https://www.faz.net/-gv6-qbbq

Interview : "Gute Unternehmen sind nur selten eine gute Anlage"

  • Aktualisiert am

Schwört auf Finanzaktien: Fondsmanager Andrew A. Davis Bild:

Andrew A. Davis verwaltet mit seiner Fondsgesellschaft über 60 Milliarden Dollar. Im Interview spricht er über die Anfänge seines Familienunternehmens, die Kunst des Geldanlegens und unvermeidliche Fehler.

          4 Min.

          Wenn es um amerikanische Standardwerte geht, gelten die Fonds von Davis als erste Wahl. Die Investmentgesellschaft wurde 1969 gegründet. Heute wird das Familienunternehmen in der zweiten Generation von Christopher und Andrew Davis geführt. Die Familie Davis und ihre Mitarbeiter haben selbst mehr als zwei Milliarden Dollar in ihre Fonds investiert, die heute 60 Milliarden Dollar schwer sind und jedermann offenstehen.

          Die Manager von Davis setzen ebenso wie der legendäre Investor Warren Buffett auf Substanzwerte. Die Unternehmen müssen durch eine solide Bilanz und ein hervorragendes Management bestechen, damit sie möglichst jeden Abschwung ohne Blessuren überstehen, ja sogar in schlechten Zeiten wachsen können.

          Der Flaggschiffonds von Davis wurde 1969 aufgelegt. Seither ist es dem Davis New York Venture Fund in sämtlichen Zehn-Jahres-Zeiträumen gelungen, den S&P 500 zu schlagen. Im Schnitt verdienten Anleger mit dem Fonds 13,5 Prozent im Jahr, während der S&P 500 immerhin 10,8 Prozent brachte. Der Parallelfonds des amerikanischen Erfolgsprodukts wird in Deutschland unter dem Namen Davis Value Fund (LU0067888072) vertrieben. Seine Wertentwicklung litt mitunter stark unter dem Verfall des Dollar.

          Im Interview spricht Andrew A. Davis über die Anfänge seines Familienunternehmens, die Kunst des Geldanlegens und unvermeidliche Fehler.

          Davis Funds gilt heute als ausgezeichnete Fondsgesellschaft für amerikanische Standardwerte. War das immer so, Herr Davis?

          Unser Familienunternehmen wurde 1969 gegründet, zu einem extrem ungünstigen Zeitpunkt: 1972 bis 1974 waren schreckliche Jahre für Anleger. Damals leitete mein Vater die Geschäfte. Er war sehr jung, sehr aggressiv und sehr angetan von Technologieaktien. Er tat alles, wovon ihm mein Großvater abgeraten hatte, der mit Aktieninvestments reich geworden war.

          Das ging nicht gut?

          1974 hatte mein Vater 70 Prozent seines Vermögens verloren. Er kämpfte ums Überleben im Fondsgeschäft. Es war eine grauenhafte Zeit: Die Aktienkurse fielen Tag für Tag. Shelby M.C. Davis suchte Rat bei Benjamin Graham, einem der größten Investoren seiner Zeit.

          Was riet ihm Graham?

          Damals war ich noch nicht auf der Welt. Aber ich glaube, er hat ihm die Ohren langgezogen. Wie konnte er nur so riskant Geld anlegen! Warum hat er nicht getan, was sein Vater und Graham taten: auf grundsolide Substanzwerte setzen? Mein Vater kehrte zu seinen Wurzeln zurück. Seither verdienten er und seine Kunden außerordentlich viel Geld.

          Wann sind Sie in das Fondsgeschäft eingestiegen?

          Mein Bruder und ich haben lange Zeit nicht für Davis Funds gearbeitet. Nach dem Studium arbeitete ich zehn Jahre lang für Paine Webber, erst 1993 begann ich bei Davis. Mein Bruder tat das schon einige Jahre früher.

          War das ein leichter Schritt?

          Davis war vor zwölf Jahren, als ich dazustieß, eine sehr kleine Firma, die nicht einmal eine Milliarde Dollar managte. Heute sind wir sehr viel größer. Heute scheint es selbstverständlich, daß wir eingestiegen sind; damals sah das anders aus.

          Was unterscheidet Davis von anderen Fondsgesellschaften?

          Fidelity und Templeton beispielsweise bieten ungeheuer viele Fonds an. Wir wollten immer nur eine kleine Zahl von Fonds verantworten, die wir aber mit größter Sorgfalt pflegen. Es steckt ja unser eigenes Geld darin!

          Wieviel?

          Von den 60 Milliarden Dollar, die wir verwalten, stammen zwei Milliarden von der Familie.

          Was machen Sie mit dem Geld?

          Weitere Themen

          Weltgrößter Börsengang erfolgreich Video-Seite öffnen

          Aramco-Aktie im Plus : Weltgrößter Börsengang erfolgreich

          Der weltgrößte Börsengang des Ölkonzerns Saudi Aramco ist ein Erfolg: Die Aktien der saudiarabischen Staatsfirma debütierten am Mittwoch mit 35,2 Riyal an der Börse in Riad. Das ist ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.