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Interview : "Uns treibt und lenkt ein Ziel: Wertzuwachs erzielen"

  • Aktualisiert am

FPM-Fondsmanager Manfred Piontke Bild: fpm

Unter den Deutschland-Aktienfonds ist der FPM Stockpicker Fund derzeit recht einsame Spitze. Trotz einer erfolgsabhängigen Verwaltungsgebühr lohnt sich dieses Investment deutlich mehr als ähnliche Produkte.

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          Nur zwei Fondsmanager in Frankfurt managen den erfolgreichsten Deutschland-Aktienfonds: den FPM Stockpicker Fund (ISIN: LU0124167924) der Frankfurt Performance Management AG. Hinter diesem Unternehmen stehen Manfred Piontke und Martin Wirth. Beide haben es auf eine Wertsteigerung von 88 Prozent gebracht; der zweitbeste Fonds dieses Segments, der Morgen Portfolio Universal Fund, ist auf 65 Prozent gekommen, während die Bronzemedaille an den Camco Fonds Deutsche Aktien mit einem Plus von 61 Prozent gegangen ist.

          Der FPM Stockpicker Fund unterscheidet sich von anderen Aktienfonds, daß beim Kauf nicht nur der übliche Ausgabeaufschlag fällig wird, sondern auch eine erfolgsabhängige Verwaltungsgebühr für das Management. 15 Prozent von der Gesamtrendite streicht die Frankfurt Performance Management AG ein, sofern ihr Fonds im Halbjahr mindestens eine Rendite von vier Prozent erzielt - eine Quote, die er in der jüngeren Vergangenheit locker übertroffen hat. Wie er und Wirth arbeiten und welche Ziele sie sich für 2004 gesetzt haben, sagt Piontke im FAZ.NET-Interview.

          Mit 88 Prozent Wertzuwachs ist Ihr FPM Stockpicker der beste Deutschland-Aktienfonds. Zu den weiteren Merkmalen des Fonds zählt eine erfolgsabhängige Vergütung von 15 Prozent des Wertzuwachses aufs Jahr gerechnet, sofern die Performance mindestens acht Prozent im Jahr beträgt. Dies können Sie sich offenbar gut leisten!?

          Wenn ein Anleger mit einem Fonds innerhalb eines Jahres einen Kursgewinn von 88 Prozent erzielt, ist er wohl gerne bereit, diese von der Performance abhängige Gebühr zu bezahlen. Zudem ist zu beachten, daß von den 88 Prozent die Gebühren bereits abgezogen sind, das heißt, dieser Zuwachs ist netto. Wenn wir den Mindestwertzuwachs von annualisiert acht Prozent nicht erreichen, ist diese Performance-Fee Null, und wir bekommen nichts. Dann zahlt der Anleger lediglich eine Verwaltungsgebühr von 0,9 Prozent, also deutlich weniger als bei vielen anderen Aktienfonds. Der Kunde soll nur dann etwas an uns zahlen, wenn er einen absoluten Zuwachs von mindestens acht Prozent hat.

          Und Sie werden gleichzeitig für gute Arbeit belohnt...

          Genau. Deshalb heißen wir auch Frankfurt Performance Management. Uns treibt und lenkt ein Ziel: Performance erzielen. Deswegen ist die Frage nach dem Volumen des Fonds für uns zweitrangig. Dabei unterscheiden wir uns von den großen Spielern im Markt. Und unsere Erfahrung, daß die Anleger sagen: Und nächstes Jahr möchte ich noch mehr zahlen.

          Der Mittelzufluß zu ihrem Fonds ist also angeschwollen?

          Ja, er gestaltet sich sehr gut. Wir sind jetzt bei einem Volumen von rund 29 Millionen Euro. Vor einem Jahr waren es dreieinhalb Millionen Euro. Wenn der Fonds zu groß wird, werden wir ihn übrigens auch schließen. Denn sonst könnte unser Anliegen in Gefahr geraten, da wir aus unserem Universum von 500 Unternehmen in Deutschland, die wir beobachten, zuviele herausstreichen müßten, da wir aufgrund der Marktkapitalisierung mancher Unternehmen nicht genug Aktien kaufen könnten. Und darunter würde die Performance leiden, und das nehmen wir nicht hin.

          Wo ist denn Ihre Obergrenze beim Fondsvolumen?

          Das ist eine gute Frage. Aus heutigen Marktverhältnissen würde ich sagen: cirka 100 bis 150 Millionen Euro.

          Dann haben sie ja noch Wachstumsmöglichkeiten.

          Das stimmt. Aber wir kommunizieren unsere Absicht gerne heute schon, um uns zu gegebener Zeit selbst in die Pflicht zu nehmen. Mit diesen 100 bis 150 Millionen könnten wir gut leben und unser Ziel verfolgen. Es ist so, daß das Fondsmanagement derzeit relativ stark mit eigenen Mitteln im Fonds engagiert ist, so daß sich der Kreis dann wieder schließt. Management und Anleger haben ein Interesse: möglichst gute Performance.

          Gemessen an den Ergebnissen könnten Sie doch mit Recht mehr Werbung für sich machen. Warum tun Sie es nicht?

          Wie gesagt: Volumen allein interessiert uns nicht. Wir wollen ein kleiner und feiner Fonds bleiben, der durch sein Nischen-Dasein wenig Werbung braucht. Wir sagen immer: Wir wollen unsere Kunden kennen. Wir werden nie in die Breite gehen. Wenn wir Werbung machen, dann ausschließlich mit unserer Performance. Da sind wir wieder bei diesem Wort.

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