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Überflüssiges Fondsmanagement : Indexfonds sind für Stiftungen bestens geeignet

ETFs haben nicht das Ziel, besser zu sein, sondern nur genauso gut zu sein wie ein Index. Das aber schaffen sie zu niedrigen Kosten. „Es gibt derzeit noch wenige Zahlen darüber, ob und inwieweit Stiftungen diese modernen und nicht ganz neuen Konzepte nutzen“, gibt Schmidt zu. Der Honorarberater berät Kunden, darunter eine Stiftung, mit insgesamt 30 Millionen Euro Vermögen und weiß insofern aber aus eigener Erfahrung: „Mit ETFs lassen sich gute und ansehnliche Renditen bei niedrigen Kosten und einer hohen Flexibilität recht einfach darstellen.“

Stiftungen können ETFs auch als eine Art Basisinvestment in die führenden Indizes nutzen, welches dann durch eine gezielte Aktien- oder Anleiheauswahl noch angereichert wird. „Auch lassen sich mit ETF Ausschüttungen generieren, Anleihen in deren Duration steuern, Nischenmärkte wie beispielsweise der asiatische Raum erschließen, andere Anlageklassen hinzufügen sowie kurzfristige Marktrisiken gut steuern“, zählt Schmidt weitere Vorteile auf. „Nicht zuletzt sind ETF keine ,Black‘-Box, in der man einem Management vertrauen muss, sondern sehr transparent und nachvollziehbar“, sagt er. Damit zielt er darauf ab, dass ein Anleger oft nicht erkennen kann, warum sein teurer, aktiv gemanagter Fonds hinter dem Markt zurückbleibt.

Kosten der ETFs liegen unter denen der Stiftungsfonds

Um eine Idee zu vermitteln, mit welchem Konzept er an die Anlage eines Stiftungsvermögens herangehen würde, hat Schmidt ein recht einfaches ETF-Depot mit einer Mischung aus 80 Prozent Anleihen und 20 Prozent Aktien zusammengestellt. Die Aktien verteilt er auf sechs ETFs, um den deutschen Aktienmarkt, den europäischen, den amerikanischen, die Welt und dividendenstarke Unternehmen abzudecken. Für die Streuung auf verschiedene Anleihen reichen ihm drei ETFs, darunter einen mit Unternehmensanleihen. „Das Depot folgt dem Grundgedanken der sehr breiten Allokation, der niedrigen Kosten und der Erkenntnis, dass wohl auf Dauer ein aktiver Manager nicht unbedingt die bessere Wahl sein muss als ein Index, an dem er sich messen lässt“, sagt Schmidt. Er legt Wert darauf, dass die ETFs im Depot beispielhaft stehen, da fast alle Banken ähnliche anbieten. Auch könnten Anleger eigene Schwerpunkte mit Hilfe von ETFs setzen. Schmidt geht es mehr um sein Konzept als um das konkrete Depot.

Zumindest ist die Wertentwicklung des Depots ansehnlich. In den vergangenen 36 Monaten stieg das Fondsvolumen um 26 Prozent. 500 Euro an Ausschüttungen kämen zu dieser Rendite noch hinzu. Die Ausschüttungen ließen sich, zugeschnitten auf Stiftungen, noch steigern, wenn weniger thesaurierende ETFs gewählt werden. Die Kosten der ETFs sind noch nicht berücksichtigt. Sie liegen zwischen 0,1 und 0,5 Prozent der Anlagesumme, betragen also weniger als die Hälfte aktiv gemanagter Stiftungsfonds. Dabei stecken in den hier genannten ETFs echte Wertpapiere, sie bilden also die Indizes genau nach (replizierende ETFs).

Auch dieses Depot braucht Pflege. „Um die Quote von 80 Prozent Anleihen und 20 Prozent Aktien nach unterschiedlicher Wertentwicklung wieder auszubalancieren, passe ich ein bis zwei Mal, bei hohen Marktschwankungen auch häufiger, die Gewichtung an, indem ich ETFs, die gut gelaufen sind verkaufe“, sagt Schmidt. Dafür müsste der Anleger, etwa die Stiftung, ihm oder anderen Honorarberatern eine Gebühr bezahlen – so wie dem Rechtsanwalt und Steuerberater auch. Das Honorar liegt in der Regel bei einem niedrigen dreistelligen Betrag je Stunde. Im Gegenzug ist es Honorarberatern verboten, Ausgabeaufschläge und Kickbacks der Fonds zu nehmen. Anders als die meisten Banken ersparen sie diese Vertriebsprovisionen dem Anleger.

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