https://www.faz.net/-gv6-qej5

Indizes : Daxhoch: Die Dividenden machen's

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Lange erwartet, war es am Freitagmorgen soweit. Der Dax erreichte zur Handelseröffnung das neue Allzeithoch. Doch vor allem die Dividenden sind für den Gipfelsturm verantwortlich. Ohne diese hat der Dax noch einen längeren Weg, bis er zu andern Indizes aufschließen kann.

          Lang ersehnt, ist es am Freitag endlich so weit gewesen. Nach sieben Jahren und drei Monaten sprang der Dax zur Handelseröffnung mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 8.152 Punkte auf ein neues Rekordhoch. Geht es nach den Wünschen der meisten Anleger, ist dies die Grundlage für weitere gute Monate.

          Indes folgt der Dax damit nur einigen andern Indizes der Welt, seien es amerikanische oder europäische, die ihre neuen Allzeithochs bereits schon vor einiger Zeit aufstellten: der Dow Jones, der S&P-500 oder auch der Schweizer SMI waren schon dort, wo der Dax und vielleicht auch noch der französische CAC-40 oder der britische FTSE 100 noch hin wollen.

          Noch 1.000 Punkte bis zum Allzeithoch

          Nimmt man es indes wirklich genau, so ist der Dax noch meilenweit von einem Allzeithoch entfernt. Genauer gesagt, sind es auf Basis des Schlusskurses vom Donnerstag 998,01 Punkte, bevor der Index wieder da steht, wo er im März 2000 schon einmal gewesen ist.

          Denn eines unterscheidet den Dax von fast allen anderen bekannten Börsenindizes: es ist ein Performance-Index, in dessen Kursentwicklung auch die reinvestierten Dividenden Eingang finden. Und die gab es in den vergangenen Jahren reichlich, reichlicher als früher.

          Während sich die Verluste von Performance- und Kursindex des Dax' in der Baisse zwischen 2000 und 2003 und auch in den Jahren zuvor kaum voneinander unterscheiden (siehe Infografik), liegen seit Beginn der andauernden Hausse zwischen den Veränderungen der beiden Index-Varianten mehr als 35 Prozentpunkte. Das war nirgends bereits sichtbarer als in den saftigen Dividendenabschlägen, mit denen Dax-Werte während der Hauptversammlungssaison der vergangenen Monate gehandelt wurden.

          Ohne Dividenden im Hintertreffen

          Auf die vergangenen zehn Jahre betrachtet, liegt die Entwicklung des Performance-Dax deutlich über der andere europäischer Indizes. SMI und FTSE 100 lässt der Dax deutlich hinter sich und auch zu CAC-40 und Ibex 35 kann der deutsche Index langsam aufschließen.

          Doch das kann er nur aufgrund der hohen Dividenden, die ihn bevorteilen, weil die Konkurrenz allesamt aus Kursindizes besteht. Dagegen hinkt der Dax-Kursindex dem CAC 40 schon seit Jahren hinterher und auch gegenüber dem Ibex 35 besteht noch Aufholpotential. Der Ibex hatte den Dax 2002 abgehängt, weil die Baisse in Deutschland etwas länger anhielt als anderswo - möglicherweise eine Extra-Strafe aufgrund des Debakels mit dem Neuen Markt oder ein Reflex der Sonderbelastungen durch die deutsche Einheit.

          Im Vergleich zum FTSE lässt sich festhalten, dass der Dax-Kursindex immer dann die Nase vorn hat, wenn es ohnehin gut läuft. So zog das deutsche dem britischen Börsenbarometer 1999 so weit davon, dass es erst 2001 wieder hinter ihn zurückfiel. Auch in den vergangenen Jahren lief der deutsche Index wieder besser. Sehr vergleichbar ist seine Entwicklung dagegen mit dem Schweizer SMI. Hätte sich der Dax nicht 1999 und in den vergangene Monaten abgekoppelt, wären die beiden Benchmarks fast parallel gelaufen.

          Obgleich also der Zuwachs des Dax' auf Kursbasis nicht so imposant ausfällt wie dank der reichen Ausschüttungen der Vergangenheit als Performance-Index, zeigte sich das deutsche Börsenbarometer in den Vergangen vier Jahren sehr stark und konnte auch den S&P-500 und den Eurostoxx 50 abhängen. Es wird sich allerdings erst noch weisen, ob dies auch in der Zukunft so bleibt, oder ob nicht eine Konsolidierung dann ebenso schärfer ausfällt als anderenorts.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vor UN-Klimagipfel : Jetzt muss endlich gehandelt werden

          Angela Merkel und ihre Regierung reisen mit einem Plan nach New York, mit dem sie nicht als Vorkämpfer fürs Klima zurückkehren werden. Nur guten Willen zeigen – das genügt nicht mehr. Die neuen Klimaberichte sind alarmierend.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.