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Interview : „Bei der Aktienanlage zählen die inneren Werte“

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Thomas Braun von Braun, von Wyss & Müller Bild: Braun, von Wyss & Müller

Zu den Fonds, die den Markt schlagen, zählt der Classic Value Equity Fund von der Braun, von Wyss & Müller AG. FAZ.NET unterhielt sich mit Fondsmanager Thomas Braun über den Value-Stil des Unternehmens.

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          Fondsmanager sind nur dann wirklich ihr Geld wert, wenn sie mittel- und langfristig den Markt deutlich schlagen können. Sind sie dazu nachhaltig nicht in der Lage und können sie ihre „Underperformance“ nicht in Form geringerer Risiken oder anderer Charakteristika kompensieren, fahren Anleger mit einfachen und günstigen Indexfonds besser.

          In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, auf jene Fonds und ihre Fondsmanager zu bauen, die nach einem klaren Konzept arbeiten und die ihren Erfolg immer wieder beweisen. Der Classic Global Equity Fund zählt sicherlich dazu. Er wird von der Braun, von Wyss & Müller AG in Zürich verwaltet und hat in den vergangenen sieben Jahren die Vergleichsindizes deutlich hinter sich gelassen.

          FAZ.NET unterhielt sich mit Thomas Braun über das „Erfolgsgeheimnis“. Er ist nicht nur Teilhaber am Unternehmen, sondern zusammen mit Georg von Wyss auch Portfoliomanager der Classic Funds.

          Ihre Fonds, der Classic Global Equity Fund und der Classic Value Equity Fund, haben nicht nur in der Vergangenheit gut abgeschnitten, sondern sind mit Kursgewinnen von 9,1 und 5,1 Prozent gut ins Jahr 2005 gestartet. Wie machen sie das?

          Wir sind klassische „Value Investoren“. Wir gehen davon aus, daß ein Unternehmen einen „fairen“ inneren Wert hat. Wir kaufen die Aktien jener Unternehmen, die an den Börse deutlich unter diesem Wert gehandelt werden und bauen darauf, daß die Unterbewertung früher oder später abgebaut wird.

          Wie ermitteln Sie den „fairen Unternehmenswert“?

          Wir schauen uns an, welche Erträge ein Unternehmen in einem normalisierten Umfeld über die Jahre erzielen kann und überlegen uns dann, was es auf dieser Basis wert wäre. So als ob wir es als Unternehmer kaufen würden, um es für immer zu halten. Bei der Bewertung nutzen wir einmal die Methode der Discounted Cashflows und betrachten gleichzeitig die normalisierten „Multiples“. Sie sollten zu ähnlichen Werten führen.

          Was sind für Sie günstige Unternehmen und ist es einfach, solche zu finden?

          Günstig sind für uns Aktien von Firmen, die 100 wert sind und die an der Börse zu 65 oder noch weniger gehandelt werden. Natürlich ist es nicht immer gleich einfach, deutlich unterbewertete Papiere zu finden. Am einfachsten ist es, wenn die Börsen deutlich kollabiert sind, wie zum Beispiel im März des Jahres 2003. Im Moment ist es deutlich schwieriger, denn die Märkte scheinen fair bewertet zu sein.

          Was ist ihr Anlagehorizont?

          Unsere Arbeitshypothese ist es, daß wir den fairen Wert zwei bis vier Jahre nach dem Kauf wieder erreicht haben.

          Dann wird verkauft?

          Sobald der innere Wert erreicht worden ist, verkaufen wir. Denn wir gehen davon aus, daß der Wert einer Aktie kurzfristig massiv vom fairen Wert abweichen kann, im Laufe der Zeit aber immer wieder zu ihm zurückkehrt. Liegt die Aktie nun über diesem Wert, gibt es ein systematisches „Korrekturrisiko“, das wir vermeiden möchten. Das liegt unter anderem daran, daß meine Partner und ich unsere gesamten Privatvermögen in unsere Fonds investiert haben.

          Gleichzeitig wird das Geld auch wieder frei für neue Gelegenheiten?

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