesen viele Berater ihre Kunden auf die Kaufalternative nicht hin, manche Mitarbeiter rieten sogar explizit davon ab oder schützten technische Schwierigkeiten vor, die dem Kauf über die Börse entgegenstünden. „Die Banken dürfen ihre Aufklärungspflicht nicht vernachlässigen oder Unwahrheiten in die Welt setzen, nur um ihre eigenen Provisionen zu maximieren“, kritisierte Walter.

          Banken sind sich keiner Schuld bewußt

          Dennoch will sich die Börse an einer möglichen Klage zunächst nicht beteiligen. „Wir setzen auf die Einsicht in den Banken“, so Walter. Die privaten Geldinstitute wiesen die Vorwürfe zurück. Man komme der Aufklärungspflicht ausreichend nach, versicherte eine Sprecherin des Bundesverbands Deutscher Banken. So erhalte jeder Anleger die Broschüre „Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren“, worin auf die Möglichkeit hingewiesen werde, Investmentfonds fortlaufend an der Börse zu kaufen oder zu verkaufen.

          Nach den Worten von Börsenchef Walter hat sich der börsliche Fondshandel trotz mancher Widerstände rasant entwickelt. Im vergangenen Jahr habe das gehandelte Volumen allein an der Börse Berlin rund 503 Millionen Euro betragen, im ersten Halbjahr 2005 seien es bereits 409 Millionen Euro gewesen.

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