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Interview : Mit spanischen Nebenwerten im Fonds besser als der Markt

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Jaime Hoyos, Manager des CA Iberia Classic Fund Bild: Credit Agricole

Bis Januar gab es mit Spanien-Fonds nichts zu verdienen. Doch seitdem hat es eine Kehrtwende gegeben. Jaime Hoyos, Manager des Iberia Classic von Credit Agricole, erläutert im FAZ.NET-Interview sein Erfolgsrezept.

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          Die Fünf-Jahresbilanz des Fund Iberia Classic von Credit Agricole sieht mau aus. 35 Prozent des Anlagevermögens haben Investoren, die ihr Geld in diesen Fonds aus spanischen und portugiesischen Aktien gesteckt haben, verloren. Innerhalb der vergangenen drei Jahre ist ein Minus von 43,3 Prozent aufgelaufen.

          Doch in vergangenen halben Jahr hat sich das Blatt gewendet. Mit dem Aufschwung vor allem an der Börse in Madrid ist der von Jaime Hoyos betreute Fonds zu einem der erfolgreichsten Aktienfonds überhaupt geworden. Zu FAZ.NET sagte er, wie es dazu gekommen ist und warum er mit weiter steigenden Kursen rechnet.

          Ihr Fonds hat sich im vergangenen halben Jahr um 22,6 Prozent und im Juni um 16,4 Prozent verbessert. Was sind die Gründe für diese sehr gute Wertentwicklung gewesen?

          Aus meiner Sicht ist einer der Gründe die Verteilung des Anlagekapitals. Wir haben spanische und portugiesische Aktien in unserem Fonds. 80 Prozent davon machen spanische Papiere aus, 15 Prozent Aktien aus Portugal. Spanien ist in den vergangenen sechs Monaten einer der besten Aktienmärkte weltweit gewesen. Das hat uns sicherlich geholfen, diese gute Performance zu erzielen. Wir haben unsere Benchmark (Ibex 35) zuletzt um neun Prozent geschlagen. Außerdem haben wir uns als Stock-Pickers betätigt, also auf Titel gesetzt, die wir für besonders erfolgversprechend angesehen haben. Und das ist uns offensichtlich gut gelungen, wie die Out-Performance mit Blick auf die Benchmark zeigt.

          Lassen Sie uns einen Blick auf die fundamentalen wirtschaftlichen Daten werfen: Spanien hat keine Schulden-Sorgen. Die Nettoneuverschuldung wird sich nach Prognosen in diesem Jahr auf etwa 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts belaufen - Portugal steht schlechter da mit einem Defizit von rund 3,5 Prozent. Dann wird Spanien ein robustes Wachstum über EU-Durchschnitt bescheinigt. Inwiefern hat dies zum Erfolg beigetragen und wie bewerten Sie die Aussichten?

          Die Stärke der spanischen Wirtschaft hat dem Markt ohne Frage geholfen. Für dieses und das nächste Jahr erwarten wir ein Wachstum oberhalb des europäischen Durchschnitts. Dieser liegt für Europa in diesem Jahr bei 1,2 Prozent, Spanien dürfte 2,1 Prozent erreichen; 2004 sollte Spanien mit einem Wachstum von rund 3,1 Prozent um rund einen Prozentpunkt höher liegen als der Durchschnitt. Bei der Inflationsrate, die in Europa bei 2,2 Prozent liegen dürfte, wird Spanien ebenfalls höher liegen und 3,2 Prozent erreichen. 2004 erwarten wir eine rückläufige Inflation in Spanien, die relativ stärker ausfällt als in der EU. Auf jeden Fall hat die spanische Wirtschaft beim Wachstum die Nase vorn, und das ist gut für den hiesigen Aktienmarkt.

          Welche Art von Aktien bevorzugen Sie?

          Wir haben auf Aktien von mittleren und kleinen Unternehmen gesetzt, die sich im General Index mit mehr als 100 Titeln finden, um gegenüber dem Leitindex Ibex 35 eine Extra-Performance zu erreichen. Im Fonds haben wir knapp 60 verschiedene Aktien, während der Leitindex in Spanien lediglich 35 Titel beinhaltet. Wir haben dabei Aktien herausgepickt, die gemessen an den Fundamentaldaten der Unternehmen unterbewertet erschienen. Und diese Aktien haben sich gut entwickelt. Ihnen ist zugute gekommen, daß diese Unternehmen nicht global agieren, sondern weitgehend auf den überschaubaren wachsenden spanischen Märkten tätig sind und von ihnen profitieren. Sie haben uns zu dieser Extra-Performance verholfen. Natürlich ist auch das Timing, wann man kauft oder verkauft, wichtig gewesen, da die Märkte sehr großen Schwankungen unterworfen waren. Derzeit haben wir 14 Prozent Aktien, die im Leitindex nicht enthalten sind, in unserem Fonds.

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