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Indizes : Anleger profitieren von Indexflut kaum

  • Aktualisiert am

Auch Indexfonds auf den Dax schaffen Anlegern wenig Freude Bild: dpa

Durch den zunehmenden Handel mit Indexfonds blüht auch das Geschäft der Indexanbieter. Doch Privatanleger profitieren nicht immer.

          Unter Anlegern sind börsengehandelte Indexfonds, so genannte Exchange Traded Funds (ETF), derzeit sehr beliebt, da sie als vergleichsweise sicher und günstig gelten. Indexanbieter wie MSCI, Dow Jones oder FTSE reagieren auf die steigende Nachfrage und bieten immer weitere Indizes an, auf die Indexfondsanbieter neue Produkte auflegen.

          Allein seit Anfang des Jahres kamen an XTF, seit April 2000 das Börsensegment für Indexfonds und aktiv gemanagte Fonds der Deutschen Börse, 18 neue ETFs dazu. Derzeit sind im XTF 43 Indexfonds und dreizehn aktiv gemanagte Aktienfonds gelistet. Der Markt wächst schnell. Im April wurden rund 3,4 Milliarden Euro in dem Börsensegment umgesetzt. Das entspricht einem Umsatzplus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

          Das Geschäft blüht

          Besonders die Indexfonds auf den Dax (DAX EX) sowie zwei Indexfonds auf den Euro Stoxx 50 (DJ Euro STOXX 50 EX und DJ Euro STOXX 50 LDRS) waren im April unter den dreißig meistgehandelten und damit liquidesten Werten auf Xetra. Damit konnten die führenden Indexfonds so hohe Umsätze verzeichnen wie Dax-Werte. So wurden auf den DAX EX rund 1,2 Milliarden Euro im April umgesetzt.

          Das Geschäft mit dem ETF-Handel blüht. Mittlerweile wird fast die Hälfte der ausgeführten Orders von Privatanlegern durchgeführt. Die Beliebtheit der börsengehandelten Indexfonds ergibt sich aus vielerlei Gründen. Da es nur wenigen Fondsmanagern gelingt, den Index zu schlagen, orientieren sich Anleger lieber direkt am Index. ETFs werden im Sekundentakt an der Börse gehandelt, dadurch können Anleger schneller und flexibler auf Marktschwankungen reagieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fonds ist dabei auch das Setzen von Stopp-Loss-Kursen möglich.

          Sicher und billig?

          Fondsgesellschaften werben auch damit, dass börsengehandelte Indexfonds in der Regel billiger als traditionelle Fonds seien. Der Ausgabeaufschlag entfalle und die jährliche Managementgebühr in Höhe von maximal 0,5 Prozent vom Nettoinventarwert ist bei den Indexprodukten niedriger als bei gewöhnlichen Fonds.

          Doch das sind nicht die alleinigen Kosten. Zusätzlich fällt aber auch eine Bankkommission von 0,2 bis 1,0 Prozent an und ein Spread. Das ist die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs, die den Emittenten für den Ausgleich von Angebot und Nachfrage zukommt. Ein Spread liegt derzeit je nach Handelsvolumen im Schnitt bei 0,05 bis 0,5 Prozent des Kurswertes.

          Magere Performance

          Und auch die Kursgewinne entwickeln sich für Privatanleger nicht immer zufriedenstellend. Investierte ein Privatanleger vergangenes Jahr beispielsweise in den DAX EX, dann erzielte er einen Kursverlust von bis zu 18 Prozent. Bei den meisten anderen Indizes sieht es nicht besser aus, da auch Indizes unter der negativen Entwicklung am Aktienmarkt gelitten haben.

          Index- und Indexfondsanbieter erging es da trotz Börsenflaute wegen der starken Nachfrage nach ETFs vermutlich besser. So verkaufen Indexanbieter für einen bestimmten Zeitraum exklusive Lizenzrechte für ihre wichtigsten Indizes, damit Indexfondsanbieter darauf neue Fonds auflegen können. Größter Abnehmer der Deutschen Börse ist der Fondsanbieter Indexchange, eine Tochter der HypoVereinsbank. Das Unternehmen hat derzeit unter anderem exklusive Rechte auf den Dax, den Euro Stoxx 50, den Dow Jones Global Titans 50 oder den FTSE 100.

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