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Internationale Indexfonds : Die Welt in einer Nussschale

Mit ETF kann man in den weltweiten Aktienmarkt investieren. Bild: Rüchel, Dieter

Wer in Aktien investieren will, sollte auf die Entwicklung der Weltwirtschaft setzen. Mit ETF können Anleger in den globalen Aktienmarkt investieren.

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          Wer keine feste Überzeugung hat, welches Land sich nachhaltig besser schlägt als andere, oder wer sich schlicht und einfach keine Gedanken darüber machen möchte, kann mit Aktien auch relativ mühelos auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Welt im Ganzen setzen. Eine Vielzahl von Indizes bildet den globalen Aktienmarkt ab, partizipieren können Anleger relativ kostengünstig an ihrer Entwicklung etwa über börsengehandelte Indexfonds (ETF).

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Der Gedanke hinter einer Streuung des Aktienengagements über die Welt ist im Prinzip relativ einfach: Alle Länder und Regionen der Erde (und die jeweils ansässigen börsennotierten Unternehmen) sollten nicht zur selben Zeit in Schwierigkeiten geraten - auch aktuell stehen der schwächelnden Wirtschaft etwa in Europa immer noch einigermaßen kraftvoll wachsende aufstrebende Volkswirtschaften in Asien gegenüber.

          Index auf globale Aktien

          Den Weltaktienmarkt breit bildet beispielsweise der von vielen professionellen Anlegern als Maßstab verwendete MSCI All Country World Index ab - er umfasst insgesamt 45 Länder, zu denen sogenannte entwickelte wie auch aufstrebende Volkswirtschaften zählen. Er umfasst mehrere tausend Werte, wobei amerikanische Unternehmen aufgrund der Größe des Aktienmarktes der Vereinigten Staaten rund 48 Prozent des Index ausmachen. Weitere 8 Prozent repräsentieren Großbritannien, was weit über dem Anteil des Vereinigten Königreichs an der Weltwirtschaft liegt und sich auch mit den großen Bergbauunternehmen erklärt, die in anderen Regionen Geschäft machen, aber in London gelistet sind. 7 Prozent stehen für Japan. Der an der Marktkapitalisierung orientierte Index hat in diesem Sinne noch nicht nachvollzogen, wie sehr aufstrebende Volkswirtschaften wie China und Brasilien an wirtschaftlicher Größe während der vergangenen Jahrzehnte hinzugewonnen haben.

          Der Index selbst steht derzeit ungefähr um 9,5 Prozent über dem Niveau vom Jahresanfang, womit er besser abgeschnitten hat als viele Euroraum-Aktienmärkte, dafür aber im Zuwachs etwa vom deutschen wie auch vom amerikanischen Aktienmarkt ausgestochen wurde. Beispielsweise ein an der Deutschen Börse in Frankfurt notierter Indexfonds des amerikanischen Anbieters SPDR (Isin: IE00B44Z5B48) bildet den Index nach und ermöglicht auch Privatanlegern Engagements.

          Von Dividenden profitieren

          Wer nicht auf Aktien allgemein setzen will, sondern verstärkt Unternehmen sucht, die - gemessen am Kurs - überdurchschnittliche Dividenden ausschütten, kann das im Weltmaßstab ebenfalls über die Investition in einen Index tun. MSCI berechnet auf Basis des All Country Index eine Variante, die jene Werte filtert, hinter denen Unternehmen stehen, die in der Vergangenheit kontinuierlich wesentliche Gewinnanteile als Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben und die auch entsprechende künftige Kapazitäten haben. Innerhalb des MSCI All Country High Dividend Yield Index ist der Anteil der Vereinigten Staaten merklich geringer als im Basisindex, dafür beträgt der Anteil der Schweiz gut 6,5 Prozent - zu den zehn wertvollsten Unternehmen dieses Index zählen Nestlé und Novartis. Größter Wert ist der Ölkonzern Chevron.

          Der Dividenden-Index hat während des bisherigen Jahresverlaufs etwas schwächer abgeschnitten als der klassische MSCI All Country-Index. Im vergangenen Jahr verzeichnete er hingegen ein minimales Plus gegenüber einem Kursrückgang des Basisindex, weil Anleger aus einer höheren Risikoscheu heraus, verbunden mit den historisch niedrigen Renditen von als ausfallsicher geltenden Staatsanleihen, verstärkt auf Dividendentitel fokussierten. Nach nachhaltigen Dividendentiteln filtert der Dow Jones Global Select Dividend-Index, an dessen Entwicklung Anleger etwa mit einem ETF aus dem Hause ETF Securities (Isin: DE000A1H81A3) partizipieren können.

          Schließlich gibt es über Indizes aus Sicht eines Aktienanlegers die Möglichkeit, in die größten multinationalen Unternehmen der Welt zu investieren. Dahinter steht die Idee, dass gerade solche Unternehmen eher über Marktmacht verfügen sollten und in Kombination mit ihrer Größe und breiten Aufstellung in der Lage sind, Wirtschaftskrisen besser zu trotzen als kleinere Wettbewerber.

          Die großen Gewinner: Apple und die Bank of America

          Der Dow Jones Global Titans Index umfasst die wertvollsten 50 börsennotierten Konzerne der Welt; darunter sind Namen wie Apple, Wal-Mart, Total, BASF, McDonald’s, Gasprom, Toyota, Nestlé und JP Morgan. Der Index legte, angeführt von Apple (plus 60 Prozent seit Jahresbeginn), in diesem Jahr bisher rund 14 Prozent zu und ist investierbar beispielsweise über einen Indexfonds von iShares (Isin: DE0006289382).

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