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Indexfonds : Siegeszug der Indexfonds

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Indexfonds, die fortlaufend an der Börse gehandelt werden, sind auch in Europa auf dem Vormarsch. Ein interessanter, schnell wachsender Markt.

          Die Idee der Indexfonds setzt sich weltweit durch. Nach ihrem Siegeszug am amerikanischen Markt, wo sie schon über zehn Prozent des Gesamtvolumens aller Publikumsfonds ausmachen, sind sie jetzt drauf und dran, den europäischen Markt zu erobern. Experten erwarten, dass sich ihr Volumen in Europa in den kommenden drei Jahren mehr als verdoppelt.

          Indexfonds bilden einen Aktienindex möglichst exakt ab, sind also so genannte "passiv gemanagte" Fonds, weil sie keine eigentlichen Investmententscheidungen der Fondsmanager erfordern. Weil viele dieser Fonds fortlaufend an der Börse gehandelt werden können, werden sie ETFs (Exchange Traded Funds) genannt. Die "klassischen" Indexfonds, deren Preis nur einmal börsentäglich ermittelt wird, werden zunehmend von ETFs verdrängt.

          Schnell wachsendes Marktsegment

          An der Deutschen Börse, die schon im April 2000 ein eigenes Marktsegment für ETFs namens XTF eingerichtet hat, werden neben den mittlerweile 32 Indexfonds aber auch aktiv gemanagte Fonds gehandelt, nämlich die elf Tradingfonds der DWS. Mit rund 24 Milliarden Euro Jahresumsatz ist XTF führend im schnell wachsenden europäischen Markt.

          Ab dem ersten März erhält das Segment neuen Zuwachs. Die Unico Asset Management, eine Tochter der Union-Fonds-Holding, legt sieben neue Indexfonds auf, darunter den weltweit ersten Indexfonds auf den MSCI World Index, der über 1.500 Werte umfasst, und sechs auf die wichtigsten MSCI-Branchenindizes für Europa. Dazu kommen zwei aktiv gemanagte ETFs.

          Warum Indexfonds?

          Unico-Chef Rüdiger Ginsberg betont, dass Indexfonds eine sinnvolle Ergänzung zu aktiv gemanagten Produkten darstellen, und verweist auf den Erfolg des so genannten "Core/Satellite"-Ansatzes im Portfoliomanagement. Das heißt, ein relativ feststehender Teil des Portfolios ("Core") wird schon von vielen professionellen Anlegern mit passiv gemanagten Fonds abgedeckt, während der "Satellite"-Teil, also der Anteil für flexible Anlageentscheidungen, aktiv verwaltet wird.

          Außerdem sei nicht unerwähnt, dass Studien ergaben, dass es etwa 80 Prozent der aktiven Fondsmanager nicht gelingt, ihre Benchmark, also ihren Vergleichsindex zu schlagen.

          Der geringere Managementaufwand passiv gemanagter Fonds schlägt sich allerdings noch kaum in den Kosten für Anleger nieder. Zu den Orderkosten, die denen einer Aktienorder entsprechen, kommt eine jährliche Verwaltungsgebühr von rund 0,5 Prozent. In den USA liegt diese Gebühr teilweise nur noch bei 0,09 Prozent.

          "Passives Management" kein einfaches Geschäft

          Allerdings sollte man auch nicht glauben, es sei ein Kinderspiel, einen Index zu "tracken", also in einem Portfolio abzubilden. Abgesehen von den regelmäßigen Indexanpassungen müssen die ständigen Mittelzu- und Abflüsse im Fondsvermögen umgesetzt werden.

          Bei einem derart großen Index wie dem MSCI World erweist es zudem nicht als sinnvoll, sämtliche 1.517 Titel des Index zu kaufen, erläutert Richard Lacalle von State Street Global Advisors, die das Management der neuen Unico-Fonds übernehmen. So startet der Unico-Fonds auf den MSCI World mit 600 Titeln, wobei der erwartete "Tracking Error", also die maximale Abweichung, mithilfe von Finanzinstrumenten auf nur 0,4 Prozent begrenzt werden soll.

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