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Interview : „Entwicklung bei Minenwerten ähnelt der Dot.com-Blase“

  • Aktualisiert am

A. Deden und S. Corrigan von Sage Capital Bild: Sagecapital

Wer möglichst schnell möglichst ohne Aufwand möglichst reich werden will liegt beim Edelweiss Fund falsch. Er baut mit großem Erfolg auf reale Werte. Fondsmanager Anthony Deden und Investmentstratege Sean Corrigan im Interview.

          5 Min.

          Viele professionelle Börsianer und Anleger neigen zum Optimismus. Sie rechnen mit und bauen auf steigende Umsätze und Gewinne bei Unternehmen, die die Kurse der Aktien immer weiter nach oben treiben würden. Manche von ihnen beschäftigen sich nicht einmal mit den fundamentalen Daten, sondern setzen einfach nur auf entstehende Trends. So kaufen sie manchmal völlig überteuerte Papiere und hoffen, sie später mit Gewinn an einen anderen „Dummen“ verkaufen zu können.

          Gerade das Gegenteil macht der Edelweiss Fund von Sage Capital. Sein Ziel besteht in erster Linie darin, das Kapital der Anleger real zu steigern oder zumindest zu erhalten. FAZ.NET unterhielt sich mit Fondsmanager Anthony Deden und dem Investmentstrategen Sean Corrigan. Obwohl sie höchst konservativ anlegen, konnten sie das Kapital seit der Auflage des Fonds vor genau drei Jahren um 70 Prozent oder 19,3 Prozent pro Jahr steigern.

          Sie hatten bisher eine wunderbare Performance, obwohl ihre Anlagephilosophie zumindest in den Augen der Wall Street als etwas seltsam bezeichnet werden könnte. Was sagen Sie dazu, Herr Deden?

          Ich halte es nicht für eigentümlich, sondern für realistisch. Denn wir gehen mit den Ersparnissen und zum Teil mit dem Altersgeld unserer Kunden um. Sie wollen nicht, daß wir damit fahrlässig herumspielen.

          Was heißt das?

          Für uns ist die Geldanlage vergleichbar mit unternehmerischer Tätigkeit. Wir kaufen Vermögenswerte dann, wenn sie niemand haben will, vorausgesetzt es gibt sinnvolle Gelegenheiten. Ich glaube nicht, daß man mit der Geldanlage zehn bis 15 Prozent Rendite pro Jahr verdienen kann, wie es die Banken gerne versprechen. Sondern manchmal verdient man viel, manchmal wenig - das wichtigste ist jedoch, möglichst nie etwas zu verlieren.

          Das Risiko spielt also eine Rolle?

          Ja, es kommt nicht so sehr darauf an, welche Rendite man erzielt, sondern welche Risiken man dafür eingehen muß. So schauen wir, was wir erreichen können ohne Kredite aufzunehmen, ohne derivative Produkte einzusetzen und ohne zu großen Unwägbarkeiten zu begegnen. Die meisten Leute denken, je größer das Risiko ist, das sie eingehen, desto größer wird auch die Rendite sein. Ich halte das für völlig falsch.

          So glauben Sie nicht an die Portfoliotheorie?

          Überhaupt nicht. Risiko ist in meinen Augen, nicht zu wissen was man tut. Ein Unternehmer mag in den Augen Außenstehender Risiken eingehen. Er weiß jedoch genau, was er tut und welche Risiken er eingeht, da er sich in seinem Metier auskennt.

          Wie gehen Sie vor?

          Man kann sagen, unsere Portfolios sehen aus wie eine Kunstsammlung. Wir kaufen wertvolle Anlagen, wann immer wir sie finden können. Wir nehmen uns dazu allerdings Zeit und spekulieren nicht um der Spekulation willen. Manchmal ist Nichtstun die beste Entscheidung.

          Tun Sie etwas zur Zeit?

          Ich denke, der im Jahr 2000 begonnene Grundsatztrend hält immer noch an. Er besteht im wesentlichen in der Umschichtung von Papiergeld in physische Produkte. Sei es im Energie-, Rohstoff- oder im Immobilienbereich. Nachdem wir im Jahr 2000 darauf gesetzt haben, bleiben wir dabei. Bisher haben wir nett davon profitiert.

          Das heißt, Sie haben Energie-, Gold- und Rohstoffaktien erworden?

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