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Interview : "Wir wollen den Markt um mehr als fünf Prozent schlagen"

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Sehr erfolgreich: Fondsmanager Klein von First Private Bild:

Der Europa Aktienfonds ULM von First Private hat über fünf Jahre schöne Erträge erzielt und ist damit eine Ausnahme. Auch künftig will Fondsmanager Klein, der Finanzdienstleister bevorzugt, den Vergleichsindex MSCI Europe klar schlagen.

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          Das Jahr neigt sich dem Ende zu - da wird auch bei Investmentfonds Bilanz gezogen. Die Frankfurter Gesellschaft First Private kann mit Zufriedenheit auf ihren Fonds Europa Aktien ULM schauen. Denn unter 288 Europa-Fonds rangiert ihr Produkt im Jahresvergleich mit einem Kursgewinn von 20,3 Prozent an sechster Stelle.

          Der Spitzenplatz ist keine Ausnahme: Auf Sicht von drei Jahren hat keiner der anderen Anbieter besser abgeschnitten. Und in den vergangenen fünf Jahren war nur der Vitruvius European Equity Fund erfolgreicher: Dieser hat ein Plus von 46,88 Prozent vorzuweisen, während sich der Fonds von First Private um 46,12 Prozent verbessert hat. In diesem Zeitraum haben überhaupt nur 13 von 288 Fonds Gewinne erwirtschaftet.

          Mithin steht der Europa Aktien ULM für eine verläßlich gute Performance. FAZ.NET sprach mit Fondsmanager Tobias Klein über dessen Erfolgsrezept. Im folgenden Interview erläutert er unter anderem, warum fast die Hälfte des Fondskapitals in Aktien von Banken und weiteren Finanzdienstleistern investiert ist.

          Sie haben in den vergangenen fünf Jahren unter dem Strich durchgehend positive Erträge erwirtschaftet - im Gegensatz zu den meisten anderen ihrer Konkurrenten. Wie ist Ihnen das gelungen?

          Zuerst möchte ich sagen, daß viele der anderen Fondsmanager auf Sicht von fünf oder drei Jahren solche Erträge wie wir grundsätzlich nicht erzielen können. Denn der enge Rahmen, in dem sie von ihrem jeweiligen Vergleichsindex abrücken dürfen, läßt ein solches Ergebnis gar nicht zu. Viele sind sozusagen an die Benchmark gekettet und mußten deshalb in schlechten Märkten mit abrauschen.

          Wir haben uns dagegen sehr aktiv in nur wenigen ausgesuchten Titeln der Benchmark positioniert, die auch in schwierigen Phasen eine gute absolute Performance versprachen. Andere betrachten es bereits als „mutige Wette“, einen Wert, der in der Benchmark ein hohes Gewicht von etwa vier Prozent hat, „nur“ mit zwei Prozent ins Portfolio aufzunehmen, wenn sie ihn nicht attraktiv finden. Das ist halbherzig und schadet den Anlegern, wenn die negative Einschätzung des Portfolio Managers stimmt. Nicht nur hat unsere quantitative Aktienselektion systematisch die richtigen Ideen generiert, wir haben sie auch konsequent umgesetzt. Dann sind solch gute Ergebnisse möglich.

          Interessiert Sie die Benchmark überhaupt nicht?

          Die Benchmark ist unser Anlageuniversum, das wir uns anschauen und aus dem wir uns bedienen, also die Grundlage für die Auswahl. Mit Blick auf die Gewichtung einzelner Branchen und Titel ist es uns gerade egal, wie stark oder schwach diese Industrien und Aktien im Vergleichsindex vertreten sind. Wir schauen aber, welche Klumpung oder Auffälligkeiten es in unserem Portfolio gibt. Dann achten wir darauf, daß wir uns nicht exzessiv in einem Bereich tummeln, um kein großes Klumpenrisiko zu laufen. Denn das wäre nicht im Sinne der Anleger.

          Wie wählen Sie Titel für das Portfolio aus?

          Wir haben aus Fehlern, die wir und andere gemacht haben, gelernt. Uns geht es darum, eine konservativ-vernünftige Grundhaltung dauerhaft in Erfolg umzumünzen. So haben wir uns ein enges Korsett für die Positivauswahl gegeben. Zuerst suchen wir die Titel heraus, die hinreichend liquide sind, danach jene, die niedrig bewertet sind. Anschließend sortieren wir die Unternehmen heraus, die nicht ausreichend wachsen oder finanzielle Risiken aufweisen. Am Ende einer solchen quantitativen Vorauswahl stehen etwa 120 Kauf-Kandidaten, die von den Zahlen her sehr gut aussehen und die der Computer sozusagen gerne kaufen würde.

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