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Investmentfonds : Anhaltend starkes Wachstum bei Indexfonds

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Der Mittelzufluß zu börsennotierten Indexfonds hält an. Im ersten Halbjahr ist das Volumen verwalteter Anlegergelder in Exchange Traded Funds in Europa stärker gestiegen als der MSCI Europe-Index. Dazu wächst das Angebot erheblich.

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          Der starke Mittelzufluß in börsennotierte Indexfonds hält an. Im ersten Halbjahr ist das Volumen verwalteter Anlegergelder in Exchange Traded Funds (ETF) in Europa stärker gestiegen als der MSCI Europe-Index. Auch konnte es die Zuwächse in Japan und in den Vereinigten Staaten, dem größten ETF-Markt, übertreffen. Dazu wächst das tägliche Handelsvolumen ebenso wie das Angebot an Indexfonds erheblich, wie aus einer neuen Studie der Investmentbank Morgan Stanley folgt.

          Demnach haben Ende Juni insgesamt 596 Indexfonds gut 487 Milliarden Dollar auf sich vereinigt. Zum Vergleich: Zur Jahrtausendwende waren es noch weniger als 100 Milliarden Dollar gewesen. Mit etwas mehr als 344 Milliarden Dollar in 275 Fonds sind die Vereinigten Staaten der größte ETF-Markt, gefolgt von Europa mit gut 71 Milliarden Dollar, die auf 216 Produkte verteilt sind, und Japan mit annähernd 40 Milliarden Dollar in 13 Fonds.

          Handelsvolumen seit Jahreswechsel verdoppelt

          Wie Morgan Stanley-Analystin Deborah Fuhr ermittelt hat, ist das tägliche Handelsvolumen von Exchange Traded Funds in diesem Jahr förmlich explodiert: Bis zum 30. Juni ging es um 108,7 Prozentnach oben, gemessen in Dollar. Durchschnittlich wurden 643 Millionen Indexfonds-Anteile im Gesamtwert von 34,4 Milliarden Dollar am Tag gehandelt.

          Dagegen nimmt sich das Wachstum beim Mittelzufluß nicht ganz so beeindruckend aus. In Europa nahm es um knapp 30 Prozent zu, während der MSCI Europe-Index sich um annähernd 20 Prozent verbesserte. In Amerika ging es bei ETF um 13,2 Prozent aufwärts, wobei der MSCI US nur um 1,6 Prozent stieg. In Japan schwoll das Volumen der verwalteten Gelder um 24,5 Prozent an - obwohl der MSCI Japan um 1,9 Prozent nachgab. Auch diese Daten beziehen sich auf Dollar.

          68 neue ETFs in Europa geplant

          Die wachsende Nachfrage stößt auf ein zunehmendes Angebot von Fonds, die Regionen-, Länder-, Themen- oder Branchenindizes wie den Dax, den Dow Jones Euro Stoxx Selected Dividend 30 oder den Dow Jones Stoxx 600 Utilities abbilden. Im ersten Halbjahr sind in Europa 51 ETFs hinzugekommen, 68 weitere sind nach Angaben von Fuhr geplant.

          Börsennotierte Indexfonds haben dabei eine Reihe von Vorteilen auch und gerade für Privatinvestoren, die im Gegensatz zu institutionellen Anleger diese Anlageklasse noch nicht richtig entdeckt haben („Markt für Indexfonds in Europa noch im Aufbau“). So sind Indexfonds in Europa erheblich günstiger als aktiv gemanagte Fonds: Ein Aufgeld fällt nicht an, die Gesamtquote beträgt laut Fuhr bei Aktien-Indexfonds derzeit nur 0,46 Prozent im Vergleich zu 1,9 Prozent bei aktiv gemanagten Produkten und einem Prozent bei indexnahen Aktienfonds.

          Zudem können ETFs wie Aktien fortlaufend gehandelt werden, was bei den meisten herkömmlichen Investmentfonds nicht der Fall ist. Und während bei Indexfonds das Portfolio stets klar ist, weil eben ein Index abgebildet wird, weiß der Anleger bei aktiv gemanagten Produkten nicht, was hinter demselben steckt. Schließlich annonciert ein Fondsmanagement nicht seine laufenden Käufe und Verkäufe.

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