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Indexanlagen : Immer mehr Investoren setzen einfach auf Indizes

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Auf Indizes zu setzen, ist einfach und transparent Bild: Nowotka/STOCK4B

Die meisten Fonds schaffen es nicht, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Da kann es sich lohnen, sich gleich den Index ins Depot zu holen.

          Eine Produktidee setzt sich durch: Indexorientierte Fonds und Zertifikate haben in den vergangenen Jahren traumhafte Wachstumsraten hingelegt. Das in Indexfonds verwaltete Vermögen hat sich in Europa in den vergangenen zwölf Monaten mit fast sieben Milliarden Euro fast versechsfacht.

          Isolde Regensburger, die diese Produkte beim Marktführer Merrill Lynch mit entwickelt hat, weiß warum: „Mit ETFs kann man auf eine sehr, sehr einfache Weise global investiert sein. ETFs sind sehr transparent und auch für kleine Volumina geeignet.“

          Aber was sind nun wieder „ETFs“? Weil Indexfonds neuerer Art fortlaufend an der Börse gehandelt werden, werden sie allgemein ETFs (Exchange Traded Funds) genannt. Und weil man sie zu denselben Konditionen wie Aktien handeln kann, hat Merrill Lynch dafür auch die Bezeichnung „Indexaktien“ geprägt (vgl. „Was sind Exchange Traded Funds?“).

          Was kann der Privatanleger damit anfangen?

          Indexfonds bilden einen Aktienindex, meist einen Branchenindex, mit ihrem Portfolio sehr genau ab. Der Anleger hält so den jeweiligen Sektor oder Gesamtmarkt im Depot und kann die Wertentwicklung leicht am Auf und Ab des entsprechenden Index verfolgen. Außerdem kann er jederzeit überblicken, welche Aktien im Fonds enthalten sind. Das erleichtert, besonders bei größeren Depots, beispielsweise die Verfolgung von Branchenstrategien.

          Die Orderkosten von Indexfonds entsprechen denen einer Aktienorder, dazu kommt eine jährliche Verwaltungsgebühr von bis zu 0,5 Prozent, Tendenz fallend. In den USA liegt diese Gebühr teilweise nur noch bei 0,09 Prozent. Damit fällt der Kostenvergleich zu klassischen, aktiv gemanagten Fonds, wo die Verwaltungsgebühren eher nach oben tendieren, günstig aus. Regensburger vergisst auch nicht zu erwähnen, dass es erfahrungsgemäß nur zehn Prozent der aktiv gemanagten Fonds gelingt, ihren Vergleichsindex zu schlagen.

          Was ist der Unterschied zu Indexzertifikaten?

          Mit einem Indexzertifikat dagegen erwirbt der Käufer keinen Anteil an einem Portfolio, sondern rechtlich eine Schuldverschreibung des Emittenten. Deshalb sollten Anleger auf die Bonität des Emittenten achten. Dieser verspricht dem Zertifikatsinhaber eine an einem Index orientierte Rendite.

          Zudem haben Zertifikate grundsätzlich eine Laufzeit. Bei so genannten „open ended“ Zertifikaten steht diese bei der Emission noch nicht fest und wird vom Emittenten später bekannt gegeben. Damit umgehen die Anbieter das Problem der Termingeschäftsfähigkeit, die die Zertifikate mit feststehender Laufzeit erfordern.

          Zertifikate können aber auch bestimmte Trends oder Themen einfangen. So ermöglichen sie Outperformance-Strategien wie zum Beispiel mit einer Auswahl der dividenden- oder momentumstärksten Titel eines Index (oder vgl. zum Beispiel den Link „Ein Zertifikat ohne menschliche Schwächen“). Damit können sich die Ansätze von Indexfonds und Zertifikaten ergänzen.

          Die Orderkosten sind mit denen von Indexfonds vergleichbar. Während aber bei Fonds Dividendenzahlungen der darin enthaltenen Aktien steuerpflichtig sind, fallen diese Einnahmen bei Zertifikaten als Kursgewinne an, die nach der Spekulationsfrist von zwölf Monaten steuerfrei sind. Anleger sollten bei der Flut spezieller Konstruktionen allerdings den Nutzen des Zertifikates für die eigene Strategie kritisch hinterfragen.

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